Neue Pläne in den 90ern

Nach dem Abstieg aus der 2. Liga am Ende der Saison 1980/81 konnten notwendige Baumaßnahmen und Sanierungspläne erst einmal für Jahre zurückgestellt werden. Erst im Frühjahr 1994 gab es dann wieder größere Schlagzeilen um das Holstein-Stadion. Der Kieler Bauunternehmer und damalige Holstein-Sponsor Jens Solterbeck wollte die inzwischen marode Arena komplett sanieren und ausbauen. Der Plan sah vor, dass die Sport-Marketing GmbH der KSV das Stadion für 500.000 DM zurückkaufen würde. Der gewichtige „Jonny“ Solterbeck wollte ganz selbstlos zwei bis drei Millionen in das Stadion investieren. Seine einzige Forderung: Die künftige Arena sollte der Name seiner Mutter („Erika-Solterbeck-Stadion“) schmücken. Der sportbegeisterte Unternehmer hatte bei seinen Planungen nichts vergessen. Auf der bis heute fehlenden Anzeigetafel prangte schon einmal Solterbecks Wunschgegner „Inter Mailand“. Doch so schnell die Pläne und Gespräche aufgekommen waren, so schnell waren sämtliche Hoffnungen und Visionen auch wieder vom Tisch. Spätestens nach dem Konkurs des Baulöwen Solterbeck wurde es dann wieder deutlich ruhiger um die traditionsreiche Kieler Sportstätte.

Außer kleinen Schönheitsreparaturen passierte danach nichts mehr, ehe die Arena im März 2000 durch die Sperrung von drei Tribünenseiten in die Schlagzeilen gelangte. Bis zum Sommer wurden zwar einige Teile der Stehränge notdürftig repariert, doch inzwischen hatte eine heftige Diskussion der Stadionfrage im Verein, aber auch in der Kieler Bevölkerung ausgelöst. Die Footballer beklagten neben dem Zustand und der mangelnden Infrastruktur zudem, dass die Anwohner den Lärmpegel nicht mehr tolerierten. Somit gab es zwei Alternativen in der Diskussion. Da plädierten einige für einen Umbau des bestehenden Stadions, durch den gleichzeitig etwas Raum für Gewerbefläche geschaffen werden sollte. Holstein müsste seine langjährige Heimat nicht verlassen. Die andere Möglichkeit stellte ein „Sport- und Kulturpark“ auf dem Nordmark-Sportfeld dar, in den ein neues Holstein-Stadion eingebettet werden sollte und der die Konzentration verschiedener Sportevents an einem Ort sowie die Möglichkeit, über Konzerte und Showveranstaltungen Geld zur Kostendeckung zu verdienen, möglich machen sollte.

Es folgte ein einstimmiger Beschluss der Ratsfraktionen: Der (Teil-)Verkauf des alten Stadion-Geländes soll den finanziellen Grundstock für den Neubau legen. „Zu welcher Lösung man auch immer kommen sollte, wichtig ist nur, dass eine schnelle Lösung gefunden wird“, äußerte Vereinschef Dr. Sven Jacob stellvertretend für alle Fußball-Fans in Kiel. Eine Entscheidung für eine der beiden Alternativen war jedoch im Sommer 2000 und auch in den Jahren danach nicht zu finden. Doch immerhin: Allen Verantwortungsträgern aus Politik und Sport war seitdem der Handlungsbedarf bewusst geworden, so dass Holstein Kiel optimistisch einer Lösung entgegensehen durfte.