KSV-Chancengewitter endet torlos

Stuttgarter Kickers - Holstein Kiel 0:0

Holstein Kiel entführt einen Punkt aus Schwaben. Beim 0:0 gegen die Stuttgarter Kickers hätten die Störche jedoch früh auf die Siegerstraße einbiegen können. Die KSV ließ in der ersten Halbzeit eine Vielzahl guter Chancen liegen. Im zweiten Durchgang verlief die Partie vor 3.450 Zuschauern weniger spektakulär und mit zwei Mannschaften auf Augenhöhe, die sich am Ende die Punkte teilen mussten.

Nach der unglücklichen 0:1-Niederlage der Vorwoche gegen den VfL Osnabrück schenkte Holstein-Trainer Karsten Neitzel der gleichen Startformation sein Vertrauen.

Kaum einer der 3.450 Besucher konnte nach einer Viertelstunde fassen, dass es noch 0:0 stand. Die Störche hatten ein wahres Chancengewitter über Stuttgart-Degerloch abgelassen. Steven Lewerenz per 17-Meter-Freistoß (8.), Mathias Fetsch per Kopf (15.) und per Fuß (17.) und Marc Heider (16.) war es nicht gelungen, das Leder im Gehäuse von Rouven Sattelmaier unterzubringen. Der Kickers-Schlussmann bekam auch im dritten Anlauf von Fetsch die Hand ans Leder (27.). Marc Heider stocherte aus 17 Meter knapp am linken Pfosten vorbei. Auch nach einer halben Stunde musste Trainer Karsten Neitzel auf den ersten Treffer seiner hoch überlegenen Elf warten. Da reagierte SVK-Trainer Tomislav Stipic und nahm einen Wechsel in der Defensive vor. Doch auch der eingewechselte Alessandro Abruscia konnte Fetsch nicht am Abschluss hindern. Dessen Kopfball landete allerdings neben dem Tor (36.). So überzeugten die Störche mit einer spielerisch starken Halbzeit, ohne sich mit einem Tor belohnt zu haben.

Die beiden ersten Akzente des zweiten Abschnitts setzten die Kickers durch den eingewechselten Markus Mendler (47., ans Außennetz, 51. neben den Pfosten), die jetzt versuchten, als Hausherren aufzutreten. Jetzt sahen sich die Gäste plötzlich unter Druck. Erst nach einer guten Stunde setzte Lewerenz ein offensives Ausrufezeichen, doch Hendrik Starostzik konnte den Schuss blocken. Beiden Mannschaften rieben sich jetzt aneinander auf. Die Torgefahr blieb dabei mehr und mehr auf der Strecke. Auch weil sich Stockfehler, Pässe zum Gegenspieler und Fouls jetzt häuften. Zweimal forderten die Stuttgarter Fans Strafstoß für die Blauen, der umsichtige Schiedsrichter Lasse Koslowski ließ weiterlaufen. Am Ende blieb der Kieler Kasten im Gegensatz zur Vorwoche sauber, aber beide Teams mussten sich mit nur einem Punkt begnügen. 

Stimmen nach dem Spiel

Steven Lewerenz: „Stuttgart hätte sich nicht beschweren dürfen, wenn wir hier 5:1 oder 6:1 gewonnen hätten. Sie können sich bei ihrem Torwart bedanken, dass er so stark gehalten hat. Wir haben sie dominiert, daher ist der eine Punkt schade.“

Mathias Fetsch: „Gerade in der ersten Halbzeit hatten wir sehr viele Chancen, eingeschlossen mich. Wir haben sie nicht gemacht. Wir haben einen ordentlichen Job gemacht, aber mit dem Ergebnis sind wir sehr unzufrieden.“

Robin Zentner: „Wir hatten super Chancen. Da müssen wir ein Tor machen, zumal der Gegner kaum Chancen hatte. Wir müssen hier mit zwei Punkten mehr nach Hause fahren.“

Rafael Czichos: „Wir haben zwei Punkte liegen gelassen, gerade, wenn man die tollen Chancen in der ersten Halbzeit sieht, die wir uns fußballerisch erarbeitet haben.“

Uwe Stöver (Geschäftsführer Sport): „Grundsätzlich ist ein Punkt auswärts gut. Aber aufgrund des Chancenverhältnisses von 9:2 für uns, können wir nicht zufrieden sein.“

Karsten Neitzel: „Heute war es wichtig, dass wir nach dem 0:1 in der Nachspielzeit gegen Osnabrück auf dem Platz standen, als wäre nichts gewesen. Man kann der Mannschaft keinen Vorwurf machen. Wir haben eine richtig tolle erste Halbzeit gespielt, offensiv wie defensiv, haben es aber ganz einfach versäumt, eine oder zwei von unseren Torchancen zu nutzen. Nach der Pause standen wir nicht mehr so auf dem Platz wie in der ersten Hälfte. Da hatte Stuttgart ein spielerisches und optisches Übergewicht mit Situationen vor unserem Tor. Wir hatten eine Riesenchance durch Steven Lewerenz. Von daher: Mund abputzen, nach Hause fahren und den Punkt mitnehmen.“

Tomislav Stipic (Trainer Stuttgarter Kickers): „Komplexe Bodenverhältnisse, starker Gegner, schwieriges Spiel. Ich denke, dass wir dasselbe Spiel vor sechs bis acht Wochen noch verloren hätten. Das ist auch eine Entwicklung. Wir konnten heute nicht die Erwartungen, die wir selbst an uns haben, erfüllen, weil Holstein von Karsten Neitzel sehr gut eingestellt worden ist. Holstein Kiel ist eine Mannschaft, die in der Auswärtstabelle auf Platz vier steht. Wenn man sie heute gesehen hat, ist das eine Spitzenmannschaft. Wir haben sie aufgehalten, konnten sie aber nicht überraschen. Wir können mit dem Punkt leben.“


Stuttgarter Kickers: Sattelmaier – Stein, Starostzik, Baumgärtel, Leutenecker – Gjasula, Bahn (30. Abruscia) – Mvibudulu, Nebihi (86. Bihr), Braun – Sliskovic (46. Mendler). Trainer: Stipic
Holstein Kiel: Zentner – Herrmann, Sigurbjörnsson, Czichos, Kohlmann – Lewerenz, Wirlmann, Evseev (90. Schmidt), Schnellhardt – Fetsch (77. Schäffler), Heider (69. Sané). Trainer:  Neitzel
Schiedsrichter: Koslowski (Berlin)
Tore: Fehlanzeige
Zuschauer: 3450

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