50 Jahre Deutsche Meisterschaft

6 Fakten zum nächsten Gegner Eintracht Braunschweig

Daniel Teixiera (re.) im Holsteintrikot gegen die Löwen

Am Freitag um 20.45 Uhr kommt es im Holstein-Stadion zum traditionsreichen Pokal-Duell zwischen Holstein Kiel und Eintracht Braunschweig. Beide Teams wollen unbedingt die 2. Runde erreichen. Wir stellen Ihnen den BTSV mit spannenden Fakten etwas genauer vor.

Der wichtigste Tag: Am schicksalsträchtigen Tag 6. Mai 1963 erhielt Eintracht Braunschweig bei der Wahl der 16 Bundesliga-Gründungsmitglieder neben dem Hamburger SV und Werder Bremen überraschend den dritten norddeutschen Startplatz. Ein Keulenschlag für den Erzrivalen Hannover 96, der in einer Zwölf-Jahres-Bilanz in puncto Wirtschaftlichkeit und mit dem größten Stadion in der Wertung eigentlich deutliche Vorteile besaß. Auch Holstein Kiel schaute in die Röhre. Die mäßige Oberliga-Rückrunde und Platz 5 in der Endabrechnung ließen alle Träume platzen.

Der größte Tag: Eigentlich wollte die Eintracht in der Saison 1966/67 nur die Klasse halten. Eine Truppe voller Herz, mit echten Typen, mit Leidenschaft und Kampfgeist holte am Ende jedoch sensationell die Deutsche Meisterschaft - vor 1860 München und Borussia Dortmund. Der 2:1-Sieg am Gladbacher Bökelberg brachte am 32. Spieltag die Vorentscheidung. „Zur Eintracht kommen die Fans, weil sie die Liebe zum Verein mit der Muttermilch aufgesogen haben“, sagte einer der Helden, Torhüter Horst Wolter. In diesem Jahr feiern die Löwen das 50. Jubiläum der Meisterschaft.

Die Trainerlegende: Helmuth Johannsen krönte 1967 mit der Deutschen Meisterschaft sein Lebenswerk als Trainer. Die Trainer-Ikone, die auch von 1954 bis 1961 sieben Jahre lang erfolgreich beim damaligen Erstligisten Holstein Kiel an der Seitenlinie stand, war für viele eine Vaterfigur. Er ließ sich nichts vormachen und hatte seine Spieler fest im Blick. Johannsen galt als Pädagoge unter den Trainern und verstand sich auch selber so. Johannsen erlebte als Bundesliga-Trainer (u.a. Hannover 96) 347 Spiele.

Die legendärsten Spiele: Die Eintracht stand 1967/68 im Europapokal der Landesmeister. Gegen Juventus Turin stand man kurz vor der Sensation. Am Ende reichte es nicht, auch deshalb, weil Eintracht-Profi Peter Kaack beim 3:2-Sieg im Hinspiel am 31. Januar 1968 gleich zwei Eigentore fabrizierte. Beim Rückspiel in Turin am 28. Februar 1968 hielten die Löwen bis zur 88. Minute ein 0:0. Das Halbfinale war zum Greifen nahe. Dann dribbelte der Turiner Luis Del Sol durch das gesamte Mittelfeld und beendete die Braunschweiger Europapokal-Träume.

Der prominenteste Spieler: Auch wenn er nur eine Saison bei den Löwen verbrachte, der wohl prominenteste Spieler der Eintracht-Historie war der 1974er-Weltmeister Paul Breitner. Nach drei Jahren bei Real Madrid gab es in der Bundesliga keinen Verein, der die für Breitner geforderte Ablösesumme von 1,6 Millionen DM zahlen mochte – außer Günter Mast. Der Hauptsponsor der Eintracht und Geschäftsführer der Firma Jägermeister stellte die Summe bereit und brachte Breitner mit einem Jahresgehalt von 400.000 Mark zu den Löwen. Die Integration von Breitner in das bestehende Umfeld misslang. Trotzdem erzielte er in dieser Saison zehn Tore für Braunschweig.

Ewige Tabelle: 21 Jahre lang spielte Eintracht Braunschweig in der 1. Bundesliga und rangiert in der Ewigen Tabelle auf einem stolzen 20. Rang, noch vor den beiden Kultklubs 1860 München und dem FC St. Pauli.

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