Zwei Fehler kosten KSV wichtige Punkte

Holstein Kiel - Stuttgarter Kickers 1:2 (1:1)

Zwei individuelle Fehler kosten Holstein Kiel wichtige Punkte. Vor 5.112 Zuschauern unterlagen die Störche den Stuttgarter Kickers mit 1:2. Dabei ging die Neitzel-Elf verdient durch das erste Saisontor von Dominik Schmidt mit 1:0 in Führung (23.). Doch beim Ausgleich von Gerrit Müller (34.) und dem Siegtreffer von Erich Berko nach einer Ecke (47.) hatten die Stuttgarter leichtes Spiel. Unter der Woche können sich die Störche neues Selbstvertrauen holen. Am Mittwoch geht es im SHFV-LOTTO-Pokal gegen Flensburg 08 (17.15 Uhr).  

Vier Änderungen – so zahlreich hatte Holstein-Trainer Karsten Neitzel seine Startelf lange nicht umgebaut. Der Ausfall von Kapitän Marlon Krause nach einem Kreuzbandriss war nicht zu ändern. Dafür saßen mit Marc Heider, Manuel Schäffler und Rafael Czichos drei Beginner von der 3:2-Niederlage in Osnabrück zunächst nur auf der Bank. Patrick Kohlmann, Evans Nyarko, Saliou Sané und Tim Siedschlag standen dafür zum Anpfiff auf dem Rasen.

Die bisherigen Auftritte der Kieler Störche in dieser Saison glichen turbulenten Torspektakeln. Für buntes Treiben sorgten beim Duell zwischen der KSV und dem SVK zu Beginn nur einige Luftballons im Kickers-Strafraum. Steven Lewerenz war es dann, der den Sport wieder in den Mittelpunkt rückte. Bei seinem Flatterball aus 21 Metern musste sich Stuttgarts Torwart Rouven Sattelmaier schon mächtig strecken (9.). Beide Defensivreihen ließen kaum etwas zu und so öffnete ein Standard die Dose: Lewerenz’ Ecke fand den Kopf von Dominik Schmidt, der mit einem präzisen Kopfball Sattelmaier keine Chance ließ (23.). Die Störche schienen alles im Griff zu haben, als Robin Zentner seinen Farben einen Bärendienst erwies. Ohne Chance auf den Ball eilte der neue KSV-Keeper aus dem Kasten, und der steil geschickte Gerrit Müller hatte keine Probleme aus 30 Metern das Leder zum 1:1 ins leere Tor zu schlenzen (34.). Und plötzlich witterte Stuttgart die Chance auf Zählbares in der Ferne. Mit 1:1 ging es in die Kabinen.

Die Kickers erwischten den perfekten Start in die zweite Hälfte: Fabian Baumgärtel flankte eine kurz ausgeführte Ecke auf den Scheitel von Erich Berko, der zur Gästeführung einnickte (47.). Noch blieb den Störchen genug Zeit. Die Schwaben vermochten kaum mehr Akzente nach vorne setzten. Und die KSV? Ein stark gespielter Angriff landete bei Tim Siedschlag, der Sattelmaier überlupfen wollte. Mit einer Hand kratzte der SVK-Torwart den Ball noch über die Latte (54.). Doch vieles blieb Stückwerk. Im Spiel der Kieler fehlten die Leichtigkeit, die Präzision und die richtigen Ideen. Auch aus den vielen Ecken, am Ende zeigte die Anzeigentafel eine Verhältnis von 8:1 für Holstein, konnte kein Kapital geschlagen werden. Uns so setzte nicht nur der Regen ein, auch das Spiel plätscherte dem Ende entgegen. Und am Tage des Fair-Plays überließen die Störche somit wenig zwingenden Kickers die drei Punkte.

 

Stimmen nach dem Spiel

Robin Zentner: „Defensiv haben wir es mit zwei Ausnahmen gut gemacht und waren besser als im letzten Spiel. Uns hat letztlich die Durchschlagskraft gefehlt. Zu meinem Patzer braucht keiner was zu sagen, das weiß ich selbst einzuordnen.“

Dominik Schmidt: „Wir haben in einer Situatuon gepennt. Ansonsten haben wir es über knapp 90 Minuten gut gemacht. Mehr als zwei Situationen hatte Stuttgart nicht. Aber derzeit wird bei uns jeder Fehler bitter bestraft. Im Moment ist es nicht einfach für uns. Aber wir nehmen das Gute von heute mnach Flensburg und Aalen.“

Maik Kegel: „Es ist einfach ärgerlich, wie wir derzeit die Spiele verlieren. Wir betreiben hohen Aufwand, kassieren aber sofort ein Tor, wenn wir nur einen Hauch nachlässig sind. Wir dürfen den Kopf nicht in den Sand stecken und müssen uns die Spiele genau anschauen und analysieren. Und dann heißt es hart weiterarbeiten.“

KSV-Präsident Roland Reime: „Wir haben 1:0 geführt, das Spiel beherrscht und dann macht der Torwart den Fehler. Das kann passieren. Aber dann findet die Mannschaft nicht zurück ins Spiel, das hat mich gewundert. Und das ist schade.“

Kickers-Trainer Horst Steffen: „Für uns war es schwer, das Spiel zu gewinnen. Wir hatten zwei Situationen, das Spiel zu gewinnen. Und die haben wir genutzt. Wir haben zum zweiten Mal auswärts gut gekämpft und zum zweiten Mal auswärts gewonnen. In Rostock und hier. Dabei blieb uns blieb wenig Ballbesitz. Aber wir haben wenig zugelassen. Die wenigen Situationen, die immer kommen, haben wir gut überstanden. Daher freuen wir uns über den Sieg.“

Holstein-Trainer Karsten Neitzel: „Wir haben uns für eine andere Variante der Aufnahme des Gegners entschieden, sind nicht ins permanente Eins-gegen-Eins gegangen. Das hat bis zum 1:0 gut geklappt. Mit dem ersten Stellungsfehler in der letzten Kette haben wir den Ausgleich bekommen und dann wurde es richtig unruhig auf dem Platz. Auch bei Ballbesitz war die Souveränität, die wir in dieser Saison schon gezeigt haben, nicht mehr da. Wir haben zu früh versucht, vorne reinzuspielen, haben uns zu früh für den langen Ball entschieden und sind ungeduldig geworden. Da müssen wir uns den Vorwurf gefallen lassen, dass wir zu wenig Torgefahr erspielt haben. Jetzt sind wir seit langem wieder in einer Situation, die wir nicht mehr hatten. Jetzt gilt es zusammen zu bleiben und uns so zusammen zu raufen, dass es wieder zu Punkten reicht.“ 

Holstein Kiel: Zentner – Herrmann, Schmidt, Weidlich, Kohlmann – Lewerenz (68. Heider), Nyarko (77. Schäffler), Kegel, Siedschlag (68. Janzer) – Schnellhardt, Sané. Trainer: Neitzel
Stuttgarter Kickers: Sattelmaier – Leutenecker, Bihr, Stein, Baumgärtel – Marchese (90. Starostzik), Braun – Bahn – Berko (78. Mendler), Müller (63. Soriano), Badiane. Trainer: Steffen
Schiedsrichter: Gräfe (Berlin)
Tore: 1:0 Schmidt (23.), 1:1 Müller (34.), 1:2 Berko (47.)
Zuschauer: 5.112

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