U13 PTSK/Women - Fischbek 4:5 (3:4) n. V.

Spannendes Landesfinale in der Verlängerung entschieden

Die U 13 der SG PTSK/Holstein Women unterlag im Endspiel der Landesmeisterschaft mit 4:5 nach Verlängerung der SG Fischbek. Dabei betrieben beide Seiten Werbung für den Mädchenfußball. Auch wenn in den ersten 30 Minuten beide Abwehrreihen einen Tag der offenen Tore zeigten. Ein sehr spannendes und nach dem 4:4 offenes Spiel fand mit einem Kracher von Orefice an die Unterlatte in der 68. Minute der 2 mal fünf Minuten Verlängerung die Entscheidung.

Vom Anpfiff an "Feuer unter dem Dach"

Die SG Fischbek hatte vor dem Match auf eine 6+1 Spielformation bestanden. Wie sich sehr schnell zeigte, hatte das Team um Trainerin Petra Abraham dafür gute Gründe. Der Ball lief präzise und schnell durch die eigenen Reihen, die Laufwege stimmten, hier spielte eine auf dieses Spielsystem eingespielte Truppe zusammen, wir mussten von Beginn an hellwach und konzentriert sein.Unsere Abwehr um Wienke Jannsen, die auf der für sie ungewohnten Position im Abwehrzentrum spielte, Sofie Spitz auf der rechten und Pia Suttkus auf der linken Abwehrseite wurden sofort in intensive Zweikämpfe verwickelt. In der Offensive mit Madita Thien zentral, Julie Kuring auf rechts und Dana Schröder auf links, passte in den ersten Spielminuten noch nicht so viel zusammen. Folgerichtig ging der Gegner durch einen Distanzschuss von der Strafraumgrenze schnell mit 1:0 in Führung. Unsere Torfrau Sarah Nicklaus reckte sich vergeblich nach dem hoch getretenen Ball. Unbeeindruckt von diesem Rückstand erzielten wir postwendend den 1:1-Ausgleichstreffer. Jule Kuring traf für unsere Farben.

Wer nun gedacht hätte, der Treffer würde unserem Spiel mehr Sicherheit geben, sah sich getäuscht. Die Mädchen der SG Fischbek waren weiterhin einen Tick schneller und wacher, in unserer Abwehrreihe gab es die eine oder andere Unaufmerksamkeit. Das Timing in den Zweikämpfen und bei der Ballannahme - insbesondere bei hohen Bällen - stimmte nicht. Allein Sofie Spitz bekämpfte in dieser Phase des Spiels ihre bärenstarke Gegenspielerin in der Intensität, wie es dieses Spiel erforderte und ließ auf ihrer Seite nichts zu. Aus einem nachlässigen Dribbling auf der linken Abwehrseite und einem unterlaufenen Ball im Abwehrzentrum fielen die nächsten Treffer für die SG Fischbek, plötzlich lagen wir mit 1:3 hinten. Der zahlreiche und lautstarke Fischbeker Anhang sah ihr Team auf der Siegerstrasse. Unser Anhang war doch sehr ruhig geworden...

files/bildarchiv/galerie-11-12/11_12_women/120610_u13_ptsk_women_sg_fischbek/120610_u13_sg_ptsk_women_sg_fischbek_finale_lm_100.jpgFür Dana Schröder spielte nun Selina Cerci. Sofort bekam das Offensivspiel mehr Druck. Im Zusammenspiel mit Madita und Jule sahen wir endlich-  zumindest in Ansätzen - das Kombinationsspiel und den schönen Fußball, den wir beim Regionalturnier in Gettorf gesehen hatten. Jule Kuring bekam ebenfalls eine Verschnaufpause, für sie kam Hannah Malyga. Zwei Minuten nach dem 1:3 zeigte Selina Cerci ihre Torjägerqualitäten und traf zum 2:3. Madita Thien und Selina Cerci wirbelten nun die Abwehr des Gegners mächtig durcheinander. Madia Thien war kaum vom Ball zu trennen und endlich fanden auch ihre Zuspiele einen dankbaren Abnehmer. Wiederrum war es Celina Cerci, die zum vielumjubelten 3:3-Ausgleich traf.

linkes Foto: Selina Cerci (li.) sorgte für viel Belebung in der Offensive.

Jetzt, so schien es, waren wir endlich im Spiel und am Drücker. Das konsequente Nachsetzen vor dem Tor hatte sich ausgezahlt. Die Abwehr um Wienke Janssen stand jetzt wesentlich besser. Die wichtigen Zweikämpfe wurden gewonnen, die Fehlerquote nahm ab. Wir waren dicht dran noch vor der Pause in Führung zu gehen, als ein unnötiger Ballverlust im Mittelfeld unserem Gegner die nächste Torchance auflegte. Eiskalt zog Lena Kosuch aus halblinker Position in Höhe der Strafraumgrenze ab und überwand unsere Torfrau mit einem strammen und halbhoch getretenen Ball, ein mehr als ärgerlicher und unnötiger Treffer. Mit 3:4 ging es in die Pause.

Nach dem Wechsel ging es in etwas veränderter Formation weiter. Lara Pannenborg übernahm zunächst die Position von Selina Cerci. Jule Kuring und Madita Thien unterstützten in der Offensive. Pia Suttkus steigerte sich auf der linken Abwehrseite enorm und ließ wie Sofie Spitz auch auf ihrer Seite (fast) nichts zu. Wienke Janssen verbesserte ihr Stellungsspiel, allein das Passspiel aus der Abwehr heraus war nicht immer zwingend genug, bei manchem Dribbling hinten heraus blieb mir kurzzeitig die Luft weg. Noch blieben diese riskanten Manöver ohne Folgen... Dennoch machte die Defensive insgesamt ein großartiges Spiel. files/bildarchiv/galerie-11-12/11_12_women/120610_u13_ptsk_women_sg_fischbek/120610_u13_sg_ptsk_women_sg_fischbek_finale_lm_036.jpgDer Gegner kam in Halbzeit 2 zu keiner nennenswerten Chance. Der mehr als verdiente Ausgleich lag in der Luft. Schließlich markierte Jule Kuring mit ihrem zweiten Treffer den4:4-Ausgleich.

rechtes Foto: der 4:4-Ausgleich durch Jule Kuring.

Die Partie kam nun in ihre entscheidende Phase. Dana Schröder und Hannah Malyga kamen erneut zum Einsatz. Madita Thien und Jule Kuring durften verschnaufen. Beide Abwehrreihen verhinderten weitere Torchancen. Auch die Einwechslung von Martha Ruser und Luca Templin, die bis dahin auf der Bank "schmoren" mussten, brachte keinen weiteren Treffer, Abpfiff, Verlängerung!

In den ersten 5 Minuten der 2x5minütigen Verlängerung spielte nun nahezu komplett der Kader der U 13-Mädchen. Einzig Wienke Janssen blieb der Fels in der Abwehrbrandung. Es war beeindruckend zu sehen, wie die Mädchen nun das Heft in die Hand nahmen. Luca Templin ging energisch in die Zweikämpfe, Martha Ruser kämpfte, rackerte und brachte ihr körperliches Spiel zwingend nach vorn, Hannah Malyga und Dana Schröder kombinierten sehr sehenswert. Unser Anhang trieb die Mädchen mit Szenenapplaus nach vorn. Kurz vor Ende der ersten Halbzeit der Verlängerung kam Hannah Malyga nach tollem Zuspiel über die rechte Seite zu einer Großchance, die zur Entscheidung hätte führen können. Ihr Schuss strich haarscharf über den gegnerischen Kasten, Halbzeit der Verlängerung.  Nun durften die D-Juniorinnen der U 14-Mädchen, unterstützt von Lara Panneborg wieder ran. Der nächste Treffer würde die Entscheidung bringen. Selina Cerci, Madita Thien und Jule Kuring drückten aufs gegnerische Gehäuse, die Zuspiele und Schüsse strichen knapp an der Mitspielerin oder dem Gehäuse vorbei. Auch auf den Rängen ging es nun lautstark zu. Ein 9-Meter-Schießen sollte unbedingt vermieden werden. Ein Treffer wollte einfach nicht fallen, es war zum Verzweifeln. Und dann kam es, wie es kommen musste. Zwei Minuten vor dem Abpfiff der Verlängerung verloren wir in der Defensive in einem unnötigen 1gegen1 den Ball an der Strafraumgrenze. Dorota Orefice, die Goalgetterin der Fischbeker Mädchen setzte sich durch, fackelte erneut nicht lange und überwand mit einem Schuss an die Unterkante der Torlatte erneut unsere Torfrau Sarah Nicklaus. Das war die Entscheidung. Kurz danach der Abpfiff.

files/bildarchiv/galerie-11-12/11_12_women/120610_u13_ptsk_women_sg_fischbek/120610_u13_sg_ptsk_women_sg_fischbek_finale_lm_133.jpgFazit: Das Spiel war die erhoffte Werbung für den Mädchenfußball und hätte in der Tat zwei Sieger verdient. So lautete dann auch der Kommentar der gegnerischen Trainerin, ich kann dem nur zustimmen. Die Mädchen der SG Fischbek waren am heutigen Tage einen Tick entschlossener, somit geht der Sieg in Ordnung.

linkes Foto: Die Kieler Girls müssen nicht traurig sein. Ihr gutes Spiel hätte auch mit einer kleinen Portion Glück zur Landesmeisterschaft gereicht.

Es war und ist für unsere Mädchen ein großartiger Erfolg mit diesem nur wenig eingespielten Team bis ins Endspiel der Landesmeisterschaft gekommen zu sein.Im Verlaufe der abschließenden Mannschaftsfeier waren dann die Tränen schnell getrocknet. Wir freuen uns auf die nächsten Aufgaben und die neue Saison 2012/2013, dann in der C-Juniorinnenstaffel. Vielen Dank an die Vertreter und Organisatoren beider Vereine für die großartige Unterstützung.

(André Draack)

U 13 SG PTSK/Holstein Women: Sarah Nicklaus, Martha Ruser, Sofie Spitz, Jule Kuring, Selina Cerci, Luca Templin, Hannah Malyga, Lara Pannenborg, Wienke Jannsen, Dana Schröder, Pia Suttkus, Madita Thien

SG Fischbek: Anna Pieper, Sarah Leu, Caroline Busch, Carlotta Ehlers, Maxime Carlson, Lucie Gehrke, Dorota Orefice, Christina Martens, Laura Froehlich, Lena Kosuch

Schiedsrichter: Malte Hanisch (Kieler MTV)

Zuschauer: 77

Tore: 0:1 Leu (2.), 1:1 Kuring (3.), 1:2 Martens (8.), 1:3 Leu (22.), 2:3 Cerci (24.), 3:3 Cerci (28.), 3:4 Kosuch (29.), 4:4 Kuring (34.), 4:5 Orefice (68.)

Fotos vom Spiel gibt es hier mit einem Klick.

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