3:0-Sieg zum Jubiläum an Erfolgsstätte

Victoria Hamburg - Holstein Kiel 0:3 (0:3)

Das Hoheluft-Stadion in Hamburg bleibt ein Ort des Erfolgs für Holstein Kiel. 100 Jahre nach dem Fußball Meistertitel feierten die Störche einen 3:0–Erfolg gegen Victoria Hamburg. Vor 1.100 Zuschauern, davon weit über die Hälfte aus Kiel, sorgten Marc Heider (20.), Tim Siedschlag (26.) und Marcel Schied (40.) bereits vor dem Seitenwechsel für den Endstand. In der zweiten Halbzeit ließen die Kieler viele Chancen, darunter auch einen Foulelfmeter von Heider, ungenutzt, gegen eine Hamburger Victoria, die gegen überlegene Störche keine Chance hatten. Da Hannover 96 II tags drauf lediglich einen Punkt im Duell mit dem VfL Wolfsburg II holte, holten die Störche den inoffiziellen Titel „Herbstmeisterschaft“,

Holstein-Trainer Thorsten Gutzeit musste seine Startelf zum 6:1-Erfolg der Vorwoche gegen den Hamburger SV II auf einer Position ändern: Innenverteidiger Amando Aust saß leicht grippegeschwächt auf der Bank, Steve Müller lief von Beginn an auf.

Hatten die Störche zuletzt im Duell mit dem HSV-Nachwuchs einen Gegner vor der Brust, der sein Glück auch im Offensivspiel suchte, hatte der Aufsteiger Victoria Hamburg völlig anderes im Sinn: ein Abwehrbollwerk aufziehen und solange wie möglich die Null halten. Holstein baute geduldig auf und suchte das Kombinationsspiel der letzten Wochen. Die erste Chance erspielte sich das Gutzeit-Team einfacher: Langer Ball auf dem Flügel gestarteten Marc Heider, Flanke in die Mitte, wo Marcel Schied an Victoria-Torwart Fabian Lucassen scheiterte (8.). Die Kieler zogen beinahe ein Powerplay auf und umlagerten den Strafraum der Gastgeber. Wenn dann derzeit einer bei Kiel trifft, ist es Marc Heider. Nach einem Querschläger in der Hamburger Defensive kam Marcel Schied ans Leder, legte quer auf „Heidi“, der aus drei Metern den Ball zur Führung über die Linie drückte (20.). Trotz der schlechten Lichtverhältnisse, das Flutlicht hatte Kreisligaplatz-Qualität, behielten die Störche den Durchblick: Flanke Fabian Wetter, Torschütze Heider diesmal per Kopf mit der Ablage auf Tim Siedschlag, der aus 13 Metern den Ball zum 0:2 ins Netz jagte (26.). Kurz vor der Pause erzielte Marcel Schied noch das 0:3 und zugleich 50. Saisontor der KSV Holstein. Nach Ecke von Siedschlag verlängerte Manuel Hartmann mit dem Scheitel auf den lauernden Kieler Stürmer, der den Ball über die Linie drückte (40.). Seitenwechsel.

Trotz des 0:3-Rückstandes versteiften sich die Gastgeber weiter auf Schadensbegrenzung. Holstein spielte munter in Richtung Kanstersieg. Casper Johansen luchste Verteidiger Marcus Rabenhorst den Ball ab und schloss prima ins Tor ab. Schiedsrichter Bokop hatte bei der Aktion aber ein Foul des Kieler Dänens gesehen (56.). Wenn man Holstein zu Beginn der zweiten Halbzeit einen Vorwurf machen konnte, dann die mangelnde Chancenverwertung. Marc Heider scheiterte mit einem Foulelfmeter am prima reagierenden Lucassen (64.), der den Elfmeter mit einem Foul an Siedschlag selbst verschuldet hatte. Je mehr der Schlusspfiff nahte, desto mehr schaltete Holstein zurück, ohne dabei Gefahr zu gehen, ein Gegentor zu erhalten. Zwischen den sicheren Ballstafetten streuten die Störche immer mal wieder offensive Akzente ein – ohne aber einen weiteren Treffer zu erzielten, den nur der Satdionsprecher gesehen haben wollte, das Phantom-Tor von Johansen aber zurücknahm. So blieb es am Ende beim 3:0-Erfolg für das Gutzeit-Team.

Stimmen nach dem Spiel

Kapitän Rafael Kazior sagte nach seiner Auswechslung: „Wir sind hier heute wie eine Spitzenmannschaft aufgetreten und haben schnell klare Verhältnisse geschaffen. Ich hätte niemals damit gerechnet, das so viele Kieler hier nach Hamburg mitkommen würden. Einfach irre, was unsere Fans hier veranstaltet haben. Derzeit macht alles auf und neben dem Platz einfach nur Spaß!“

Innenverteidiger Manuel Hartmann erklärte: „Toll, dass wir hier so souverän gewonnen haben. Der Platz war tief ohne Ende und nicht einfach zu spielen, da ist so ein 3:0 aller Ehren wert.“

Casper Johansen freute sich: „Eine hervorragende Leistung der gesamten Mannschaft und vor allen Dingen von unseren Fans: In Dänemark kommen nur Anhänger von Brøndby oder Kopenhagen in solch großer Zahl zu Auswärtsspielen mit. Vielen Dank!“

Torschütze Tim Siedschlag meinte trocken: „Schön, dass wir hier heute 100 Jahre nach der Deutschen Meisterschaft wieder einen Sieg gelandet haben.“

Holstein-Trainer Thorsten Gutzeit resümierte: „Ich bin hochzufrieden mit dem Ergebnis und der Leistung meiner Mannschaft. Wir wussten nicht so richtig, was uns hier erwarten würde. Vor allem in der ersten Halbzeit hat meine Mannschaft die Vorgaben sehr gut umgesetzt. In der zweiten Halbzeit haben wir in der Leichtigkeit des Seins einige Torchancen fahrlässig liegengelassen.“

Victoria-Trainer Lutz Göttling sagte kurz und knapp: „Die Übermannschaft der Regionalliga war uns in allen Positionen und auf der Bank überlegen. Unsere einzige Chance hatte Jakob Sachs kurz vor Spielende.“

Holstein Kiel: Jensen – Herrmann, Müller, Hartmann, Wetter (79. Pressel) – Krause, Kazior (66. Toksöz) – Siedschlag, Johansen, Heider – Schied (69. Hebler).

Schiedsrichter: Bokop (Vechta)

Tore: 0:1 Heider (20.), 0:2 Siedschlag (26.), 0:3 Schied (40.)

Bes. Vorkommnisse: Heider scheitert mit Foulelfmeter an Lucassen (64.)

Zuschauer: 1.117

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