Siedschlag trifft zum verdienten Punkt

VfB Stuttgart II - Holstein Kiel 1:1 (1:0)

Auch der zweite Auftritt von Holstein Kiel im GAZI-Stadion auf der Waldau binnen zwei Monaten endet 1:1. Die Störche mussten im Spiel gegen den VfB Stuttgart II einem frühen Rückstand hinterherlaufen. Stuttgarts Erich Berko traf bereits nach neun Minuten. Noch vor der Pause hatte Marcel Gebers die größte Chance zum Ausgleich. Seinen Elfmeter hielt VfB-Schlussmann Odisseas Vlachodimos (29.). Das 1:1 besorgte dann Tim Siedschlag mit einem trockenen Schuss aus 18 Metern (68.).

Zwei Änderungen nahm Holstein-Trainer Karsten Neitzel zur 1:2-Niederlage gegen die SV Elversberg vor: Marcel Gebers kehrte nach seiner Rotsperre zurück in die Innenverteidigung. Patrick Breitkreuz begann auf der linken Außenbahn. Dafür nahmen Fiete Sykora und Casper Johansen auf der Bank Platz.

Nach kurzem Abtasten begann Holstein mehr Druck auf das Stuttgarter Tor zu entwickeln, als der VfB nach einem Standard zuschlug. Die scharf getretene Ecke konnte KSV-Torwart Maximilian Riedmüller nicht entscheidend klären, den Abstauber drückte Erich Berko zur frühen Führung über die Linie (10.). Nach ruhendem Ball entwickelten aber auch die Störche Gefahr: Eine Ecke von Tim Siedschlag verpasste Patrick Breitkreuz um Haaresbreite (23.). Rafael Kazior drehte einen 20-Meter-Freistoß an Mauer und Tor vorbei. Als Marcel Gebers eine Freistoßflanke von Siedschlag anvisierte, zerrte VfB-Innenverteidiger Daniel Vier zu energisch. Schiedsrichter Giese zeiget sofort auf den ominösen Punkt. Der Gefoulte trat selbst an und scheiterte am gut reagierenden Schlussmann Odisseas Vlachodimos (29.). Holstein machte weiter mehr für das Spiel, der Ausgleich gelang vor der Pause gegen wache Gastgeber nicht.

Holstein schaltete nach der Pause einen weiteren Gang hoch und drängte den Bundesliga-Nachwuchs in die eigene Hälfte. Der stand jetzt tief und die Kieler Angriff rollten über die Außen. Patrick Breitkreuz traf aus spitzem Winkel nur das Außennetz (56.). Bei Kieler Flanken war Odisseas Vlachodimos auf dem Posten. Nach einem Kopfball von Patrick Breitkreuz wäre auch der VfB-Schlussmann machtlos gewesen. Das Leder flog aber knapp neben dem Pfosten ins Aus (62.). Der Ausgleich lag in der Luft und stand kurze Zeit später auch auf der Anzeigetafel: Tim Siedschlag zog ab und setzte das Leder präzise zum Ausgleich ins Eck (68.). Die Störche wollten noch mehr: Kopfball (70.) und Schuss (73.) von Patrick Breitkreuz verfehlten das VfB-Gehäuse knapp. Rafael Kazior zog einen Freistoß aus 20 Metern an die Latte (81.). Am Ende mussten die Kieler aber aufgrund der mangelnden Kaltschnäuzigkeit vor des Gegners Tor mit dem einen Zähler zufrieden sein.

Stimmen nach dem Spiel

Holsteins Sportlicher Leiter Andreas Bornemann: „Ich ziehe meinen Hut vor der Vorstellung und der Moral unserer Mannschaft. Wie sie mit dem Rückschlag des Gegentores umgegangen ist, der gewiss aus einer Kette vermeidbarer Fehler entstanden ist, war richtig gut. Wir haben einen Fußball, gezeigt, mit dem wir sehr bald den Bock umstoßen werden und Siege einfahren können. Sicherlich fehlen zwei Punkte aufgrund der Torchancen, die wir nicht nutzen konnten. Dennoch ist es hier ein Ergebnis, das man insgesamt als positives Erlebnis verbuchen kann und muss.“ 

Rafael Kazior: „Stuttgart hat in den letzen Wochen einige Mannschaften auseinander genommen. Deswegen könnten wir eigentlich mit dem Ergebnis leben. Wenn man aber betrachtet, was uns seit Wochen verfolgt, nämlich vermeidbare Gegentore, eine eklatante Chancenverwertung und Pech im Abschluss, war auch heute wieder mehr drin. Dennoch steigen wir mit einem guten Gefühl in den Bus.“

Tim Siedschlag: „Das Tor widme ich vor allem unseren 200 Fans, die auf einen Freitag-Abend 800 Kilometer hier nach Stuttgart gekommen sind, um uns zu unterstützen. Hammer!“

KSV-Trainer Karsten Neitzel: „In den letzten Wochen haben Leistungen und Ergebnisse nicht zusammen gepasst. Wir wollten in Stuttgart trotzdem offensiv agieren und die Mannschaft hat die Vorgaben gut umgesetzt. Man hätte nach den letzten Resultaten denken können, dass die Jungs nach dem frühen Rückstand die Köpfe hängen lassen. Das war nicht der Fall. Meine Mannschaft hat tolle Moral bewiesen. Ich bin wieder mit der Leistung meines Teams zufrieden. Aber das Ergebnis stimmt einfach nicht. Unterm Strich müssen wir heute damit leben. Es war insgesamt ein sehr, sehr gutes Spiel. Wir werden weiter hart arbeiten und weiter lernen.“

VfB Stuttgart II: Vlachodimos - Lang, Vier, Geyer, Leibold - Rathgeb, Halimi (63. Kiefer) - Janzer, Wanitzek (87. Sirgedas), Berko (72. Gümüs) - Grüttner. Trainer: Kramny

Holstein Kiel: Riedmüller - Herrmann, Gebers, Wahl, Wetter - Siedschlag (90. Johansen), Danneberg, Hartmann, P. Breitkreuz (85. Sykora) - Kazior, Schied (67. Heider). Trainer: Neitzel.

Schiedsrichter: Giese (Großräschen)

Tore: 1:0 Berko (10.), 1:1 Siedschlag (68.)

Zuschauer: 700

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