Riecks reist: Teil 6 - Brisbane Roar

Der NLZ-Coach Christian Riecks hospitiert bei Vereinen im In- und Ausland - und berichtet hier darüber

Riecks war natürlich auch im Stadion von Brisbane Roar

Moin an die Förde,

mein Name ist Christian Riecks und ich bin seit Februar 2012 für die Jungstörche aktiv. In diesem Jahr mache ich ein sogenanntes „Sabattical“ und hospitiere dabei bei verschiedenen Vereinen im In- und Ausland. So erhoffe ich mir, mit einem großen Fundus an Ideen an die Förde zurückzukommen, um die Nachwuchsarbeit bei der KSV weiter voran zu bringen.

Im Januar und Februar 2019 konnte ich mir einen Traum erfüllen und bin zwei Monate durch Australien gereist. Ein Land, besser gesagt ein Kontinent, den ich schon als Jugendlicher unbedingt besuchen wollte. Nun hat es geklappt. Ein wunderschönes, aber auch unfassbar großes Land.

Neben vielen Sehenswürdigkeiten konnte ich es nicht lassen und habe auch „Down Under“ einen Fußballverein besucht. Eine Woche lang habe ich dem Nachwuchs von Brisbane Roar, dem Ex-Club von Thomas Broich, über die Schulter schauen dürfen. Während der Verein vor einigen Jahren mit Broich noch Meistertitel feiern durfte, findet sich der Klub aktuell im Tabellenkeller wieder.

Man merkt, dass in Australien Fußball nicht die Sportart Nummer 1 ist. Die Begeisterung für diesen Sport und somit auch die Masse an Nachwuchsspielern hält sich noch in Grenzen, wobei der australische Fußballverband viel unternimmt, um dies zu ändern. Infrastrukturell hat Brisbane Roar große Defizite. Aufgrund der Wetterlage („Wenn es hier regnet, dann regnet es richtig“) ist der Verein auf einen Kunstrasenplatz angewiesen. Davon existiert in der Stadt mit knapp 2,5 Millionen Einwohnern aber nur ein einziger – und der gehört der Universität. Der Verein mietet den Platz täglich von 17 bis 19 Uhr an und muss dann zusehen, dass sich die Teams von der U13 bis zur U17 den Platz teilen. So trainieren immer vier Teams gleichzeitig auf einem einzigen Kunstrasenplatz, auf dem es nur zwei Tore gibt. Dies stellt natürlich weder die Trainer noch die Spieler zufrieden. In der Region Brisbane existiert ein jahrgangsbezogener Spielbetrieb und die Teams von Brisbane Roar spielen jeweils in der nächst höheren Jahrgangsstufe. Eine U19 hat der Verein nicht, da diese Spieler dann bereits Spieler der Profis oder des Reserveteams sind. Durch die Teilnahme am Spielbetrieb mit Älteren existiert eine körperliche Unterlegenheit. Dies ist der Grund für die Ausbildungsphilosophie, die bereits in der U13 mannschaftstaktische Inhalte vorsieht.

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