U23 Women - TSV Ratekau 4:5 (2:4)

Doppelschläge von Riemer und Saine genügen nicht zu Punkten

Mit einer knappen und unglücklichen Niederlage mussten sich die Frauen von Holstein Kiel II dem Tabellenführer der S-H-Liga TSV Ratekau geschlagen geben. Die Gäste aus Ratekau nutzen ab der ersten Minute die Unsicherheit der durch große Personalsorgen gebeutelten Mannschaft aus Kiel. Mit Bahr, Brauer, Pérez Traulsen, Werbke, Stelck und Mohr fehlten neben den Langzeitverletzten gleich sechs Stammspielerinnen, was gerade in der Defensive zu bemerken war. Die Zuordnungen stimmten nicht und die Kielerinnen ließen durch harmlose Zweikämpfe den Gästen zu viel Raum, was gleich in der 2., 7. und 13. Minute bestraft wurde. Nicht nur die überragende und zweitligaerfahrene Nicole „Scholli“ Körner war in dieser Phase eine Nummer zu groß für die Kieler Defensive. Nur zögerlich kamen die Holsteinerinnen selber zu Torchancen. In der 22. Minute gelang dann Jenny Riemer der Anschlusstreffer zum 1:3, der wieder etwas Hoffnung in das Kieler Spiel brachte. Auch nach dem erneuten Rückschlag in der 27. Minute zum 1:4 war nicht an Aufgeben zu denken. Kurz vor der Halbzeit wurde wiederum durch Riemer auf 2:4 nach Vorarbeit durch Saine verkürzt.

Nach der Halbzeitansprache bot sich den Zuschauern ein anderes Bild. Die Kielerinnen nahmen das Heft in die Hand und nutzen mehr und mehr ihre konditionelle Überlegenheit. In der 50. Minute schaffte Saine den erneuten Anschluss zum 3:4 und Kiel drückte weiter auf das Tor der Ratekauerinnen, die sich lediglich aufs Kontern beschränkten. Einer dieser Konter wurde in der 64. Minute durch eine Unkonzentriertheit und Inkonsequenz in der Kieler Innenverteidigung durch einen Abpraller als klassisches „Ping-Pog“-Tor genutzt und somit auf 3:5 erhöht. Im sofortigen Gegenzug war die nicht nur durch den Doppelschlag gut aufspielende Jenny Riemer im Strafraum nur durch ein Foul zu stoppen. Den anschließenden Foulelfmeter von Selina Dittrich konnte die Torfrau aus Ratekau zwar parieren, aber für den zweiten Ball stand Saine bereit und machte ebenfalls ihr zweites Tor zum 4:5. Alle weiteren Kieler Bemühungen zum Ausgleich waren leider nicht erfolgreich, wodurch man sich wieder einmal geschlagen geben musste und weiterhin auf dem vorletzten Tabellenplatz mit nur drei Punkten steht. „Wir haben die erste Halbzeit vollkommen verschlafen, sind nicht in die Zweikämpfe gekommen und haben dem Gegner zu viel Platz gelassen. Das Aufbäumen der Mannschaft und vor allem die Art wie man sich in der zweiten Halbzeit präsentierte, lässt allerdings hoffen. Wir werden uns in den nächsten Spielen dafür belohnen. Der Ausfall von so vielen Stammkräften ist leider nicht zu kompensieren und Spielerinnen wie die Ratekauer Nicole Körner, die allein drei Tore gemacht und eins vorbereitet hat, bestrafen jeden Fehler gnadenlos. Nächste Woche im Derby gegen Rot-Schwarz Kiel müssen wir einfach einen Dreier einfahren. Wir haben aus dem Pokalfinale in der letzten Saison noch etwas gut zu machen und in der Meisterschaft steht Rot-Schwarz kurz vor uns – das wird ein heißer Tanz“, ärgerte sich Trainerin Svenja Nefen, deren Team mindestens einen Punkt verdient gehabt hätte.

U23 Holstein Women: Bornhöft - Kahveci, Müller, Eckhoff, Ewering - Dittrich, Fechner (80. Lorenzen), Ramirez-Mendez - Jensen, Saine, Riemer

TSV Ratekau: Moeller, Passow, Gramkow, Koldewey (23. Witt), Körner, Lumma (25. Kranz), Papenfuß, Hinkelmann (32. Schubert), Baade (25. Weigand), A. Renitz, Schöning

Schiedsrichter: Dariush Sommerfeld

Tore: 0:1 Gramkow (2.), 0:2 Körner (7.), 0:3 Körner (13.), 1:3 Riemer (22.), 1:4 Körner (27.), 2:4 Riemer (43.), 3:4 Saine (51.), 3:5 Papenfuß (61.), 4:5 Saine (64.)

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