Die Kieler Sportvereinigung ,,Holstein" von 1900 e.V.

Gründung des 1. KFV von 1900

Am Morgen des 7. Oktobers 1900 - es war ein Sonntag - fuhren neun junge sportbegeisterte Mitglieder der Spielabteilung des Kieler Männerturnvereins von 1844 mit der Eisenbahn nach Lübeck, um dort ein Fußballwettspiel gegen eine Mannschaft der Lübecker Turnerschaft auszutragen. Nicht aus Oppositionsgeist, sondern aus Liebe und Begeisterung für das Fußballspiel, dem sie sich verschrieben hatten, hatten diese neun den Entschluß gefaßt, ohne Einwilligung des Turnrats auf eigene Verantwortung das Spiel auszutragen.

Dieser Sonntagvormittag wurde die Geburtsstunde der Kieler Sportvereinigung ,,Holstein" und damit zugleich der eigentliche Geburtstag des Kieler Fußballsports überhaupt. Neun abhängige, in ihren Interessen unverstandene Angehörige eines Jahrzehnte alten Turnvereins, dessen Gericht sie wegen ihrer mutigen Tat, wenn auch nicht fürchteten, aber doch erwarten mußten, hatten in Kiel den Zug bestiegen; neun unabhängige in ihrer Bewegungsfreiheit uneingeengte Mitglieder verließen ihn in Lübeck. Auf der Fahrt hatten sie der bereits erfolgten inneren Loslösung von ihrem Mutterverein die äußere Trennung folgen lassen und den 1. Kieler Fußball-Verein von 1900 aus der Taufe gehoben. Das waren ihre Namen: Andrae, Bauer, Beler, Blaschke, Hudemann, Leuenhagen, Niederehe, Roland und Stange.

Blaschke wurde zum Vorsitzenden, Beier zum 1. Spielführer ernannt. Damit waren zwei Sportsleute an die Spitze der neuen Gründung getreten, die von vornherein für ihre Lebenskraft die sicherste Gewähr bote.

Gründung des FV ,,Holstein" von 1902

Reichlich eineinhalb Jahre später fanden sich am 4. Mai 1902, ebenfalls an einem Sonntag, in einer Gartenbude am Knooper Weg drei Schüler der Oberrealschule 1 an der Waitzstraße zu dem kühnen Plan der Gründung eines neuen Sportvereins zusammen: Friedrich Brügmann, Walter Duden und Hans Gosch. Sie gründeten an diesem Tage den FC ,,Holstein" von 1902.

Zusammenschluss der K.F.V. und des FC ,,Holstein"

Am 7. Juni 1917 tagten im ,,Zentral-Hotel" in gemeinsamer Sitzung die Mitglieder des 1. KFV von 1900 und des FV ,,Holstein" von 1902, 85 an der Zahl, und faßten nach lebhaftem Meinungsaustausch bei einer Stimmenthaltung einstimmig folgenden Beschluß:

,,Die Beschlüsse der beiden Vereine über ihren Zusammenschluß unter dem Namen ,,Kieler Sportvereinigung Holstein von 1900" e.V. werden gutgeheißen."

Holstein Kiel Deutscher Meister 1912

Lange ist es her, aber am 26.05.1912 wurde Holstein Kiel in Hamburg zum ersten Mal Deutscher Fußballmeister.
Gespielt wurde vor über 10.000 Zuschauern gegen den Karlsruher FV. 
Das Spiel wurde durch einen Elfmeter von Ernst Möller 1:0  gewonnen.

Homeister, Reese, Dehning, Zincke, Krogmann, Werner,  E. Möller,  W. Fick, Binder, H. Fick, Borck
Homeister, Reese, Dehning, Zincke, Krogmann, Werner, E. Möller, W. Fick, Binder, H. Fick, Borck

Holstein Kiel Deutscher Vize-Meister 1930

Am 22. Juni 1930 stand die KSV Holstein wieder im Enspiel um die Deutsche Meisterschaft.
Gegner war in Düsseldorf  vor 45.000 Zuschauern Hertha BSC Berlin.
Nach schneller 2:0-Führung und einem späterem 3:2-Stand unterlag Holstein am Ende nach großem Kampf mit 4:5 Toren.

Kramer, Lagerquist, Zimmermann, Baasch, Ohm, Lübke, Voß, Ritter (2 Tore), Ludwig (1), Widmaier (1), Esser
Kramer, Lagerquist, Zimmermann, Baasch, Ohm, Lübke, Voß, Ritter (2 Tore), Ludwig (1), Widmaier (1), Esser

Holstein Kiel Deutscher Amateurmeister 1961

Ein weiteres Datum das zur Holstein-Geschichte gehört, war der 24.06.1961. An diesem Tag wurde das Endspiel um die Deutsche Amateurmeisterschaft in Hannover ausgetragen. Es versammelten sich mehr als 70.000 Zuschauer im Niedersachsenstadion um das 5:1 zwischen Holstein Kiel und dem SV Siegburg 04 zu sehen.

ob.-lks: Hardies, Mund, Lempfert, Lankeit, Rautenberg, Meyer, Broszat, Krafczyk kniend: Schütt, Podlich, Berszuk, Balsam, Horn, Wolf
ob.-lks: Hardies, Mund, Lempfert, Lankeit, Rautenberg, Meyer, Broszat, Krafczyk kniend: Schütt, Podlich, Berszuk, Balsam, Horn, Wolf

Holstein Kiel Regionalliga-Meister 1965

Bis zum nächsten großen Ereignis dauerte es nur 4 Jahre. Holstein Kiel wurde 1965 Meister in der damaligen zweithöchsten Klasse, der Regionalliga. Nun ging es um den Aufstieg und man kämfte um einen Platz in der 1963 gegründeten Bundesliga. Holstein Kiel spielte in einer Gruppe mit Borussia M' Gladbach , SSV Reutlingen und Wormatia Worms. Das entscheidende Spiel gegen M' Gladbach wurde 1:0 verloren und die Borussia war in der Bundesliga, wo sie noch heute spielt.

v. lks. : Hartz, Hönig, Tams. Rohwedder, Jeß, Koll, Ehlers, Bähnck, Trainer Ullmann; kniend: Podlich, Saborowski, Wittmaack.Balsam, Pistauer, Harm.
v. lks. : Hartz, Hönig, Tams. Rohwedder, Jeß, Koll, Ehlers, Bähnck, Trainer Ullmann; kniend: Podlich, Saborowski, Wittmaack.Balsam, Pistauer, Harm.

Vor 24 Jahren im Oktober 1978:

Holstein begeisterte 14.000 Zuschauer
Gerechtes 2:2 nach tollen 90 Minuten

Holstein Kiel scheint in die Fußstapfen des THW Kiel zu treten, es bahnt sich eine Wachablösung an. Früher galt der THW im Hexenkessel der Ostseehalle, motiviert durch das Weltklasse-Publikum, als fast unschlagbar. Die Ostseehalle gleicht immer noch einem Hexenkessel, aber der THW ist inzwischen ziemlich harmlos auf heimischem Boden geworden.

Holstein Kiel - Rot-Weiß Essen 2:2
"Die KSV scheint hier in die Bresche zu springen. Holstein ist im Kieler Stadion eminent stark und die Kulisse fast noch atemberaubender als in der Ostseehalle. Gegen Rot-Weiß Essen waren es nun schon 14.000 Zuschauer, die Holstein nach vorn peitschten. Auf den Wogen der stimmgewaltigen Kulisse schafften die Kieler bisher (fast) immer das unmöglich Scheinende - jetzt auch wieder gegen den klaren Favoriten und BundesIiga-Absteiger aus Essen. Es scheint zur gesellschaftlichen Pflicht zu werden, zu Holsteins Heimspielen zu kommen. Das ist, vorausgesetzt die Mannschaft spielt weiter begeisternd, ein Kapital, um das viele Zweitliga-Vereine Holstein beneiden. Nicht einmal die Spitzenmannschaften können mit so konstanten Zahlen rechnen."

(Auszug aus " Sportinformation" Oktober 1978)