Pokal-Packung für Holstein-Frauen

Holstein Kiel - SV Werder Bremen 0:15 (0:10)

Pia Wolter im Kopfballduell mit Kiels Tabea Lycke (re.)

Zum Nordderby in der ersten Runde des DFB-Pokals standen sich am Samstag, den 20.08.2016 die Frauen von Holstein Kiel und Werder Bremen auf der Waldwiese gegenüber. Aufgrund der Verletzung von Louisa Brauer und vieler urlaubsbedingter Ausfälle, mussten die Kielerinnen auf einige Führungsspielerinnen verzichten und traten mit einem Kader von nur 13 Spielerinnen an. Die Bundesliga-Absteiger aus Bremen galten als klarer Favorit für diese Begegnung. Für die Spielerinnen beider Teams, war das Spiel eine gute Gelegenheit, eine Woche vor dem ersten Ligaspiel sich den Trainern zu zeigen und eine Option für die Startaufstellung zu bieten.

Wie erwartet, machten die Gäste von Beginn an Druck um das Spiel früh zu entscheiden. Die ersten Minuten konnten die Kielerinnen noch gut dagegen halten und die weiten Bälle in den Rücken der Abwehr klären, doch schon nach fünf Minuten kamen sie einmal nicht schnell genug hinterher und der Ball zappelte das erste Mal im Netz. Torschützin war Stafanie-Antonia Sanders. Das zweite Tor fiel in der elften Minute, nachdem Holsteins Abwehr den Ball nicht konsequent klären konnte. Cindy König mit einem starken Schuss aus der zweiten Reihe. Die Bremerinnen machten weiter Druck und ließen ihren Gegnern keine Chance, einen Fuß in die Partie zu bekommen. Der Ball lief gut durch die Bremer Reihen und die Kielerinnen kamen grundsätzlich einen Schritt zu spät. Mit gezielten langen Bällen auf die schnellen Stürmerinnen von der Weser hebelten meistens die gesamte Abwehrreihe der Gastgeberinnen aus. Bis zur Halbzeit kamen machten sie daraus acht Tore. Es trafen Pia-Sophie Wolter (17., 42.), erneut König (19., 35., 38.) und Sanders (25., 30.) und Jessica Golebiewski (44.). Einzig der stark aufspielende Victoria Bendt im Kieler Tor war es zu verdanken, dass es zur Halbzeit „nur“ 0:10 stand. Trotz der vielen Gegentore, konnten die Kielerinnen ab und zu auch ihre Klasse beweisen und ließen den Ball gut laufen, wo jedoch bestenfalls nur eine Ecke das Ergebnis war.

Nach der Halbzeit bietet sich den 150 Zuschauern das gleiche Bild. Die Gäste beherrschten Ball und Gegner. Die Kielerinnen bekamen wie auch in der ersten Halbzeit keinen Zugriff auf den Ball und liefen nur hinterher. Die logische Folge darauf was das 0:11 in der 52. Minute wieder durch Golebiewski. In der 61. Minute kam es dann endlich zu dem ersten Torschuss Richtung Bremer Tor. Der Schuss von Holsteins Kapitänin Emine Ibrahimi ging knapp am Tor vorbei. Das erste Mal musste Bremens Torhüterin Anna-Catharina Bockhorst in der 73. Minute eingreifen. Nachdem Sarah Begunk Bremens letzter Abwehrspielerin den Ball abgenommen hat, sah sie, dass Bockhorst zu weit vor ihrem Tor stand. Den Lupfer konnte sie jedoch sicher abfangen. Zuvor kam es in der 66. Minute zum 0:12 durch Michelle Ulbrich. Das 0:13 erzielte Golebiewski in der 75. Minute. Nachdem in der ersten Halbzeit ein Handelfmeter für die Bremerinnen nicht gegeben wurde, entschied die Schiedsrichterin in der 76. Minute auf Foul im Kieler Strafraum. Die eingewechselte Meggie Schröder verwandelte souverän: 0:14. Nach diesem Tor schalteten die Gäste einen Gang zurück und die Kielerinnen kamen immer wieder für längere Zeit in Ballbesitz. Diese Freiheit konnten sie jedoch nicht nutzen. Die beste Chance in dieser Phase ergab sich nach einem gut getretenen Freistoß von Ibrahimi. Der Ball fliegt knapp an Dorit Evers' Kopf vorbei ins Toraus. Den Schlusspunkt setzt Verena Volkmer in der 88. Minute mit ihrem Treffer zum 0:15.

Insgesamt war es ein ungefährdeter Sieg für Werder Bremen, die die Lücken in der Kieler Abwehr gnadenlos ausgenutzt haben. Die mit Abstand beste Spielerin der KSV stand heute zwischen den Pfosten, die mit einigen glänzenden Paraden Schlimmeres verhinderte und ihre Vorderleute bis zur letzten Sekunde lautstark gecoachte.

Obwohl sich die Kielerinnen im Vorhinein keine großen Chancen ausgerechnet hatte, hatte wohl niemand mit einer 0:15-Blamage gerechnet. Jetzt heißt es, aus den Fehlern zu lernen und nächste Woche zum Ligaauftakt gestärkt in das Spiel gegen Bergedorf 85 zu gehen. Der SV Werder Bremen empfängt in der 2. Bundesliga Arminia Bielefeld. Wir wünschen beiden Mannschaften einen guten Start in die Liga und eine erfolgreiche Saison.

Aufstellungen:

Holstein Kiel: Bendt (TW), Ibrahimi (C), Ziegler, Rose, Evers, Begunk, Lycke, Block (62. Pirotton), Müller (46. Riemer), Staben, Möller

SV Werder Bremen: Bockhorst (TW), Mölter, Ulbrich, Eta (C), Scholz, Schiechtl, Wolter (Volkmer), König, Toth (46. Schröder), Sanders, Wallenhorst (36. Golebiewski)

Tore: 0:1, 0:5, 0:6 Sanders (5., 25,, 30.), 0:2, 0:4, 0:7, 0:8 König (11., 18., 35., 37.), 0:3, 0:9, Wolter (17., 41.), 0:10, 0:11, 0:13 Golebiewski (44., 52., 74.), 0:12 Ulbrich (65.), 0:14 Schröder (76. FE), 0:15 Volkmer (87.)

Schiedsrichter: Feldmann (Nicolai, Goldenstein)

Zuschauer: 150

Zurück

Fanshop

Holstein TV

Tickets