Schmidt erlöst Störche

Holstein Kiel - SV Wehen Wiesbaden 1:1 (0:1)

Dominik Schmidt erzielt den späten Ausgleich

Dominik Schmidt sichert Holstein Kiel einen wichtigen Punkt im Abstiegskampf. Gegen den SV Wehen Wiesbaden traf der Verteidiger in letzter Sekunde zum 1:1. Zuvor waren die Störche nach einer mäßigen Vorstellung einem Bogenlampentreffer von Luca Schnellbacher (22.) hinterhergelaufen.  Durch den Punktgewinn rücken die Störche mit 41 Punkten auf Rang acht vor, die beste Platzierung der KSV seit dem 3. Spieltag (damals Platz 4 nach dem 3:0-Heimsieg gegen Werder Bremen II).

Karsten Neitzel baute seine Mannschaft nach dem 1:0-Sieg in Magdeburg vor 14 Tagen auf vier Positionen um: Kapitän Rafael Czichos, Patrick Kohlmann, Steven Lewerenz und Marc Heider begannen anstelle von Arne Sicker (Bank), Fabian Schnellhardt (10. Gelbe Karte ), Manuel Janzer (Muskelfaserriss) und Saliou Sané (aus Kader gestrichen). 

20 Minuten lang passierte vor 4646 Zuschauern im Holstein-Stadion nicht viel, dann überwand Luca Schnellbacher Kiels Torhüter Robin Zentner mit einer glücklichen Bogenlampe (22.) zum 0:1. Kurz darauf vergab David Blacha, der aus 30 Metern die Latte traf, das 0:2 für die Gäste. Dann aber trieb Rafael Czichos den Puls der KSV-Fans nach oben, als er aus spitzem Winkel den Ball nur um Zentimeter am langen Pfosten vorbeischob (35.). Den in dieser Phase klar feldüberlegenen Störchen bot sich durch Tim Siedschlag, der später mit Knieproblemen ausgewechselt werden musste, noch einmal die Gelegenheit, für die Hausherren auszugleichen, doch Schlussmann Markus Kolke fischte seinen 22.-Meter-Schuss aus dem Winkel (40.).

Mit dem Wiederanpfiff entschärfte Zentner überragend einen 18-Meter-Freistoß von Patrick Funk. Die Partie blieb lange ohne Torraumszenen, war geprägt von vielen Ballverlusten auf beiden Seiten. Maik Kegel versuchte es einmal aus 21 Metern, doch Kolke klärte zur ergebnislosen Ecke (67.). Auf der anderen Seite verpasste Fabian Franke mit einem Kopfball an den Außenpfosten die Vorentscheidung (81.). Die Partie schien mit einer Niederlage für die Störche zu enden, doch Trainer Karsten Neitzel bewies ein glückliches Händchen, als er für die letzten Minuten Dominik Schmidt in die Spitze beorderte. Und dem Innenverteidiger sollte gelingen, womit nicht mehr viele gerechnet hatten: In letzter Sekunde jagte er das Leder durch Freund und Feind zum Ausgleich in die Maschen. Der Jubel kannte keine Grenzen. Den Störchen bleibt nach dem Remis weiter ein Sechs-Punkte-Polster auf die Abstiegsränge.

Stimmen nach dem Spiel

Dominik Schmidt: „Ich habe einfach drauf gelauert, dass der Ball auf den zweiten Pfosten durchrutscht und so kam’s und ich habe ihn gut getroffen. Es freut mich für das gesamte Team. Wir haben heute wieder einen hohen Aufwand betrieben. Es war heute nicht einfach, da Wiesbaden tief und kompakt stand. Der Punkt ist superwichtig.“

Rafael Czichos: „In der ersten Halbzeit haben wir eigentlich nicht viel zugelassen, aber dann wird uns wieder so ein Ding reingelegt. Nach der Pause mussten wir das zweite Gegentor verhindern und darauf hoffen, dass wir irgendwie zum Ausgleich kommen. Und so ist es zum Glück gekommen.“

Mathias Fetsch: „Es war ein schweres Spiel. Und nach dem Ausgleich in letzter Sekunde ist es einfach ein geiles Gefühl, dass wir den wichtigen Punkt hierbehalten.“

Uwe Stöver: „Manchmal dauert ein Spiel eben mehr als 90 Minuten und ich bin einfach nur froh, dass wir diesen Punkt hier mitgenommen haben. Es sah lange nicht danach aus und daher bin mehr als zufrieden.“

Torsten Fröhling (Trainer SV Wehen Wiesbaden): „Mitten in der Saison wären wir zufrieden mit einem Punkt in Kiel. Wir brauchen aber jedes Mal drei Punkte. Ich muss meiner Mannschaft ein Kompliment machen, wie sie gespielt, wie sie gezeigt hat, dass sie die drei Punkte mitnehmen will. Wir hätten nach dem Tor nachlegen müssen. In der zweiten Halbzeit wurde Kiel stärker. Da haben wir die Konter nicht vernünftig ausgespielt. Wenn wir so weiterspielen, werden wir unsere nötigen Punkte noch holen. Wir können erhobenen Hauptes nach Hause gefahren.“

Karsten Neitzel (Trainer Holstein Kiel): „Wir haben kein gutes Spiel gemacht, haben viel zu viele Ballverluste gehabt und sind zu langsam in die Ordnung gekommen. Um Zweikämpfe zu gewinnen muss man in die Zweikämpfe kommen, das haben wir gar nicht geschafft. Deswegen können wir sehr zufrieden mit dem Punkt sein. Nicht nur wegen des Zeitpunktes, sondern auch wegen des Spielverlaufs.“

Holstein Kiel: Zentner – Herrmann, Schmidt, Czichos, Kohlmann – Weidlich (61. Evseev), Kegel, Siedschlag (78. Nyarko), Lewerenz – Fetsch, Heider (73. Schäffler) Trainer: Neitzel
SV Wehen Wiesbaden: Kolke – Funk, Dams, Franke, Vitzthum – Pezzoni, Blacha – Golley, Lindner (88. Ruprecht) – Schindler (70. Oerl), Schnellbacher (78. Mrowca). Trainer: Fröhling
Schiedsrichter: Schwermer (Magdeburg)
Tore: 0:1 Schnellbacher (22.), 1:1 Schmidt (90.+2)
Zuschauer: 4.646

Zurück

Fanshop

Holstein TV

Tickets