Störche verpassen Siegtreffer

Holstein Kiel - VfB Stuttgart II 1:1 (1:1)

Holstein Kiel muss sich zum Auftakt ins Pflichtspieljahr 2015 mit einem 1:1 begnügen. Gegen den VB Stuttgart II dominierten die Störche vor 4031 Zuschauern vor allem die zweite Halbzeit, versäumten es aber aus guten Möglichkeiten den Siegtreffer zu erzielen. Beide Teams boten in der ersten Hälfte streckenweise mitreißenden Fußball: Holsteins Führung durch einen 18-Meter-Kracher von Manuel Schäffler (8.), glich Borys Tashchy postwendend aus (9.). Die zweite Hälfte diktierten die Hausherren, erspielten sich gute Möglichkeiten, die sie aber nicht in Zählbares ummünzten.

Die Zuschauer bekamen einen turbulenten Ligaauftakt ins Jahr 2015 zu sehen. Bei Minusgraden waren die 22 Akteure sofort auf Betriebstemperatur. Zunächst rettete Kenneth Kronholm zweimal stark gegen Stuttgarts Marvin Wanitzek (2. und 5.). Dann klingelte es für Holstein: Manuel Schäffler zog trocken aus 18 Metern ab, VfB-Schlussmann Benjamin Uphoff war zwar noch dran, konnte das Leder aber nur noch ins Netz lenken (8.). Die Kieler Freude währte nur eine Minute lang: Nach einem schnell vorgetragenen Konter konnte Kronholm noch gegen Jerome Kieswetter klären, den Abpraller schob Boris Tashchy zum Ausgleich ins leere Tor (9.). Es ging weiter hin und her: Im zweiten Versuch parierte Uphoff einen Schäffler-Kracher ins rechte Eck (12.). Die Schwaben vergaben nach erneut überfallartigem Konter leichtfertig die Führung, als Patrick Hermann und Kronholm gemeinsam gegen Profileihgabe Daniel Ginczek und Kieswetter in höchster Not einen Rückstand verhinderten. Nach 25 Minuten hatten sich die Teams besser auf einander eingestellt und rieben sich bei weiter hohem Tempo gegenseitig auf. Kurz vor der Pause rauchte es dann wieder in beiden Strafräumen. In der Kieler Defensive hinderte Hauke Wahl Ginczek am Abschluss, auf der anderen Seite legte Rafael Kazior maßgenau quer auf den durchgestarteten Marc Heider, doch Uphoff kratzte das Leder dem einschussbereiten Holstein-Stürmer noch vom Fuß. So blieb es vorerst beim 1:1.

Die Partie blieb weiter spannend. Auf Kieler Seite entwickelte sich mehr und mehr der fehlerlose Hauke Wahl zum Fels in der Brandung. Vorne hatte Heider die erneute Führung auf dem Fuß, sein Schuss aus zwölf Metern zischte zwei Meter über die Latte (55.). Auch Schäffler schaffte es nicht, aus fünf Metern die „Torfabrik“ über die Linie zu drücken und senste am Ball vorbei (57.). Die Störche hatten jetzt mehr vom Spiel. Kazior stellte Uphoff aus zwölf Metern vor keine allzu großen Probleme (66.). Dafür war eine Hereingäbe vom eingewechselte Patrick Breitkreuz brandgefährlich, Siedschlag kam aber einen Schritt zu spät (78.). Vor der Schlussphase war die Kieler Führung längst überfällig, von den Stuttgartern Zukunftsprofis war dagegen nichts mehr zu sehen. Schäffler hatte noch zwei aussichtsreiche Gelegenheiten, doch der Siegtreffer sollte nicht mehr fallen. Am Ende stand ein 1:1 auf der Anzeigentafel, mit dem sich Stuttgart-Coach Jürgen Kramny eher zufrieden zeigen dürfte als sein Gegenüber Karsten Neitzel.

Stimmen nach dem Spiel

VfB-II-Trainer Jürgen Kramny: „Bei uns hat man in der ersten Halbzeit viel Spielwitz und Schnellligkeit gesehen. Nach dem Rückstand war die Reaktion top. Ich habe dann viele gute Passagen gesehen. In der zweiten Hälfte war der Fluss bei uns nicht mehr so drin. Auch Holstein Kiel hat dann etwas mehr auf die Umschaltsituationen gewartet. Alles in allem geht das Unentschieden hier in Ordnung.“

 

KSV-Trainer Karsten Neitzel: „Wir haben in der ersten Halbzeit Probleme gehabt, den Gegner weit genug von unserem Tor wegzuhalten. Die Situation für das Pressing war nicht immer optimal gewählt. Bei der individuellen Qualität in der Stuttgarter Offensive wird es dann schnell gefährlich. In der zweiten Hälfte haben wir den Gegner dann tiefer aufgenommen und hatten zudem die Möglichkeit, das Spiel zu entscheiden. Wir haben heute in der einen oder anderen Situation noch besseren Fußball gespielt als in der Vorrunde. Mit dem Ergebnis werden beide Trainer nicht ganz zufrieden sein, denke ich.“

 

Manuel Schäffler: „Mit einem 1:1 können wir nicht ganz zufrieden ein, wenn man sieht, welche Chancen wir hatten. Wäre wir konsequenter gewesen, hätten wir das Spiel klar gewonnen. Letztenendes haben wir uns fürs erste Spiel fußballerisch im Vergleich zur Hinrunde verbessert.“

Saliou Sané: „Ich hab mich riesig gefreut, endlich wieder mit den Jungs auf dem Platz stehen zu können. Das Ergebnis hätte natürlich besser sein können, aber der Gegner war stark und so geht das  1:1 in Ordnung, denke ich.“

Rafael Kazior: „Wir wollten hier natürlich mit einem Dreier starten. Aber dafür haben wir gerade in der ersten Halbzeit zu viel zugelassen. Der VfB Stuttgart II ist fußballerisch eine starke Mannschaft, daher brauchen wir uns für das Ergebnis nicht schämen, trotzdem hätten wir uns drei Punkte gewünscht.“

Ralf Heskamp (Sportlicher Leiter Holstein Kiel): „Aufgrund der zweiten Halbzeit hätten wir den Dreier verdient gehabt. Leider haben wir die eine oder andere Chance vergeben und so müssen wir mit dem Punkt leben.“

Holstein Kiel: Kronholm – Herrmann, Wahl, Krause, Kohlmann – Siedschlag (86. Sané), Kegel (59. Breitkreuz), Vendelbo, Kazior – Schäffler, Heider (76. Lindner). Trainer: Neitzel. 
VfB Stuttgart II: Uphoff – Mwene, Kirchhoff, Sama, Leibold – Rathgeb – Kiesewetter, Wanitzek, (90. Lovric) Tashchy, Rausch (80. Lohkemper) – Ginczek (90.+1 Grüttner). Trainer: Kramny. 
Schiedsrichter: Bokop (Vechta)
Tore: 1:0 Schäffler (8.), 1:1 Tashchy (9.)
Zuschauer: 4031

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