Hitziger Auftakt bei Minusgraden endet remis

Holstein Kiel - Stuttgarter Kickers 0:0

3.931 Zuschauer sahen einen hitzigen Auftakt ins Jahr 2014 der 3. Liga im Holstein-Stadion. Zwar endete das Spiel zwischen Holstein Kiel und den Stuttgarter Kickers 0:0. Doch es hätten Tore auf beiden Seiten fallen müssen. Am Ende verloren die Störche noch Mika Ääritalo nach glatt Roter Karte – eine zu harte Entscheidung von Schiedsrichter Willenborg. Nach dem heutigen Remis rutschen die Störche erstmals auf einen Abstiegsplatz ab.

Die erste Aufstellung des Jahres 2014 der KSV Holstein in der 3. Liga war nominell ähnlich der letzten Partie 35 Tage zuvor gegen Hansa Rostock. Zwei Änderungen nahm Trainer Karsten Neitzel vor: Marcel Schied begann für den gelbgesperrten Fiete Sykora und Neuzugang Mikkel Vendelbo ersetzte Tim Danneberg, der sich im Abschlusstraining das Nasenbein gebrochen hatte. 

Beide Mannschaften waren trotz klirrender Kälte von minus sieben Grad sofort auf Betriebstemperatur. Holstein setzte den Gegner früh unter Druck und lief die Kickers schon an deren Strafraum an. Die Störche näherten sich nach Aktionen von Marc Heider (8.) und Marcel Gebers per Kopf (23.) dem Tor. Marcel Schied stand nach schönem Solo von Mikkel Vendelbo im Abseits (26.). Die Kickers variierten das gemächliche Aufbauspiel kaum. Am Ende kam der berechenbare lange Ball, der nur zu Gefahr führte, wenn die Störche nicht mit letzter Konsequenz klärten. Ein Schuss von Vincenzo Marchese war ebenso kein Problem für Niklas Jakusch (13.) wie der Versuch des Kickers-Kapitäns den an der Strafraumlinie stehenden Holstein-Schlussmann von der Mittellinie zu düpieren (31.). In der 37.Minute wurde das Holstein-Torjingle schon eingespielt. Kickers-Keeper Markus Krauss hatte im Eins-gegen-Eins mit Schied den Ball mit der Ferse knapp neben das Tor gelenkt. Der Endspurt der KSV blieb trotz guter Ansätze von Breitkreuz (39.), Heider (40.) und Schied (41.) ohne Torerfolg. Kurz vor der Halbzeit pariere Jakusch noch einen Marchese-Freistoß glänzend. Mit 0:0 ging es zum warmen Pausentee. 

Nach Wiederanpfiff ging es hin und her, dass die Zuschauer die Kälte vergaßen. Heider wurde in höchster Not abgedrängt. Sein Schuss landete nur am Außennetz (48.). Patrick Breitkreuz brauchte zu lange, um ein Zuspiel von Rafael Kazior aufs Tor zu bringen (51.). Nach einer Stunde hätten dann die Kickers in Führung gehen müssen: Erst setzte Elia Soriano das Leder aus zehn Metern an den Pfosten, der Abpraller landete auf dem Fuß von Marco Calamita, der zu lange brauchte und Jakusch das Leder noch auf der Linie halten konnte. Im Gegenzug war Heider frei durch, seine Flanke kam zu dicht vors Tor (60.). Die Einwechslung der beiden Debütanten Mika Ääritalo (kam von Turku PS) und Fabian Arndt(Torjäger aus der U19) hätte beinah Zählbares erbracht. Der Finne stand bei seiner Kopfballbogenlampe an den Pfosten allerdings im Abseits (63.) und Marc Heider konnte alleine vor Krauss den Ball nicht kontrollieren. Als Arndt auf Ääritalo abgelegt hatte und der nur noch das leere Tor vor sich hatte, hatten die 3.900 Zuschauer den Torschrei auf den Lippen. Doch auch diese Großchance blieb ungenutzt. Der Finne verzog neben das Stuttgarter Gehäuse (77.). So wurde Ääritalo vom Held zum Verlierer des Tages. Ein engagiertes Nachsetzen gegen Royal-Dominique Fenell wertete Schiedsrichter Willenborg als grobes Foulspiel und zückte glatt Rot (85.) – eine zu harte Entscheidung. So bekamen die Gäste noch einmal Aufwind - doch letztlich blieb es beim 0:0.

Stimmen nach dem Spiel

Niklas Jakusch: „Ich kann mich über das Zu-Null-Spiel heute nicht freuen. Einen Dreier hatten wir einfach verdient. Wir waren aktiver und hatten auch die klareren Chancen, auch wenn Stuttgart kurz vor der Pause natürlich auch ein Tor machen muss. So ist es zumindest zufriedenstellend, dass ich mit meiner heutigen Leistung einen Punkt ermöglicht habe.“

Marcel Gebers: „Es war ein kampfbetontes Spiel, in das wir gut reingekommen sind. Natürlich ist es ärgerlich, dass wir nicht gewonnen haben. Aber wir haben bis zum Schluss defensiv gut gestanden – auch in Unterzahl.“

Mika Ääritalo: „Ich muss mir die Szene im Fernsehen ansehen. Ich habe den Ball nicht gespielt, aber die Rote Karte hat mich schon überrascht.“

Kickers-Trainer Horst Steffen: „Insgesamt können wir gut mit dem Punkt leben. Wir haben relativ schwer ins Spiel gefunden, waren gedanklich zu langsam und haben dadurch viele falsche Entscheidungen getroffen. Im Laufe der zweiten Halbzeit wurde es etwas besser, haben auch eine klare Chance gehabt. Aber ich bin mit dem Punkt einverstanden.“

Holstein-Trainer Karsten Neitzel: „Wir sind gut und griffig ins Spiel gekommen und haben es nicht hinbekommen die Mischung aus langen und kurzen Bällen zu finden. Gefährlich wurde es immer, wenn wir geradlinig nach vorne gespielt haben. In der zweiten Halbzeit hatten wir in zwei Situationen Glück, nicht in Rückstand zu geraten. Nach den beiden Wechseln ging noch mal richtig was und hatten durch Marc Heider und Mika Ääritalo richtig gute Chancen. Solche Spiele wie heute müssen wir natürlich gewinnen. Aber wir dürfen uns nicht zerreißen und müssen unseren Blick auf die nächste Woche und Halle richten.“

Holstein Kiel: Jakusch – Herrmann, Gebers, Wahl, Wetter – Siedschlag, Kazior (90. Hartmann), Vendelbo, Breitkreuz (60. Arndt) – Heider, Schied (60. Ääritalo). Trainer: Neitzel

Stuttgarter Kickers: Krauss – Gerster, Fennell, Auracher, Baumgärtel – Leutenecker, Braun, Marchese, Calamita – Soriano, Badiane (74. Edwini-Bonsu). Trainer: Steffen

Schiedsrichter: Willenborg (Osnabrück)

Tore: Fehlanzeige 

Zuschauer: 3.931

Rote Karte: Ääritalo (85., grobes Foulspiel)

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