Störche lösen 3.Liga-Ticket für 2014/15

SV Darmstadt 98 - Holstein Kiel 1:3 (1:2)

Holstein Kiel feiert den ersten Klassenerhalt in der 3. Liga. Nach einem 3:1-Erfolg beim SV Darmstadt 98 beenden die Störche die Saison 2013/14 als 16. der Tabelle. Vor 12.500 Zuschauern schossen Manuel Hartmann (15.) und Tim Siedschlag (20.) die Kieler schon vor dem Seitenwechsel auf die Siegerstraße. Marc Heider machte den Sack kurz vor Abpfiff zu (85.). Hanno Behrens hatte zwischenzeitlich den Ausgleich erzielt (19.). Im Schlussakkord einer abwechlungsreichen Saison zeigten die Störche keinerlei Anzeichen eventueller Abstiegssorgen und sorgten nebenbei für den ersten Auswärtssieg des Jahres 2014.

Mit drei Änderungen zum 0:0 der Vorwoche gegen den BVB II starteten die Kieler am legendären Böllenfalltor: Maximilian Riedmüller gab sein Startelfdebüt 2014 für den verletzten Niklas Jakusch im Tor. Und die beiden Tims mit Nachnamen Danneberg und Siedschlag liefen für Fiete Sykora und Manuel Schäffler auf.

Von Abstiegsangst war bei den Störchen keine Spur. In den Zweikämpfen wirkten die Gäste wacher, im Spielaufbau sicher. Eigentlich wollten die Gastgeber ihren Fans eine Generalprobe für die anstehenden Relegationsspiele bieten. Immerhin hatten 12.500 bei Dauerregen den Weg ins altehrwürdige Böllenfalltor gefunden. Die Neitzel-Elf machte den Lilien aber einen Strich durch die Rechnung. Die Störche-Führung resultierte aus einem Freistoß aus dem Halbfeld, den Marcel Gebers mit Übersicht auf Manuel Hartmann an der Strafraumgrenze zurücklegte. Im zweiten Anlauf jagte der Innenverteidiger das Leder zwischen Freund und Feind hindurch ins Netz (15.). Wenn Darmstadt gefährlich wurde, dann aus luftigen Höhen. 1,97-Meter-Torjäger Dominik Stroh-Engel köpfte eine Flanke von Marcel Heller Richtung Kieler Tor, Hanno Behrens brachte noch die Fußspitze dazwischen und glich zum 1:1 aus (19.). Holstein geschockt? Von wegen. Darmstadt vergaß im Jubel die Rückwärtsbewegung, Tim Siedschlag lauerte mutterseelenallein am zweiten Pfosten und drückte die präzise Hereingäbe von Fabian Wetter ins leere Tor (19.). Zwischen Ausgleich und dem Kieler 2:1 lagen exakt 30 Sekunden. Die Lilien fanden keinen Zugriff auf das Spiel. Die 12.500 Zuschauer sahen bis zur Pause eine harmlose 98er-Elf und engagierte Kieler, die mit Feuer und Willen die drei Punkte wollten.

Der Sportliche Leiter Andreas Bornemann hatte auf die Verletzung von Niklas Jakusch geäußert, dass man dem gesamten Torhüterteam vertraue. Als ob es der Ex-Bundesligaspieler geahnt hätte, verletzte sich Maximilian Riedmüller nach Wiederanpfiff am Oberschenkel, und so kam Daniel Strähle zu seinem Drittligadebüt. Die Kunde vom 2:0 der Dortmunder U23 gegen den SV Elversberg hatte mittlerweile auch Südhessen erreicht. Darauf schien die Brust der Störche noch breiter zu werden. Und da SVD-Trainer Dirk Schuster nun doch einzelne Spieler wie Torjäger Stroh-Engel für die Relegation schonen wollte, kam bei den Gastgebern wenig Spielrhythmus auf. Holstein bestimmte Tempo und Geschehen. So war die Neitzel-Elf auch für Torgefahr nahezu alleine zuständig: Marc Heider blieb in letzter Sekunden in der 98er Defensive hängen (53.). Hartmann jagte das Leder über die Latte (68.). In der Schlussphase machte Heider dann alles klar, nach einem Konter den Torhüter Strähle mit einer starken Parade eingeleitet hatte (85.). Fazit nach Abpfiff: Der SV Darmstadt 98 wird weiter mit den Gedanken beim anstehenden Relegationsspiel am kommenden Freitag sein. Holstein Kiel feierte den ersten Drittliga-Klassenerhalt der Vereinsgeschichte und wird ebenfalls gedanklich schnell auf Freitag umschalten – da steht das Finale des SHFV-LOTTO-Pokals gegen den ETSV Weiche an. Es winkt die Teilnahme am DFB-Pokal.

Stimmen nach Spielende

Tim Siedschlag: „Wir haben die ganze Saison auf den heutigen Tag hingearbeitet. Und eines ist klar: Der Klassenerhalt ist verdient!“ Andreas Bornemann (Sportlicher Leiter): „Alle Achtung vor der Mannschaft. Was die leistet, wenn es gilt – heute aber auch in den letzten zwei, drei Jahren, ist aller Ehren wert.“ Holsteins Geschäftsführer Wolfgang Schwenke: „Der ganze Verein mit den Fans, den Sponsoren und denjenigen, die Holstein die Daumen gedrückt haben, hat den Klassenerhalt verdient. Wir haben ein gutes Spiel gemacht, als Aufsteiger eine gute Saison gespielt und wenn man sieht, wie viele Punkte wir geholt, wie viele Tore wir geschossen, wie viele wir kassiert haben, da wäre es nur ungerecht gewesen, wenn wir abgestiegen wären. Wir haben gezeigt, dass wir in die 3. Liga gehören.“ Trainer Karsten Neitzel: „Wir haben aus eigener Kraft die Liga gehalten, das war uns ganz, ganz wichtig. Der Auftritt der Jungs war heute so, wie man sich das als Trainer vorstellt. Ich freue mich total für die ganzen Anhänger, die uns die ganze Saison über überall hinbegleitet haben, für den gesamten Verein und das ist heute das Ausschlaggebende. Aber schon ab morgen 10 Uhr werden wir uns auf das Pokalfinale am Freitag-Abend vorbereiten.“

SV Darmstadt 98: Zimmermann – Stegmayer, Gorka, Berzel, Sirigu – Maas, Behrens – Heller (46. Ivana), Baier, Landeka (63. Biada) – Stroh-Engel (58. da Costa). Trainer: Schuster

Holstein Kiel: Riedmüller (53. Strähle) – Herrmann, Gebers, Hartmann, Wetter – Siedschlag (76. Sykora), Vendelbo – Danneberg, Breitkreuz – Kazior (83. Schied), Heider. Trainer: Neitzel

Schiedsrichter: Winkmann (Kerken)

Tore: 0:1 Hartmann (15.), 1:1 Behrens (19.), 1:2 Siedschlag (20.), 1:3 Heider (85.)

Zuschauer: 12.500

Zurück