Nach dem 2. Weltkrieg

Nach Ende des 2. Weltkriegs glich der Holsteinplatz einem Trümmerfeld. Die Tribüne war völlig zerstört, auf dem Spielfeld klaffte ein riesiger Bombenkrater. Ende 1945 konnte zumindest das notdürftig hergerichtete Spielfeld wieder für die Benutzung freigegeben werden, doch bis die Arena erneut im vollen Glanze erstrahlte, dauerte es noch bis zum Sommer 1949. Freilich fehlte noch immer eine Tribüne, deren Neubau angesichts der klammen Finanzlage nicht zu finanzieren war. Der Vorsitzende Ernst Föge trieb die Idee der von ihm erträumten großen überdachten Sitzplatztribüne mit Umkleidekabinen, Gastronomiebereich etc. dennoch unermüdlich voran. Für ihn war es unabdingbar, dass die Störche ihrem zahlenden Publikum ein Mindestmaß an Komfort bieten mussten, außerdem brauchte der Klub ein Zentrum mit Gaststätte, Umkleidekabinen etc. Die Verwirklichung seines Traums war allerdings Föges Nachfolger Hermann Langness vorbehalten, denn Ernst Föge verstarb völlig überraschend im Oktober 1949. Langness hatte daraufhin wieder die Vereinsführung übernommen und die Planungen fortgesetzt und intensiviert. Da sich die wirtschaftliche Situation nach der Währungsreform zudem deutlich gebessert hatte, rückte die Realisierung des ehrgeizigen Projektes allmählich näher.

Als Vorbild diente der KSV Holstein die Tribüne in Flensburg, die Hermann Langness bei einem Besuch des dortigen Volksparkstadions mit großem Interesse inspiziert hatte. Aus Gründen der Zweckmäßigkeit wurde der Neubau auf der Geraden am Mühlenweg geplant, also jener Seite, auf der schon die 1921 von einer Windhose zerstörte Tribüne gestanden hatte. Dies erfolgte nicht zuletzt wegen der geplanten städtischen Straßenumbaumaßnahmen im Bereich Westring. Nun ging alles ganz schnell. Am 21. März 1950 legte Hermann Langness den Grundstein für die von Addi Hoff entworfene Tribüne, die 1.020 Sitzplätze, Umkleidekabinen, Geschäftsräume, einen Klubraum sowie eine Wohnung für den Platzwart vorsah, und am 4. Mai 1950 konnte bereits Richtfest gefeiert werden. In seiner Festrede sprach Hermann Langness übrigens davon, dass das Bauwerk, „wenn nicht kriegerische Ereignisse eintreten, wovor wir bewahrt bleiben mögen, die nächsten 100 Jahre überdauern wird“.

Am 28. Juni 1950 wurde die Tribüne mit einem Freundschaftsspiel gegen Schalke 04 (2:2) schließlich feierlich eingeweiht. Da gleichzeitig die Traversen auf der Gegengeraden erweitert worden waren, wies das Holstein-Stadion nun ein Fassungsvermögen von rund 30.000 Zuschauern auf, was für den Oberligaspielbetrieb nach dem Krieg allemal ausreichte.

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