Störche wollen Platz 1 verteidigen

Sa. 14 Uhr: FC St. Pauli II - Holstein Kiel

Rafael Kazior will mit den Störchen das Millerntor stürmen.

Am Sonnabend um 14 Uhr treten die Kieler Störche beim FC St. Pauli II an. Am Hamburger Millerntor will die KSV unbedingt ihre Spitzenposition verteidigen. Nur drei Tage nach dem fulminanten Pokal-Erfolg gegen den Zweitligisten MSV Duisburg muss den Störchen das Kunststück gelingen, den Schalter auf den schweren Regionalliga-Alltag umzulegen. „Wir wollen die positiven Emotionen aus dem Pokal mit in die Punktrunde nehmen. Die Ligaspiele besitzen oberste Priorität. Wir haben keine Lust darauf, dass durch Punktverluste ein Schatten auf diese Woche geworfen wird.“, so Trainer Thorsten Gutzeit vor dem Duell mit dem Regionalliga Aufsteiger.

Großer Konkurrenzkampf

Gutzeit hat momentan die Qual der Wahl. Abgesehen von den beiden Langzeitverletzten Florian Meyer und Christian Jürgensen sowie dem gesperrten Jakob Sachs stehen dem Kieler Trainer am 11. Spieltag alle Akteure zur Verfügung. „Wir haben momentan einen sehr gesunden Konkurrenzkampf, jeder gibt im Training richtig Gas. Das ist natürlich eine komfortable Situation für mich“, freut sich Gutzeit über die positive Spannung in seiner Mannschaft.

Kompakt und mutig

Holstein will sich beim Aufsteiger die Butter nicht vom Brot nehmen lassen. Die Störche setzen dabei auf ihre spielerischen Fähigkeiten, das gewachsene Selbstvertrauen, ihre Kompaktheit, den ausgezeichneten Teamgeist und die lautstarke Unterstützung der rund 500 mitreisenden KSV-Anhänger, die am Sonnabend am Millerntor in der Nordkurve untergebracht werden.

St. Pauli im Steigflug

Unterschätzen wird Holstein den FC St. Pauli II sicherlich nicht. Die Hamburger befinden sich in der Regionalliga Nord seit geraumer Zeit auf einem Höhenflug. Den Siegen in Cottbus (2:1) sowie gegen Hannover 96 II (3:1) und ZFC Meuselwitz (3:1) ließ die Mannschaft von Trainer Jörn Großkopf und seinem spielenden Assistenten Timo Schultz am vergangenen Wochenende ein beachtliches 1:1 bei RB Leipzig folgen. Binnen kürzester Zeit gelang so der Sprung vom Tabellenende auf Platz 10. „Auf dem Papier sind wir der klare Underdog. Verstecken müssen wir uns aber nicht. Wir können jedem Gegner in dieser Liga Paroli bieten“, zeigt sich auch Großkopf selbstbewusst. Es dürfte also ein spannendes Duell am Millerntor geben. Hoffen wir aus Kieler Sicht darauf, dass die Störche ihre Spitzenposition weiter ausbauen können.

Konkurrenz vor schweren Aufgaben

Auch die direkten Konkurrenten der KSV Holstein stehen am kommenden Wochenende vor schwierigen Aufgaben. Das Verfolgertrio aus Halle, Leipzig und Hamburg steht komplett am Sonntag in der Pflicht. Der Hallesche FC muss um 13.30 Uhr im Sachsen-Anhalt-Derby beim 1. FC Magdeburg ran, der sich unter der Woche von Trainer Wolfgang Sandhowe trennte. RB Leipzig muss sich ebenfalls um 13.30 Uhr beim ZFC Meuselwitz mit dem bisherigen Überraschungsteam der Liga auseinander setzen und der HSV II will eine halbe Stunde später nach zwei Niederlagen in Folge beim zuletzt bärenstarken TSV Havelse zurück in die Spur finden. Der Kampf um die Spitzenposition bleibt in der Regionalliga Nord also weiter spannend.

Pokalauslosung am Sonntag

16 Teams, acht Duelle, eine "Losfee": Im Rahmen der ZDF-Sportreportage wird am Sonntag (ab 17.10 Uhr) das Achtelfinale des DFB-Pokals der Männer ausgelost, das am 20. und 21. Dezember ausgetragen wird. Doch an die Auslosung des Pokal-Achtelfinals denken die Störche frühestens ab Sonnabend 15.45 Uhr. Jürgen Klopp hingegen, seines Zeichens Meistertrainer der Dortmunder Borussia, machte sich bereits am Freitagnachmittag im NDR-Hörfunk-Interview Sorgen um einen möglichen Pokalgegner aus dem hohem Norden: „Holstein ist kein Traumlos für mich. Das Spiel wäre im Dezember und ich befürchte, dass die Kieler keine Rasenheizung haben. Ich möchte mir ungern in diesem Moment vorstellen, dort mit Schlittschuhen einzulaufen. Wir wollen das Jahr 2011 mit einem erfolgreichen Pokalspiel abschließen.“ Damit reagierte Klopp auf die Aussage von Hertha-Trainer Markus Babbel, der die Störche am Donnerstag zu seinem Traumlos auserkoren hatte und dabei - wahrscheinlich unwissentlich - die Hertha-Pokalhistorie schlichtweg ignorierte. Am 2. September 2002 unterlagen die Berliner im Holstein-Stadion nach Elfmeterschießen mit 1:4. Neben 15 Bundesligisten sind die Störche im laufenden Wettbewerb der einzige Vertreter aus den unteren Regionen des deutschen Ligafußballs. "Es ist unheimlich schön, dass wir uns weiter bundesweit präsentieren können, das tut dem Verein und den Fans sehr gut", freut sich Präsident Roland Reime.

Zurück