Weggefährten aus seligen Zweitliga-Zeiten

6 Fakten zum nächsten gegner SC Preußen Münster

Erinnerungen: Kiels Axel Möller hebt gegen Münster ab

Beide Teams trafen schon sechsmal in der 2. Liga Nord aufeinander. Am Sonntag um 14 Uhr heißt es im Holstein-Stadion wieder einmal: Kieler Störche gegen SC Preußen Münster.

Stadion: Ein ewig junges Thema in Münster. Das 1926 erbaute Preußenstadion besaß zunächst ein Fassungsvermögen von 40.000 Zuschauern, galt als eines der modernsten Stadien seinerzeit und erhielt später als erstes Fußballstadion in Deutschland einen eigenen Bahn-Haltepunkt. Als das Stadion in den 80ern allerdings in die Jahre gekommen war, wurde ein Neu- oder Umbau immer stärker Thema in der Stadt. Verschiedene Pläne verschwanden jedoch immer wieder in der Schublade, Projekte wie der zu Beginn des Jahrtausends geplante Preußen-Park scheiterten. Vor einigen Jahren wurde das Stadion zwar saniert und erhielt u.a. eine neue Haupttribüne mit modernem Kabinentrakt sowie VIP-Logen, das Thema „Stadionneubau“ ist bis heute dennoch hochaktuell.

100.000-Mark-Sturm: Zum Ende der 40er-Jahre hatten die Preußen sich in der erstklassigen Oberliga West etabliert. Es gelang dem Verein, zahlreiche starke Angreifer in die Domstadt zu locken, sodass schnell vom s.g. „100.000-Mark-Sturm“ die Rede war. Neben Vereinslegende Felix „Fiffi“ Gerritzen gehörten dieser Angriffsreihe u.a. Rudi Schulz, Siegfried Rachuba, Adi Preißler und Jupp Lammers an. Rachuba ist mit 97 Treffern in 238 Oberligaspielen bis heute zudem Münsters erfolgreichster Erstligatorschütze aller Zeiten.

Vizemeister 1951: Nie waren die Preußen so nah am größtmöglichen Triumph im deutschen Fußball wie im Sommer 1951. Nach einer starken Saison in der Oberliga West hatten die Adlerträger sich für die Endrunde um die Deutsche Meisterschaft qualifiziert, beendeten die Gruppenphase dort vor dem 1. FC Nürnberg, dem Hamburger SV und TeBe Berlin auf Platz 1 und zogen somit in das Endspiel ein. Vor fast 100.000 Zuschauern im Berliner Olympiastadion brachte Fiffi Gerritzen seine Preußen gegen den 1. FC Kaiserslautern zunächst sogar in Führung. Der spätere Weltmeister Ottmar Walter drehte mit zwei Toren die Partie allerdings noch zugunsten der Pfälzer. Trotz der Niederlage wurde die Mannschaft später bei ihrer Rückkehr in Münster begeistert empfangen und gefeiert. Bis heute ist der Titel des Vizemeisters der größte Erfolg der Vereinsgeschichte.

Gründungsmitglied: Als 1963 die Fußball-Bundesliga in ihre erste Saison startete, war der SC Preußen Münster als Gründungsmitglied mit dabei. Am ersten Spieltag empfingen die Adlerträger den Hamburger SV im Preußenstadion. Vor 38.000 Zuschauern trennten sich die Mannschaften 1:1, am Ende der Saison verpassten die Preußen allerdings den Klassenerhalt und mussten den bitteren Abstieg in die zweite Liga antreten.

Zweite Liga: Nach dem Bundesliga-Abstieg 1964 spielten die Adlerträger bis Anfang der 80er über Jahre in der 2. Bundesliga und schafften unter Trainer Helmut Horsch zu Beginn der 90er noch einmal den Aufstieg. In der 2. Liga Nord trafen die Preußen von 1978 bis 1981 sechsmal auf Holstein Kiel. Dreimal siegten die Adler, dreimal die Störche. Die Preußen-Rangliste der Zweitligaeinsätze führt Karl Heinz Krekeler (246) vor Werner Fuchs (194), Rolf Grünther (187) und dem heutigen Trainer Benno Möhlmann (150) an. Bis heute lebt in der Stadt – mal mehr, mal weniger – der große Traum von einer Zweitliga-Rückkehr.

Fans: Drittligatypisch verfügen auch die Preußenfans über eine ausgeprägte Leidensfähigkeit. Mit Stolz blicken die Anhänger auf vergangene Erfolge und auch in den letzten Jahren regelmäßig hohe Zuschauerzahlen, mit großer Hoffnung verfolgten sie in den letzten Jahren jeweils das Aufstiegsrennen der dritten Liga. Aktuell sind Abstiegskampf und wieder einmal die Stadionfrage in den Fokus gerückt, aber eines ist sicher: Langeweile kommt nicht auf und der Verein kann sich auf einen großen Kern treuer Anhänger verlassen.

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