Generalprobe gemeistert

Holstein Kiel - Victoria Hamburg 3:0 (1:0)

Holstein Kiel gewinnt die Generalprobe für die beiden Drittliga-Aufstiegsspiele klar mit 3:0. Vor 4111 Zuschauern ließen die Störche Victoria Hamburg keine Chance. Marcel Schied brachte die Kieler vor der Pause mit seinem 19. Saisontreffer in Führung (28). Nach dem Seitenwechsel sorgte vor allem der eingewechselte Jaroslaw Lindner für frischen Schwung. Erst legte er das 2:0 durch Marc Heider auf (57.), um selbst den 3:0-Endstand zu erzielen (75.). Der Gegner im Relegations-Hinspiel wird am Mittwoch um 18.30 Uhr Hessen Kassel sein. Der KSV machte mit einem 3:1-Sieg den Meistertitel der Regionalliga Südwest perfekt.

Holstein-Trainer Thorsten Gutzeit änderte die Startelf zum 2:1-Sieg gegen den TSV Havelse zweimal. Deran Toksöz und Casper Johansen begannen für Manuel Hartmann und Rafael Kazior. Als Kapitän lief zum zweiten Mal in dieser Spielzeit Fiete Sykora auf.

Das Spiel erinnerte an einen Rutsch- und Wasserspaß. Durch die flutartigen Regenfälle der letzten Tage glich der Rasen einer riesigen Pfütze. Bei jedem Ballkontakt spritzte Wasser auf. Ein ehemaliger Kieler hätte für die frühe Gästeführung sorgen können, doch Jakob Sachs scheiterte im Eins-gegen-Eins am aufmerksamen KSV-Schlussmann Niklas Jakusch (7.). Die Partie plätscherte im wahrsten Sinne des Wortes vor sich hin. Holstein bemühte sich um kontrollierte Angriffe, Victoria lauerte auf Kieler Fehler, um dann schnell umzuschalten. Den lichten Moment hatten aber die Störche. Ganz trocken vorgetragener Angriff über den linken Flügel, Marc Heide legte in den Rücken auf den mitgelaufenen Marcel Schied, der aus zwölf Metern das Leder ins freie Tor schob (28.). Im direkten Gegenzug vereitelte Jakusch den Ausgleich, indem der Holstein-Torwart einen Schuss aus spitzem Winkel von Conrad Azong mit dem Fuß klärte. Als dann Deran Toksöz den Turbo zündete und den Ball an Vicky-Schlussmann Tobias Grubba vorbei lupfte, hatten die 4.111 Fans im Holstein-Stadion den Torschrei auf den Lippen. Das Leder zischte aber um Zentimeter am langen Pfosten vorbei (35.). Kurz vor dem Pausenpfiff parierte Grubba noch einen Johansen-Schuss aus kurzer Distanz. Dann ging es in die Kabinen.

Da der SV Wilhelmshaven kurz vor der Pause in Führung gegangen war, kam Victoria Hamburg als Absteiger aus der Kabine und war unter Zugzwang. Sekunden nach Anpfiff hatten aber die Störche zwei dicke Möglichkeiten zu erhöhen. Nach einer Ecke strich eine Sykora-Verlängerung an Freund und Feind vorbei, der Hamburger Klärungsversuch landete bei Fabian Wetter, dessen 20-Meter-Schuss geblockt wurde. Und Holstein machte weiter Druck. Ein Sykora-Kopfball flog über die Latte (50.), ebenso wie ein zehn-Meter-Schuss von Toksöz (55.). Es war dann Marc Heider überlassen, das 2:0 zu erzielen. Nach feinem Zuspiel des eingewechselten Jaroslaw Lindner in die Gase, brauchte Holsteins Nummer 20 nur noch Grubba umkurven und ins leere Tor einzuschieben (57.). Das muntere Scheibenschießen ging weiter. Urban setzte das Leder nach einem Eckball an die Latte (63.). Nach einer scharfen Toksöz-Hereingabe schaffte es Johansen nicht den Ball ins Tor zu grätschen (70.). Sekunden später scheiterte Heider im Eins-gegen-Eins an Grubba. Erneut hatte Lindner ihn sehenswert freigespielt (71.). Der lange verletzte Außenflitzer machte dann den Sack zu. Toksöz gat zum Tänzchen mit drei Hamburgern, überließ dann Lindner, der den Ball aus elf Metern aufs Tor schoss und Grubba unglücklich aussehen ließ (75.). Victoria Hamburg betrieb nur noch Torverhinderung, brauchte aber offensiv keine Akzente mehr zu setze, da Oldenburg das Spiel in Wilhelmshaven gedreht hatte und der Klassenerhalt für Vicky perfekt war. Nach dem 3:0-Sieg übernahmen stolze Störche die Schale für den Meistertitel 2012/13 der Regionalliga Nord.

Stimmen nach dem Spiel

Holstein-Torwart Niklas Jakusch: „Wir müssen die positive Stimmung aus dem heutigen Spiel in die Relegation mitnehmen, dann schaffen wir den Aufstieg.“

Torschütze Jaroslaw Lindner: „Ich fühle mich gut und freue mich, endlich der Mannschaft wieder auf dem Platz helfen zu können. Und so ein Torerfolg ist für das Selbstbewusstsein und die kommenden Spiele ja auch nicht von Nachteil.“ 

Victoria-Trainer Lutz Götling: „Eine für den Fußballsport katastrophale Regionalliga-Saison geht zu Ende. Wir profitieren von einigen unschöner Angelegenheiten. Grausam wäre es gewesen, wenn Holstein durch die Insolvenzen zum Schluss nicht Meister geworden wäre. Heute haben wir uns gut präsentiert, hatten zwei gute Gelegenheiten, bevor Kiel dann mit der ersten Chance das Tor macht. Das zeichnet eine Spitzenmannschaft aus. Nach dem 2:0 wurden die Beine schwer, wir hatten das Pokalspiel von Dienstag noch in den Knochen. Daher geht der Sieg auch in der Höhe in Ordnung. Wir haben unseren Zuschauern noch einmal eine gute Leistung gezeigt.“

Holstein-Trainer Thorsten Gutzeit: „Die ersten 30 Minuten gingen eher an Victoria als an uns. Da waren wir nicht auf dem Platz, das hat mit überhaupt nicht gefallen. Wir hatten Glück, dass wir nicht in Rückstand geraten sind. Die Wechsel zur Pause haben heute frischen Wind gebracht, vor allem Jarek Lindner hat viel Alarm gemacht. So haben wir die Lockerheit wieder gefunden und Spaß am Kombinieren gezeigt. Das hat mir wiederum sehr gut gefallen. Fazit: 3:0 gewonnen, keine Verletzte, wir freuen uns, dass wir Meister geworden sind und bereiten uns jetzt auf Mittwoch vor.“

Holstein Kiel: Jakusch – Siedschlag, Gebers, Urban, Wetter – Krause, Toksöz – Johansen, Sykora (65. Kizil), Heider (76. Pressel) – Schied (46. Lindner).
Schiedsrichter: Heft (Wietmarschen)
Tore: 1:0 Schied (28.), 2:0 Heider (57.), 3:0 Lindner (75.)
Zuschauer: 4111

Sonderzug zum Relegationsauswärtsspiel

für das Relegations-Auswärtsspiel unserer Störche hat die KSV Holstein einen Sonderzug geordert.

Dazu folgende Informationen:

Abfahrtszeit: Sonntag ca. 6 Uhr am Kieler Hbf (genaue Zeit wird noch bekannt gegeben)
Fahrpreis: Hin- und Rückfahrt zusammen 20 Euro

Die Zugtickets werden am Montag und Dienstag von 12-20 Uhr am Fanshop/Ticketcenter der KSV Holstein verkauft. Dort sind auch Eintrittskarten für den Gästeblock im  Auestadion in Kassel erhältlich:

Stehplatz:    10 Euro
Sitzplatz:     17 Euro

Verkauf der restlichen Tickets für das Relegations-Heimspiel

Die restlichen Vortribünenkarten und Stehplätze gehen ab Montag 8 Uhr in den freien Verkauf in allen bekannten VVK: CITTI, Famila, KN, Sparkasen-Arena, Streiber). Der Fan-Shop am Holstein-Stadion öffnet um 12 Uhr (Verkauf der Auswärts-Tickets und der Bahnfahrkarten nach Kassel).


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