Bitterer Abstieg für U17 bei Roten Bullen

B-Junioren Bundesliga: Rasen Ballsport Leipzig - Holstein Kiel 3:1 (0:0)

Die Kieler U17-Spieler sanken nach Abpfiff enttäuscht und erschöpft zu Boden

 

Holsteins U17 ist am Samstag nach der 1:3-Niederlage bei RB Leipzig aus der B-Junioren Bundesliga Nord/Nordost abgestiegen. Trotz einer streckenweise beeindruckenden Leistung fehlte der KSV vor 331 Zuschauer im Trainingszentrum des Bundesligisten vor dem Tor einfach die notwendige Kaltschnäuzigkeit.

Im ersten Durchgang wehrte sich Holstein gegen die spielstarken Platzherren in einer offenen, attraktiven Partie hervorragend, nur selten kam RB zu echten Torchancen. Bis zur Pause hielt KSV-Keeper Noah Oberbeck seinen Kasten sauber, die Kieler Deckung hatte die Leipziger Offensive weitestgehend im Griff. Auch offensiv traten die Jungstörche in Erscheinung: Faris Moumouni drang in den Strafraum ein, scheiterte aber an RB-Schlussmann Tim Schreiber, Jan Lippegaus setzte seine Direktabnahme übers gegnerische Gehäuse und Serkan Yildirimers Schuss prallte vom Innenpfosten zurück ins Feld.

Nach dem Wechsel wurde RB stärker, doch Holstein hatte das erlösende 1:0 immer wieder auf dem Fuß. Den Leipziger Führungstreffer von Nasuhi Jones (69.) konnte die Schwennicke-Elf durch das Tor von Kapitän Yildirimer (71.) zwar noch ausgleichen, doch RB entschied durch den Doppelschlag von Marius Ihbe (77. und 80.+2) die Partie letztlich für sich. Am Ende flossen bittere Tränen bei den Jungstörchen, die vor allem durch Offensivkraft Moumouni immer wieder gefährlich vor dem Leipziger Tor aufgetaucht waren - doch ohne die dringend notwendige Portion Glück. Hinzu kam, dass die Gastgeber mit Torwart Schreiber einen überragenden Rückhalt im Tor hatten, der RB mehrfach vor weiteren Gegentreffern bewahrte.

Finn Jaensch, Sportlicher Leiter des NLZ, meinte nach dem Abpfiff enttäuscht: „Wir sind jetzt alle sehr gefrustet. Die Jungs haben heute noch einmal alles rausgehauen, das ist sehr unglücklich. Heute hat für uns in zahlreichen Situationen nicht viel gefehlt. Dann geraten wir trotz des Ausgleichs nach eigenem Fehler auf die Verliererstraße. So ist der Fußball leider manchmal.“ Auch Michael Schwennicke war nach der Partie natürlich enttäuscht, zumal seine Spieler eine starke Vorstellung gezeigt hatten. „Die Jungs haben einen richtig guten Job gemacht. Wenn wir diesen Ergebnisdruck nicht gehabt hätten, wäre die Partie vielleicht auch Unentschieden geendet, was umso bitterer ist, weil im Nachhinein ein Punkt sogar zum Klassenerhalt gereicht hätte“, haderte Holsteins U17-Coach auch im Hinblick darauf, dass sich die eigene Konstellation durch den Spielverlauf bei der Parallelpartie von Abstiegskonkurrent Dynamo Dresden gegen den Hamburger SV (2:3) mehrfach geändert hatte. „Sowohl in diesem Spiel als auch in vielen anderen Begegnungen in dieser Saison hätten wir die Möglichkeit gehabt, mehr Punkte zu holen“, sprach Schwennicke anschließend von einer „Saison der verpassten Chancen“, in der in vielen Spielen das letzte Quäntchen fehlte. Umso schmerzhafter sei der Abstieg, weil der Klassenerhalt durchaus im Bereich des Möglichen gewesen sei, so der U17-Coach. Durch die Niederlage der Dresdner gegen den HSV hätte den Kielern bereits ein Remis in Leipzig für den Ligaverbleib gereicht. So jedoch fehlte exakt ein Punkt zum Klassenerhalt, sodass die U17 in der kommenden Saison in der B-Junioren Regionalliga Nord spielen wird.

U17: Oberbeck – Iatskevitch (78. Alkas), Reimers (52. Arndt), Kiewald, Lippegaus – Yildirimer (71. Rezai), Sterner, Scheller, Knuth – Moumouni, Lipkow (64. Ehlers).

Schiedsrichter: Wiethüchter (Berlin) – Tore: 1:0 Jones (69.), 1:1 Yildirimer (71.), 2:1 Ihbe (77.), 3:1 Ihbe (80.+2) – Zuschauer: 331.

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