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Karfreitag 1951 - Ein ewiger Zuschauerrekord

Am Karfreitag 1951 erlebte das Holstein-Stadion einen Zuschauerrekord für die Ewigkeit. 30.000 Besucher wollten den großen HSV live erleben und sahen am Ende ein packendes 3:3. Die Sportzeitungen berichteten damals:

„Seit dem 3. Platz in der Deutschen Meisterschaft 1943 war es an der Kieler Förde fußballerisch etwas ruhiger geworden. Hamburg hatte endgültig die Vorherrschaft im Norden angetreten und immer dann, wenn die Hamburger Spitzenmannschaften in Kiel erschienen, dann war es so etwas wie eine Ehrenpflicht für die Holsteiner, den Sieg zu Haus zu behalten, zumindest aber bis zum letzten Augenblick um ihn zu kämpfen.

Am Karfreitag zogen sie hinaus nach dem Holsteinplatz, Tausende und Abertausende. Ein scheußlicher Tag. Dicke, graue, tiefhängende Wolken trieben vor dem kalten Winde. Den ganzen Donnerstag hatte es geregnet, und auch jetzt noch spühten Schauer über die verschlammten Straßen. Aber was bedeutet das schon angesichts des bevorstehenden Ereignisses! Hier war mal wieder die große Abrechnung fällig. Es ging gegen Hamburg, es ging gegen den alten Rivalen HSV!

Für die Störche bot sich die Möglichkeit, endlich wieder an den Endspielen zur Deutschen Fußballmeisterschaft teilzunehmen. Man schielte nicht unbedingt nach dem Titel der Oberliga Nord, gewiss aber zum zweiten Platz, der für die Teilnahme an den Gruppenspielen genügte. Seit Beginn der Saison 1050/51 war die KSV daheim ungeschlagen. Hatte man nicht allen Gegner gezeigt, dass der gefürchtete Holsteingeist, der Holstein groß gemacht hatte, noch lebte? Und während 30.000 hoffnungsfreudige Schleswig-Holsteiner sich unter jagenden Wolken den Mantelkragen hochschlugen, begann das Spiel.

Das Kriegsgeschrei der 30.000 verstummte etwas, als der der HSV mit 1:0 in Führung ging, um mit verdoppelter Lautstärke wiederzukehren, als Holstein zu stürmischen Gegenangriffen ansetzte. Wie schneidig spielten die Kieler auf, das war Leidenschaft und Einsatz! Und da hatten sie auch schon ausgeglichen. Es wäre angesichts des Elans der Kieler und dieser nie abebbenden Brandung anfeuernder Rufe nicht verwunderlich gewesen, wenn der Hamburger Sportverein jetzt oder später die Nerven verloren hätte. Aber der HSV bewahrte die Ruhe, kam in einer wunderbaren Entfaltung der Kräfte zu einer 3:1 Führung. Doch Kiels Elan hielt an, verdoppelte sich sogar, führte nicht nur zum Anschlusstreffer, sondern sogar zum Ausgleich.

30.000 Schleswig-Holsteiner hätten brennend gern einen Sieg der Kieler Störche gesehen, und kaum einer hat mit der Kraft der Stimme und der Lungen gespart. Aber als sich die Mannschaften 3:3 trennten, war man auch zufrieden. Es war ein großer Kampf gewesen."