KSV verliert erneut in letzter Minute

FC Erzgebirge Aue - Holstein Kiel 2:1 (0:1)

Holsteins Offensivgeist in Aue wurde nicht belohnt

 

Die KSV Holstein hat auswärts erneut eine späte Niederlage hinnehmen müssen. Beim FC Erzgebirge Aue verlor die Elf von Trainer Tim Walter am Sonnabendnachmittag mit 1:2 (1:0). Den Siegtreffer erzielte Dimitrij Nazavor in der Nachspielzeit.

Den Gastgeber war zu Beginn anzumerken, dass sie auf ein frühes Tor aus waren. Vor 7500 Zuschauern im Erzgebirgsstadion dauerte es gerade einmal vier Minuten, bis Sören Bertram mit einem tückischen Distanzschuss KSV-Torwart Kenneth Kronholm zur ersten Parade zwang. Keine 60 Sekunden später hatte Pascal Testroet die größte Gelegenheit der Veilchen, als er in den Strafraum eindrang und gleich zwei Mal an Kronholm scheiterte (5.). Bertram versuchte es kurz darauf erneut, hatte aber wieder kein Fortune im Abschluss (9.). Mit zunehmender Spieldauer erarbeiteten sich die ganz in weiß gehüllten Störche ein spielerisches Übergewicht, was sie jedoch nicht in Torchancen ummünzen konnten. Aue stand nun gegen bis zum gegnerischen Strafraum gut kombinierende Gäste sehr tief und lauerte auf Konter. Holstein fand lange keine Lücke in diesem dicht gestaffelten Defensivverbund – bis zur 41. Minute: Nach Doppelpass mit Jae Sung Lee konnte Alexander Mühling aus 17 Metern abziehen. Sein feiner Abschluss mit dem Außenrist schlug unhaltbar für Aue-Keeper Martin Männel direkt neben dem linken Pfosten ein. Ein Schuss von Clemens Fandrich strich noch am langen Pfosten vorbei (44.), dann war Pause.

Nach Wiederanpfiff hätte Blau-Weiß-Rot nach einer Ecke erhöhen können, aber Hauke Wahl köpfte freistehend Männel den Ball in die Arme (53.). Auf der Gegenseite war es wieder Fandrich, der nicht genau genug zielte und einen Schuss aus elf Metern am zweiten Pfosten vorbei setzte (56.). Holstein gelang es nicht, einen zweiten Treffer nachzulegen – und das wurde bestraft: Zunächst parierte Kronholm Bertrams Flachschuss im Nachfassen (67.), fünf Minuten später musste der Kieler Torhüter dann hinter sich greifen, als ihn der eingewechselte Emmanuel Iyoha aus spitzem Winkel im kurzen Eck überwand (72.). Danach wurde es kurios: Der zur zweiten Halbzeit eingewechselte Kingsley Schindler sah binnen 60 Sekunden die Gelb-Rote Karte, als er zunächst sich bei einem Sprint mit dem Arm Freiraum verschaffte und beim anschließenden Freistoß den Ball an die Hand bekam, was Schiedsrichter Bacher mit dem Platzverweis ahndete (84.). Im Gegensatz zum letzten Heimspiel gegen Darmstadt (4:2), als man in Unterzahl kein Gegentor mehr kassiert, sondern noch selbst eines nachgelegt hatte, kam es nun für die KSV ganz dick: Der ebenfalls eingewechselte Dimitrij Nazarov tauchte in der Nachspielzeit im Kieler Strafraum auf und versenkte den Ball per sattem Volleyschuss im langen Eck (90.+1). Die Kieler warfen nochmal alles nach vorne, doch in der letzten Szene des Spiels klärte Männel mit vollem Einsatz vor David Kinsombi – und hielt seiner Elf damit den glücklichen Sieg fest.

Aue: Männel – Kalig, S. Breitkreuz, Rapp – Fandrich, Riese (63. Kvesic) – Rizzuto, Kempe – Hochscheidt – Bertram (86. Nazarov), Testroet (69. Iyoha). Trainer: Meyer.

Holstein: Kronholm – Herrmann (90.+2 Mörschel), Schmidt, Wahl, van den Bergh – Mühling, Meffert, Kinsombi, Lee – Girth (46. Schindler), Serra. Trainer: Walter.

Schiedsrichter: Bacher (Amerang-Kirchensur) – Tore: 0:1 Mühling (41.), 1:1 Iyoha (72.), 2:1 Nazavor (90.+1) – Gelb-Rote Karte: Schindler (84.) - Zuschauer: 7500.

 

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