Bitteres Saisonfinale für die Störche

VfL Wolfsburg II - Holstein Kiel 4:1 (3:0)

Wolfsburg gegen die Störche obenauf

Holstein Kiel erlebte ein bitteres Aufstiegsfinale: Beim VfL Wolfsburg II unterlagen die Störche mit : (0:3). Bereits zur Halbzeit führten die„kleinen“ Wölfe mit 3:0. Bundesligaprofi Sebastian Polter (7.) und der künftige Zweitligaspieler André Fomitschow (27., 45., jeweils per Foulelfmeter) hatten schnell für klare Verhältnisse gesorgt, während sich die Störche an den defensiv eng gestaffelten Wolfsburgern die Zähne ausbissen. In der zweiten Halbzeit verkürzte Heider noch auf 3:1 (68.), Fomitschow stellte mit seinem dritten Treffer den alten Abstand wieder her und zerstörte alle Kieler Aufstiegsträume endgültig.

Trainer Thorsten Gutzeit musste seine Elf nach dem 2:1-Sieg gegen Germania Halberstadt zweimal ändern: Sykora fiel mit Adduktorenproblemen aus und Meyer konnte wegen Rückenbeschwerden nicht spielen. Chahed und Sachs begannen dafür im letzten Saisonspiel.

„Holstein Kiel“ schallte es schon vor dem Anpfiff von 1200 mitgereisten Störche-Fans durch das weite VfL-Stadion am Elsterweg. Denen verschlug es in der 7. Minute kurz die Sprache: Nach der zweiten Ecke lief Polter ein und köpfte den VfL  in Front. Nach dem Schock brauchte das Gutzeit-Team einige Minuten, um sich zurück ins Spiel zu kämpfen. Die Wölfe waren permanent in Bewegung und stellten die eigene Hälfte geschickt zu. Gerade als die Störche wieder ins Spiel gefunden hatten, sorgte Schiedsrichter Petersen für den nächsten Schock. Einen Zweikampf zwischen Herrmann und dem fallenden Polter im Strafraum wertete der Mann in Schwarz als Foul. Den Elfmeter verwandelte Fomitschow sicher zum 2:0 (27.). Nach 32 Minuten die erste Holstein-Chance: Wetter köpfte eine Sachs-Flanke Zentimeter am rechten Pfosten vorbei. Kiels Linksverteidiger hatte auch die zweite Großchance, alleine vor Sauß scheiterte er am VfL-Schlussmann (40.). Kurz vor der Pause narrte Erkic im Strafraum Jürgensen, der das Bein stehen ließ und den Wolfsburger legte. Den nächsten Elfer verwandelte erneut Fomitschow zum 3:0-Pausenstand (45.).

In der zweiten Halbzeit sollte Wulff für mehr Offensivdruck sorgen. Chahed blieb dafür in der Kabine. Lindner hätte kurz nach Wiederanpfiff die Aufholjagd starten können, Kiels bester Schütze scheiterte aber an VfL-Schlussmann Sauß (48.), der auch einen Heider-Freistoß aus 23 Metern im Nachfassen hielt (51.). Holstein setzte weiter alles auf eine Karte, Wulff köpfte knapp neben das Tor (65.). Dafür schickte „Timmer“ in der 68. Minute Heider, der zum 3:1 einschob. Kurze Hoffnung auf Kieler Seite, die Fomitschow mit seinem sehenswerten dritten Treffer genau in den Giebel wieder zerstörte (75.).  Wie der VfL hier seine Chancen verwertete war bemerkenswert. Aus drei Torchancen hatten die Wölfe vier Tore markiert. Jeder kleinste Störche-Fehler wurde sofort und eiskalt bestraft. Während in Halle die Sektflaschen kalt gestellt wurden, schaukelte an diesem Tag starke Wolfsburger den Sieg über die Zeit. 

Stimmen nach dem Spiel

Holstein-Trainer Thorsten Gutzeit sagte nach dem Spiel: „Wolfsburg hat unsere Fehler in der ersten Hälfte eiskalt bestraft. Wir hatten uns in der Halbzeit vorgenommen, noch mal alles zu probieren. Aber man hat nachher deutlich gesehen, wie die Beine schwerer wurden und die Enttäuschung überwiegte. Wir werden das heutige Spiel einige Tage sacken lassen und dann analysieren. Auch wenn das Scheitern kurz vor dem Ziel extrem bitter ist. Hätte uns jemand vor der Saison gesagt: Pokalviertelfinale und 2. Platz hätten wir das wohl unterschrieben. So ist es ein trauriger Tag für Holstein Kiel.“

VfL-Coach Lorenz-Günther Köstner sagte: „Wir waren heute das giftigere Team und haben verdient mit 4:1 gewonnen. Aus meiner Sicht kann man die beiden Elfer ganz klar geben.“

Holsteins Sportlicher Leiter Andreas Bornemann sagte: „Wir haben den Jungs die ganze Woche über die Stärken dieser guten Wolfsburger Mannschaft vor Augen geführt, konnten aber heute die nötige Leistung nicht abrufen. Durch die Ausfälle von Fiete und Flo haben uns Alternativen in der Offensive gefehlt, die wir heute nicht kompensieren konnten.“

KSV Holstein: Strähle – Herrmann (84. K. Schulz), Steil (73. Siedschlag), Jürgensen, Wetter – Toksöz, Kazior – Sachs, Chahed (46. Wulff), Lindner – Heider. Trainer: T. Gutzeit

Tore: 1:0 Polter (7.), 2:0 Fomitschow (27., Foulelfmeter), 3:0 Fomitschow (45., Foulelfmeter), 3:1 Heider (68.), 4:1 Fomitschow (75.)

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