Wetter köpft zum Last-Minute-Sieg

Holstein Kiel - ETSV Weiche Flensburg 2:1 (1:0)

Matchwinner Fabian Wetter beim Bad in der Menge

Jubelschrei in der Nachspielzeit – zum Saisonauftakt besiegte das Gutzeit-Team den Aufsteiger ETSV Weiche Flensburg in letzter Sekunde mit 2:1. Vor 3.646 Zuschauern gingen die Störche früh durch Marcel Gebers in Führung, überließen dann zunehmend dem Gast das Geschehen. In der 74. Minute erzielte Tim Wulff den Ausgleich. Als nur noch wenige an den Sieg glaubten, köpfte Wetter einen Siedschlag-Freistoß zum 2:1 ins Netz (90.+2).

Mit David Urban, Marcel Gebers, Manuel Hartmann, Andy Hebler, Casper Johansen und Marcel Schied stellte Holstein-Trainer Thorsten Gutzeit sechs Neuzugänge zum Saisonauftakt in die Startelf. Der Gast aus Flensburg begann mit sechs ehemaligen Holstein-Spielern.

Den Störchen gehörte die erste Halbzeit. Nach sechs Minuten schrammte Marcel Gebers am zweiten Pfosten an einer Flanke von Jaroslaw Lindner vorbei. Andy Hebler knallte 100 Sekunden später den Ball aus 14 Metern über die Latte. Die dritte Gelegenheit saß: Einen Freistoß von Patrick Herrmann klärte die Weiche-Abwehr nicht entscheidend, Gebers stocherte nach und tunnelte ETSV-Torwart Tim Martensen aus sieben Metern zur 1:0-Führung (10.). Und die KSV brachte die 3.646 Zuschauer weiter mit Einsatz und Spielfreude zum Raunen. Jaroslaw Lindner und Marcel Schied kombinierten sich übe die linke Seite an die Grundlinie. Den Kopfball des eingerückten Andy Hebler entschärfte Martensen. Im Gegenzug die erste Großchance für die Gäste: Timo Bruns schickte Didier Webessie mit einem tödlichen Pass durch die Kieler Viererkette ins Eins-gegen-Eins mit KSV-Schlussmann Niklas Jakusch. Der Ex-Holsteiner setzte den Ball aber einen Meter neben den langen Pfosten (24.). Nach der Führung zog sich das Gutzeit-Team etwas zurück und versuchte mit schnellem Umschalten nach Balleroberungen zum Erfolg zu kommen. Bis zur Pause ohne weiteren zählbaren Erfolg.

Die zweite Halbzeit begann zunächst wieder munterer: Erst prüfte der Eisenbahner Jonas Walter mit einem Freistoß Jakusch. Nach der Faustabwehr konterte Holstein über Lindner, Schied und Johansen. Letztlich verzog Schied aus vier Metern nach Hebler-Flanke neben das leere Tor (51.). Nach dem Aufreger zog sich die KSV wieder tief in die eigene Hälfte zurück und überließ Weiche das Spiel, das Mühe hatte Druck aufzubauen. In der 65. Minute brach Marcello Meyer über links durch, brachte den Ball von der Grundlinie aber nicht zu einem Mitspieler im Zentrum. Ex-Storch Tim Wulff verzog wenig später aus 16 Metern neben das Tor. Holstein wollte die knappe Führung weiter verwalten, als der Ausgleich fiel: Einen langen Einwurf konnten weder Jakusch noch die KSV-Verteidiger klären, der Ball landete bei Wulff, der per Bogenlampe zum 1:1 einköpfte (74.). Die Störche warfen noch einmal alles nach vorne und wieder sorgte ein Freistoß für Erfolg: Wetter nickte den Siedschlag-Ball über Martensen zum 2:1-Last-Minute-Siegtreffer. Erlösung und Riesenjubel im Holstein-Stadion. Eine Minute später pfiff Schiedsrichter Ehlers de Partie ab.

ETSV-Trainer Daniel Jurgeleit sagte nach dem Schlusspfiff: „Wir haben heute ein gutes Spiel gemacht, auch wenn wir zu Beginn gegen den hohen Favoriten und vor der Kulisse etwas viel Eingewöhnungszeit benötigt haben. Wir haben verdientermaßen den Ausgleich erzielt. Umso bitter ist natürlich durch einen Standard die späte Niederlage. Ich bin vom Resultat enttäuscht, aber von unserem Spiel angetan. Darauf lässt sich aufbauen, um dann auch mal zu punkten. Glückwunsch an Holstein, die drei Punkte bleiben in Kiel.

KSV-Coach Thorsten Gutzeit meinte: „Es war das erwartet schwere Spiel, denn wir wussten um die spielerischen Qualitäten von Weiche. Wir sind sehr gut ins Spiel gekommen und haben nach der Führung versäumt, das zweite Tor zu schießen. Weiche hat Angst und Nervosität ablegen können und wir haben uns zu weit zurück gezogen. Unsere Konter saßen nicht. Der Ausgleich war verdient für Weiche, wir haben zu wenig investiert. Es war am Ende ein sehr glücklicher Sieg. Bei uns haben heute Abwehrspieler die Tore gemacht, das spricht Bände. Wir sind aber erst einmal froh, dass wir die drei Punkte eingefahren haben.“

Siegtorschütze Fabian Wetter kommentierte den späten Sieg wie folgt: „So ein Spiel möchte ich nicht noch einmal erleben. Ich bin sehr froh, dass der Freistoß von Tim Siedschlag so perfekt herein gesegelt kam und ich am zweiten Pfosten günstig stand. Wir sind natürlich glücklich über den Dreier, aber wir haben noch viel Arbeit vor uns.“

Führungstorschütze Marcel Gebers atmete auf: „Irgendwie hatte ich vorher schon ein schwieriges Spiel erwartet. Weiche hat hervorragend gespielt. Ich bin froh, dass wir am Ende doch noch das nötige Glück auf unserer Seite hatten.“

Holstein Kiel: Jakusch - Herrmann, Urban, Gebers, Wetter - Kazior, Hartmann - Hebler (67. Siedschlag), Johansen (59. Heider), Lindner - Schied (90.+3 Müller).

Tore: 1:0 Gebers (10.), 1:1 Wulff (74.), 2:1 Wetter (90.+2)

Schiedsrichter: Ehlers (Weyhe)

Zuschauer: 3.646

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