Wichtiger Störche-Sieg bei Weiche

ETSV Weiche - Holstein Kiel 0:2 (0:0)

Holstein Kiel hat die Tabellenführung erfolgreich verteidigt. Im ersten Spiel der Rückrunde gewannen die Störche beim ETSV Weiche Flensburg vor 1.500 Zuschauern (ausverkauft) mit 2:0. Die Treffer fielen erst nach dem Seitenwechsel durch Casper Johansen (47.) und Tim Siedschlag (56.). Das Gutzeit-Team war über die 90 Minuten das präsentere Team, das mit dem größeren Willen und den klareren Chancen zu einem verdienten Sieg kam. Vor dem Spitzenspiel bei Hannover 96 II am 10. Dezember, grüßen beide Teams punktgleich von oben. Holstein hat jedoch eine sieben Tore bessere Tordifferenz.

Zum 3:0-Erfolg bei Victoria Hamburg begannen die Störche mit einer Änderung: Amando Aust kehrte nach überstandener Grippe für Steve Müller  zurück in die Startelf. Sechs frühere Holstein-Spieler standen auf Flensburger Seite vom Anpfiff an auf dem Platz.

Der Platz eng, der Rasen holprig und dazu zwei Teams, die sich nichts schenkten. Bei diesen Bedingungen war ein fußballerischer Augenschmaus nahezu ausgeschlossen. Chancen ergaben sich fast nur nach hohen Bällen oder mit dem Kollegen Zufall. Holstein zeigte, wie es gehen könnte: Flanke Marc Heider auf den zweiten Pfosten, wo Marcel Schied mutterseelenallein seinen Meister in ETSV-Keeper Tim Martensen fand. Die Gastgeber ohne Zug in der Offensive. Torgefahr strahlte nur Kiel aus: Erste Ecke Holstein, Fabian Wetter scheiterte per Kopf an der Latte, im Nachsetzen stocherte Marcel Schied den Ball am langen Pfosten vorbei ins Toraus (15.). Es war ein Krampfspiel in Halbzeit Eins, in dem Holstein sich nach allen Kräften mühte, die wenigen Chancen aber noch nicht nutzte: Rafael Kazior schoss einen 17-Meter-Freistoß weit neben das Tor (25.), Schied zog aus nahezu der gleichen Position wie nach sechs Minuten am langen Pfosten vorbei (37.) und Schiedsrichter Bohmann wähnte Heider im Abseits, als der zur vermeintlichen Führung eingeschossen hatte (41.) – dann war Pause (37.).

Die Störche kamen druckvoll aus der Pause und übernahmen sofort wieder das Kommando. Erst köpfte Amando Aust an die Latte (46.). Sekunden später zappelte der Ball im Netz: Nach dem dritten Kieler Eckball brachte Marlon Krause von der Mittelinie den Ball postwendend zurück in Flensburgs Strafraum, Martensen verließ verfrüht sein Tor, Holsteins Casper Johansen war aber zuerst am Ball und köpfte über den ETSV-Torwart ins leere Gastgeber-Gehäuse zur 1:0-Führung für die Störche (47.). Weiche wirkte angeschlagen und ließ die Störche jetzt spielen – die nutzten den Raum zur schönsten Kombination der Partie: Schied legte in den Lauf von Wetter, der flankte in die Mitte zu Tim Siedschlag, der mühelos aus vier Metern zum 2:0 einschob (56.). Nach dem Doppelschlag beherrschte Holstein die Partie, auch wenn Weiche zu zwei Gelegenheiten durch Matthias Hummel und Marcello Meyer kam. Auf der anderen Seite hätten die Störche durch Schied und Johansen das Ergebnis noch erhöhen können. Letztlich blieb es aber beim 2:0-Auswärtssieg der KSV, den die 600 mitgereisten Kieler lautstark mit den Spielern feierten.

Stimmen nach dem Spiel

Torschütze Tim Siedschlag sagte nach dem Spiel: „Hauptsache gewonnen. Ein gutes Fußballspiel war bei diesen Bedingungen nicht zu erwarten und dafür haben wir die Aufgabe gut gelöst.“

Torschütze Casper Johansen schilderte seinen Treffer: „Ich hab nur gehört, wie der Torwart ,Leo‘ gerufen hat. Ich war mir aber sicher, dass ich zuerst den Ball erreichen würde. Dass der Ball so genau reingeht, ist natürlich dann umso schöner.“

Mittelfeld-Motor Marlon Krause bilanzierte: „Zu Beginn war die Grasnarbe noch gefroren, nachher wurde der Platz immer matschiger. Da war es einfach wichtig, in den Zweikämpfen immer zuerst am Ball zu sein. Und das waren wir. Der Sieg ist hochverdient!“

Abwehrchef Manuel Hartmann sagte: „Wir haben heute gezeigt, dass bei uns die Bälle auch bei schwierigen Platzverhältnissen ankommen. Das hat Flensburg nicht geschafft. Wichtig, dass wir direkt nach der Pause unsere Chancen auch genutzt haben.“

Holstein-Trainer Thorsten Gutzeit resümierte: „Wir haben heute auf schwierigem Geläuf trotzdem ein gutes Spiel gesehen. Der Ball war schwer zu kontrollieren. Die Mannschaft hat die Witterungsbedingungen toll angenommen und hätte schon in der 1. Halbzeit das ein oder andere Tor erzielen müssen. Trotzdem war die Spielweise hervorragend. In der Pause haben wir nur gesagt, dass wir genau so weiterspielen müssen. Diese Vorgabe hat die Mannschaft super umgesetzt, die Tore gemacht und hochverdient gewonnen. Ich bin stolz auf die Leistung meiner Mannschaft.“

Weiche-Trainer Daniel Jurgeleit sagte: „Der Sieg für Kiel geht vollauf in Ordnung. Wir haben die ersten 20 Minuten gut begonnen, auch wenn wir zwei kritische Momente überstehen mussten. Danach schlichen sich leichtfertige Ballverluste ein, aber wir sind mit unserem Wunschergebnis in die Pause gekommen. Das Spiel war dann nach unserem ersten echten Fehler eigentlich schon entschieden: dem Missverständnis zwischen Torwart und Verteidiger. So musste der Kieler Stürmer den Ball nur noch ins Tor verlängern. Wir haben besprochen, dass wir nichts riskieren müssen, Daher hätte der Torwart in seinem Tor bleiben sollen. Wenn man nach der Pause das 0:0 noch 20 Minuten hält, wird es für Holstein schwierig, fußballerisch noch zu Toren zu kommen. Aber dann fiel auch noch schnell das 2:0. Insgesamt waren wir heute nicht so auf der Höhe wie gegen Goslar oder Wolfsburg II und dann kann man gegen den Tabellenführer auch nicht gewinnen.“

Holstein Kiel: Jensen – Herrmann, Aust, Hartmann, Wetter (81. Pressel) – Krause, Kazior (87. Müller) – Siedschlag, Johansen, Heider – Schied (68. Sykora).

Schiedsrichter: Bohmann (Rastede)

Tore: 0:1 Johansen (47.), 0:2 Siedschlag (56.)

Zuschauer: 1.500 (ausverkauft)

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