"Wir sind das Thema der Stadt"

Fünf Fragen an Bernd Hollerbach (Trainer Würzburger Kickers)

Die Würzburger Kickers erwartet am Samstag ein schweres Heimspiel gegen Holstein Kiel. So beschreibt es Bernd Hollerbach, Cheftrainer des FC Würzburger Kickers, der sich fünf Fragen vom „Holstein-Magazin“ gestellt hat.

Herr Hollerbach: Die „Kickers“ sind die Überflieger der Liga. Wie konkurrenzfähig wären sie in einem Relegations-Duell gegen einen Zweitligisten?
Bernd Hollerbach: Wer auf die Tabelle schaut, der beschäftigt sich mit Dingen, die in der Zukunft passieren. Ich lebe aber im Hier und Jetzt. Und da gilt es, sich gewohnt konzentriert auf das schwere Heimspiel gegen Kiel vorzubereiten. Ich bin lange genug im Geschäft, um zu wissen, dass es wenig Sinn macht, zu weit nach vorne zu blicken. Der Fußball ist schnelllebig. Schon morgen kann die Welt wieder ganz anders aussehen.

Wie erklären Sie den aktuellen Tabellenstand und die starke Entwicklung des FWK?
Erstens interessiert die Tabelle nicht. Zweitens haben wir als Aufsteiger etwas gebraucht, um uns an die Liga zu gewöhnen, wir sind mit der Zeit routinierter geworden und haben aus unseren Fehlern die richtigen Lehren gezogen. Und zu guter Letzt haben wir uns immer nur auf das fokussiert, was aktuell wichtig ist, wir sind immer mutig aufgetreten, haben agiert und nicht reagiert, haben alles in die Waagschale geworfen.

Am Samstag reisen die Kieler Störche an. Welchen Eindruck haben Sie aus der Distanz vom letztjährigen Relegationsteilnehmer?
Ein starkes Team, von dem viele nach dieser herausragenden, letzten Saison wohl mehr erwartet haben. Ich aber weiß, wie schwer es ist, nach solch einem Nackenschlag wieder aufstehen zu müssen. Und sind wir doch ehrlich, bei der Ausgeglichenheit dieser Liga sind es Winzigkeiten, die entscheiden. Wenn zwei, drei Sachen anders gelaufen wären, stünde Kiel mit ein paar Punkten mehr auch in der Tabelle besser da. Ich bin mir durchaus bewusst, dass das für uns eine ganz schwere Angelegenheit wird, das werden wir am Samstag alle sehen. 

Die Würzburger Fangemeinde wächst kontinuierlich. Welche Stimmung werden wir am Sonnabend in der FLYERALARM-Arena erleben?
Eine, die uns bedingungslos unterstützt bis zum Abpfiff. Da bin ich mir sicher. Auf unsere Fans, die immer mehr werden, ist Verlass. Wenn man bedenkt, wo wir herkommen, hat sich auch in unserer Anhängerschaft sehr viel getan, die Entwicklung ist rasant. Wir freuen uns auf eine tolle Kulisse und wollen das Spiel genießen.

In Kiel gewann Holstein in der letzten Saison viele Sympathien. Welche Rolle spielen die Kickers aktuell in der öffentlichen Wahrnehmung in Würzburg?
Eine große, das belegt nicht nur der enorme Zuwachs an Zuschauern in unserer FLYERALARM-Arena. Wir sind das Thema in der Stadt, die Begeisterung einer ganzen Region ist quasi an jeder Ecke zu spüren. Dies ist eine Bestätigung für alle Menschen, die im Verein in den vergangenen beiden Jahren alle unermüdlich mit angepackt haben, um Profifußball bei den Kickers möglich zu machen. Darauf darf der Verein auch stolz sein, denn nicht viele Klubs hätten das in so kurzer Zeit überhaupt bewerkstelligen können.

Das Interview führte Patrick Nawe.

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