Störcheclub erobert Leipzig

Zum Duell der KSV bei den "Roten Bullen“

Leipzig – eine aufstrebende Wirtschaftsmetropole mit viel Tradition. Immerhin wurde hier der Deutsche Fußballbund im Jahr 1900 gegründet. Im Gegensatz zum örtlichen Fußballprimus RB Leipzig, der ärgster Konkurrent der Kieler Störche in der aktuellen Saison ist. Am 13. November kam es zum „Duell der Giganten“, das sich der Störcheclub natürlich nicht entgehen lassen wollte. Gemeinsam machten sich die Holstein-Sponsoren auf eine bunte Tour Richtung Sachsen.

Die Sonne lachte vom Kieler Himmel, als sich am Wochenende des 12. und 13. November ein 55-köpfiger-Tross aus Störcheclub-Mitgliedern und Holstein-Mitarbeitern mit einem Bus der Rendsburger Firma Sievers auf den Weg Richtung Leipzig machte. Die Sponsorenvereinigung wollte natürlich mit dabei sein, wenn es in der WM-Arena der Sachsen-Metropole zum „Duell der Giganten“ zwischen RB Leipzig und Holstein Kiel kommen würde. Neben dem Störchetross war der Bus bis unters Dach mit belegten Brötchen, Kuchen, Obst und allerlei Getränken gefüllt. Famila und Steiskal hatten großzügig für die Reiseverpflegung gesorgt. Mit an Bord waren neben Geschäftsführer und Tour-Organisator Wolfgang Schwenke auch KSV-Präsident Roland Reime und der Aufsichtsrats-Vorsitzende Stefan Tholund. Nachdem die erste Störcheclub-Exkursion nach Sylt ein voller Erfolg gewesen war, hoffte die Reisegesellschaft diesmal darauf, in Leipzig auch sportlich für Furore sorgen zu können. Ziel war die Verteidigung der Regionalliga-Spitze. Und für dieses Ziel wollte der Störcheclub die Kieler Störche in der „Brausearena“ tatkräftig unterstützen.

Ein zünftiger Abend

Nach einer rund sechsstündigen Busfahrt mit reichlich Holstein-Toren auf den installierten Bildschirmen erreichte der Kieler Tross das Mercure Hotel. Nach kurzem Frischmachen ging es in den Ratskeller. Dort sollte der Vorabend des Regionalliga-Top-Spiels in historischem Ambiente und mit zünftiger Verpflegung der erste Höhepunkt der Exkursion werden. Präsident Roland Reime und Geschäftsführer Wolfgang Schwenke eröffneten nach ihren Begrüßungsreden das Sieben-Gänge-Menü. Bei Schafskäsewürfeln, gebackenen Putenschenkeln, glaciertem Kasslerbraten und gebratenem Heidelamm und einigem mehr wurde über Sportliches, Geschäftliches, aber auch Persönliches philosophiert. Störcheclub-Sprecher Uli Kauffmann meinte angetan: „Der Störcheclub wächst immer mehr zu einem verschworenen Team zusammen. Solche Abende wie dieser sind eine ganz tolle Sache. Da hat Wolfgang Schwenke mit seinem Team ganze Arbeit geleistet.“ Die gute Laune der Kieler übertrug sich auch auf die Leipziger Gemüter, die sich zu späterer Stunde als Kiel-Fans entpuppten – zumindest für dieses Wochenende. O-Ton in einwandfreiem Sächsisch: „Sehd zü, dass Ior de Bräusegiggor b’sieschn düt!“ (Zu Deutsch: Haut die Brausekicker aus der Arena!).Am Ende des überaus geselligen Abends „eroberten“ zahlreiche Störcheclub-Mitglieder das nächtliche Kulturleben, andere bevorzugten aufgrund steigender Vorfreude, Aufregung und des üblichen Nervenkitzels vor Holstein-Spielen die Nachtruhe im Hotel.

Bunte Stadtrundfahrt

Frisch und fröhlich versammelten sich die Störcheclub-Mitglieder am Sonntagmorgen um 10 Uhr am Reisebus und wurden dort von der Stadtführerin „Karin“ begrüßt, die nicht nur auf eine erfolgreiche Sportlerkarriere zurückblicken konnte, sondern auch auf Anhieb in der Lage war, die Kieler Fußball-Fangemeinde für sich einzunehmen. Nur Busfahrer Jörg hätte wohl lieber die weiblich-sanfte Stimme eines Navigationsgeräts gehört, per „Zick-Zack“ ging es zwei Stunden lang auf das Kommando der rüstigen Reiseführerin auf Stadtrundfahrt. Während Jörg den Reisebus auch durch Leipzigs engste Straßen manövrieren musste, erhielten die Holsteiner einen tollen Eindruck von der aufstrebenden Metropole. Neben der berühmten Thomaskirche, den Orten der Freiheitsbewegung sowie dem Besuch des historischen Stadtkerns stand natürlich auch ein kurzer Abstecher zum Red Bull-Trainingsgelände in Leutzsch auf dem Programm. Das obligatorische Gruppenfoto am Völkerschlachtsdenkmal versetzte dann den Störcheclub endgültig in die nötige „Angriffslust“ für das bevorstehende Spitzenspiel in der Red Bull Arena. Und Busfahrer Jörg war froh, dass die Zufahrt zum Stadion über eine Hauptstraße erfolgte.

Rekordkulisse

Die WM-Arena bot ein eindrucksvolles Bild. Über 16000 Zuschauer sorgten für eine Zweitliga reife Kulisse. Und die Kieler Anhänger auf der VIP-Tribüne, inzwischen verstärkt durch den Ministerpräsidenten Peter Harry Carstensen, taten alles dafür, der Stimmgewalt der gegnerischen Fans lautstark entgegenzutreten. Es war ein rasantes und spannungsgeladenes Spiel zweier Mannschaften auf Augenhöhe. Leider gelang es den Störchen nicht, die 1:0-Führung durch den verwandelten Foulelfmeter von Rafael Kazior in die Halbzeit zu retten. Nur kurz nach dem Kieler Tor sorgte RB-Goalgetter Daniel Frahn, ebenfalls per Foulelfmeter, für den Ausgleich. Die zweite Hälfte blieb heiß umkämpft – mit dem besseren Ende für die Gastgeber. Erneut war es Frahn, der den prächtig aufgelegten KSV-Schlussmann Morten Jensen bezwingen konnte. Zu allem Überfluss verpasste Tim Siedschlag kurz vor dem Schlusspfiff bei seinem „Riesen“ den eigentlich verdienten Ausgleichstreffer. Ohne Punkte ging es auf die lange Heimreise. Der Frust im Lager der Störche währte aber nicht lange. Nach ausgiebiger Spielanalyse war klar: Spätestens im Rückspiel soll die Revanche für die unglückliche Niederlage erfolgen. Und spätestens dann werden die Störcheclub-Mitglieder das von Happy Book-Chef Enrico Waehnke kreierte T-Shirt mit der Aufschrift „Bullen Bezwinger“ voller Stolz tragen. Dann hoffentlich wieder als Spitzenreiter. Auf alle Fälle war die Sachsen-Exkursion für alle Mitreisenden ein tolles Erlebnis, auch wenn am Ende mindestens ein Zähler im Gepäck fehlte.

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