Spiele, Spiele, Spiele

Trainingslager-Tagebuch aus Cambrils

Vom 4. bis 11. Januar absolviert die KSV Holstein ihr Trainingslager zur Vorbereitung auf die Rückrunde der Drittligasaison 2016/17. In unserem Tagebuch berichten wir von den (Rand-) Geschichten des Tages. 

+++ 9. Januar - Spiele, Spiele, Spiele +++

Die Beine der Störche werden nach den intensiven Tagen müder, aber rasten sollten sich auch nach dem mit 5:2 gewonnenen Testspiel gegen Tarragona am Vormittag nicht. Was hilft? Ein weiteres Spiel. Oder gleich mehrere. Am Montagnachmittag traten 20 Spieler in vier Teams im Fußball-Tennis und Basketball gegeneinander an. Der Preis war heiß! Die beiden Sieger-Teams dürfen sich am Dienstagmorgen das Frühstück servieren lassen. Da das Buffet eine vielseitige Auswahl bietet, war klar, dass auf zehn Störche schon vor den beiden Trainingseinheiten des Tages auf dem Fußballplatz die ersten nennenswerten Laufwege warten. Eingeteilt wurde nach Alter („Oldies“, „Youngsters“), Herkunft („Weltauswahl“) und Vereinszugehörigkeit („Jungstörche“). Es wurde ein kurzweiliger Nachmittag, sind doch alle Sportler gleich – im Wettkampf ist die Müdigkeit vergessen. Klarer Sieger, so viel darf verraten werden, war das aus Neuzugängen zusammengestellte Team „Jungstörche“ mit Dominick Drexler, Alexander Bieler, Tammo Harder, Christopher Lenz und Luca Dürholtz.

+++ 8. Januar - Ein Band für die Ewigkeit +++

Gelbe oder rosarote Leibchen, blaue Trikots und ein grünes Bändchen am Handgelenk – die Spieler der KSV Holstein kommen bunt daher, wenn sie auf dem Trainingsgelände „Complex Esportiu Futbol Salou“ üben. Die Bändchen tragen die Störche seit dem ersten Tag, sie die grünen, eine trinkfreudige Freizeitmannschaft aus der sechsten Liga Hollands die rosaroten, ein Profi-Radteam aus den USA hat die blauen bekommen. Nur wer ein solches Bändchen trägt, hat Zugang zur streng bewachten Anlage in Cambrils, die die Kieler vom 4. bis 11. Januar bewohnen. Schwere Rolltore, Wachpersonal mit jener Sorte Sonnenbrillen, die auch schmächtige Menschen gefährlich aussehen lassen. Wer sein Band verliert, so die Ansage, muss sich an der Rezeption umgehend ein neues holen. Sonst? Kein Eintritt! Die Störche tragen das Band wie eine Fußfessel, beim Sport, beim Duschen, im Bett. Abnehmen lässt es sich nicht, nur durchschneiden. Aber: Die Erfahrung lehrt, dass die Kontrolle mit der Ausgabe abgeschlossen war. Wer das Glück hatte, sein Band zu verlieren, lebt auch sehr gut ohne es. Das Tor ist immer geöffnet. Und die coolen Brillen haben hier ihren eigentlichen Sinn – sie schützen vor der Sonne.

+++ 7. Januar - Sen fliegt zurück +++

Utku Sen im Pech – für den U19-Torjäger der KSV Holstein endet das Trainingslager in Cambrils wegen einer schmerzenden Fußsohle vorzeitig. Der 18-Jährige reist am Sonntag mit Mannschaftsarzt Dr. Eckhardt Klostermeier zurück nach Kiel, um dort genauer untersucht werden zu können. (Mehr dazu im Interview auf Facebook). Alle andere stünden Trainer Markus Anfang für das Testspiel gegen den spanischen Zweitligisten Gimnastic de Tarragona (Montag/11 Uhr) zur Verfügung. Nur Noah Awuku nicht, der erst 16-jährige Stürmer ist noch nicht spielberechtigt. Auch Kenneth Kronholm ist eine Option, der Torhüter brach zwar das Vormittagstraining am Sonnabend mit einem schmerzenden Knöchel ab und ersetzte die zweite Einheit des Tages durch Hanteltraining – ein Schonprogramm, mehr nicht. Was auch für Kingsley Schindler und Steven Lewerenz galt, die an der Seite von Kronholm und Sen im Kraftraum schwitzten. Mit Klostermeier war am Freitag auch Michael Kriwat angereist, um die Störche einem Kniestrategie-Test zu unterziehen. Mit zwei Kameras zeichnete der Kieler Fußspezialist auf, wie die Spieler nach einem Spurt abbremsen, wie sie aus dem Lauf heraus die Richtung wechseln. Aus den Daten kann er herausfiltern, wie stark Ausweichbewegungen zu Fehlbelastungen führen und damit zu einem höheren Verletzungsrisiko.

Hier gibt's bildliche Impressionen vom Freitag und Samstag in Cambrils 

+++ 6. Januar - „In den Camp, nu? Oder nich …“ +++

Nach elf Trainingseinheiten wird sich die KSV Holstein am Sonntag mit einem freien Nachmittag belohnen. Geplant ist, das Camp Nou, das Kult-Stadion des FC Barcelona, zu besuchen. Filip Jicha, einst in Diensten des THW Kiel und aktuell in der Handball-Sparte der Katalanen beschäftigt, bot in alter Verbundenheit Hilfe an. Da er selbst im Urlaub ist, beauftragte er einen Angestellten des Vereins, die Weichen zu stellen. Der Herr ist freundlich und bemüht. Das sei kein Problem, sagt er, es müsse nur ein Preis gefunden werden. Beruhigend. Am Montag schien alles klar zu sein, dann wurden seine SMS wortkarger, telefonisch erreichbar ist er seit Mittwoch nicht mehr. Am Donnerstag simste er, dass er im Laufe des Tages Preis und Details durchgeben werde. Am Abend dann, dass das Museum noch daran arbeite. Immerhin, es war ein Lebenszeichen. Am Freitag, dem Reyes, passiert in Spanien grundsätzlich nichts. Auch ganz offensichtlich bei dem netten Herrn nicht. Noch einmal anrufen? Eine weitere SMS schicken? Es wäre die sechste. Wird er dann nicht genervt sein? Ein Deutscher wäre es, aber ein Spanier auch? Was bleibt: Jicha anmorsen, der beide Mentalitäten kennt. Seine Antwort: Cool bleiben, das klappt hundertprozentig. Na dann…

+++ 5. Januar - Iceman Schmidt +++

Jeden Abend, so gegen 18 Uhr, verwandelt sich der Kinderpool im „Cambrils Park Sport Village“ in eine Attraktion. Tagsüber interessiert das Becken keinen, das Wasser ist eiskalt, und Kinder gibt es zu dieser Jahreszeit in der Ferienanlage an der spanischen Mittelmeerküste auch keine. Aber gegen 18 Uhr, dann, wenn die Kieler ihre dritte Trainingseinheit des Tages beendet haben, beleben die Störche den Pool. Passend, dass diesem auch ein Leuchtturm nicht fehlt. Bereits am Tag der Anreise stieg Dominik Schmidt ins Wasser, der eisenharte Innenverteidiger gönnte seinen müden Beinen nach der langen Anreise ein heilsames Kälte-Bad. Kinderpool also statt der sonst für die Erholung üblichen Eistonne. Schmidt setzte einen Trend, mehr und mehr Kollegen folgen ihm und stellen sich nun auf dem Weg vom Sportplatz in ihre Hütten noch einmal knietief ins Wasser. Aber – keiner hält es so lange aus Schmidt, der „Iceman“.

Hier gibt's bildliche Impressionen der ersten beiden Tage in Cambrils

+++ 4. Januar - Ankunft +++

Geschafft! Abfahrt in Projensdorf am Mittwochmorgen um sieben Uhr, knapp elf Stunden später hat die KSV Holstein die erste Trainingseinheit an der spanischen Mittelmeerküste absolviert. Auf der Sportanlage neben dem „Cambrils Park Sport Village“ fehlte nur einer – der erkältete Torhüter Robin Zentner. Im Sommer ist die Ferienanlage, in der die Spieler sich als Wohngemeinschaften jeweils zu viert ein Häuschen teilen, sicherlich ein Ferienidyll für Familien. Spaßbad mit integrierter Bar, Minigolfanlage, Dinosaurier, ein Leuchtturm, ein Sportpark, in dem unter anderem Tennis, Handball auf Kunstrasen und Beachvolleyball gespielt werden kann – es fehlt an nichts. Nur jetzt, in den ersten Januartagen, ist die Anlage, die über 500 Zimmer verfügen soll, verwaist. Dem Bad fehlt das Wasser, dem Sportpark die Kinder. Den Störchen ist es recht. Sie haben hier ihre Ruhe und sorgen wenn selbst für einen erhöhten Geräuschpegel wie beim heutigen Ständchen für Geburtstagskind Tammo Harder (23) zum Abendessen. Die beschauliche Ruhe werden sie die allerdings nicht nutzen können, am Donnerstagmorgen steht um 7.30 Uhr die erste von drei Trainingseinheiten des Tages an.

 

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