Wiedersehen mit "Herrmi" und "Wehle"

Sechs Fakten zum SV Darmstadt 98

Patrick Herrmann spielte siebenhalb Jahre für die KSV, im Winter wechselte er nach Darmstadt.
Patrick Herrmann spielte siebenhalb Jahre für die KSV, im Winter wechselte er nach Darmstadt.

Der Verein: Der SV Darmstadt 98 wird aufgrund der Lilie im Darmstädter Stadtwappen als auch im Logo des Vereins „Die Lilien“ genannt. Die Fußballer tragen ihre Heimspiele im am Böllenfalltor aus. Nach dem Abstieg aus der 1. Bundesliga gehören die Lilien in dieser Saison zu den heißesten Anwärtern auf den Erstliga-Aufstieg.

Der Ursprung: Die 98er entstammen zwei unterschiedlichen Lagern. Ihr älterer Vorgängerverein, der FK Olympia, wurde in elitären Gymnasiastenkreisen gegründet. Der andere, der DSC 05, war der Club der Volksschüler und Handwerker. Seit 1919 bilden beiden den SV 98. Trotz renommierter Trainer konnte sich Darmstadt zur Zeit der Weimarer Republik nie im Spitzenfußball etablieren. Auch nach dem Krieg blieb es bei nur einem Jahr in der erstklassigen Oberliga Süd (1950/51).

Die Erfolge: Die größten Erfolge der Vereinsgeschichte waren ohne Zweifel die drei Aufstiege in die 1 Bundesliga 1978 (Trainer Lothar Buchmann), 1981 (Werner Olk) und 2015 (Dirk Schuster). Ferner gelang zweimal der Aufstieg in die 2. Bundesliga: 1974 und 2014. Der größte Erfolg im DFB-Pokal war der Einzug ins Viertelfinale in der Saison 1986/87. In der Ewigen Bundesligatabelle belegen die Darmstädter Platz 39.

Das Kultspiel: Im Mai 1973 kam es in der damals zweitklassigen Regionalliga Süd zu einem denkwürdigen Spiel gegen den 1. FC Nürnberg, der am heimischen Böllenfalltor vor über 20.000 Zuschauern mit 7:0 geschlagen wurde. Die Lilien waren erstmals Süddeutscher Fußballmeister. In der Aufstiegsrunde zur 1. Bundesliga wurde die Mannschaft schließlich Zweiter hinter Rot-Weiss Essen und verpasste somit den Aufstieg. In der folgenden Spielzeit schaffte der SV 98 die Qualifikation für die neu geschaffene 2. Bundesliga.

Das Stadion: Die Lilien spielen im Merck-Stadion am Böllenfalltor, benannt nach Pappeln, den sogenannten Böllen. Der Rest des Namens leitet sich von einem ehemaligen (selbst zufallenden) Tor ab, das den Zugang zum nahe gelegenen Wald ermöglichte und das sich in unmittelbarer Umgebung des heutigen Stadions befand. Das baufällige, 1921 erbaute Stadion kann langfristig keinen Profifußball ohne ständige Reparatur- und Sanierungsarbeiten mehr bieten. Das Stadion hat ein Fassungsvermögen von rund 17.500 Zuschauern. Nach dem ersten Bundesliga-Aufstieg 1978 passten noch 30.000 Fans in die altehrwürdige Arena.

Ex-Störche: Ein Wiedersehen gibt es am Sonnabend mit Carsten Wehlmann und Patrick Herrmann. Der in Kiel als „Fußballgott“ gefeierte Rechtsverteidiger wechselte nach siebeneinhalb Jahren im KSV-Dress in der Winterpause zu den Hessen, weil er dort die besseren Perspektiven sah, um sich als Zweitligafußballer durchzusetzen. Einige Monate zuvor hatte sich bereits Carsten Wehlmann, neun Jahre bei der KSV als Torwarttrainer und Chefscout beschäftigt, den Lilien angeschlossen. „Wehle“ ist dort mittlerweile vom Sportkoordinator zum Sportchef aufgestiegen und hat in dieser Funktion mit der Verpflichtung des neuen Trainers Dimitrios Grammozis (zuletzt U19 des VfL Bochum) bereits eine erste wichtige Amtshandlung vollzogen.

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