Störche schlagen auch Aue

FC Erzgebirge Aue - Holstein Kiel 0:3 (0:2)

Kieler Freudentaumel im Erzgebirgsstadion in Aue

Die KSV Holstein kletterte nach dem 3:0 (2:0) gegen den FC Erzgebirge Aue am Freitagabend und dem vierten Dreier in Folge für ein Wochenende auf den ersten Platz der 2. Liga. Vor 8.000 Zuschauern sorgte das Team von Markus Anfang schon mit einer starken ersten Halbzeit für eine Vorentscheidung.

Anfang hatte das erfolgreiche Kaiserslautern-Team (2:1) nur auf einer Position verändert. Für David Kinsombi übernahm der routinierte Dominic Peitz die Sechs im KSV-Mittelfeld.

Hinten standen die Störche so sicher, dass sie am sechsten Spieltag erstmals die Null hielten. Aber auf der anderen Seite der Ergebnistafel stand sie einmal mehr nicht, das deutete sich schon nach wenigen Minuten an. Dominick Drexler, Marvin Ducksch & Co griffen die Hausherren früh an, ließen so kaum einen geordneten Spielaufbau zu. Eine Taktik, die den vom Ex-Kieler Hannes Drews betreuten Sachsen zunehmend die Nerven raubte. Symptomatisch dafür die Szene, die zum entscheidenden 3:0 führte: Abwehrspieler Dominik Wydra zitterte am eigenen Strafraum der Fuß, sein Torhüter Martin Männel stand zu weit vor seinem Kasten und war deshalb bei dem Schuss von Marvin Ducksch, der nach dem Wydra-Patzer an den Ball gekommen war, chancenlos. Diese Szene trug sich in der 81. Minute zu, Aue hatte sich in diesem Moment offenbar schon aufgegeben.

Alex Mühling ("Die Tabellenführung ist für uns zweitrangig, wir wollten ein gutes Spiel machen, das ist uns gelungen") mit einem platzierten Schlenzer und Ducksch ("Ich bin überglücklich. Auch darüber, dass wir endlich einmal zu Null gespielt haben") mit einem Winkel-Knaller, hatten die Störche vor der Pause mit 2:0 in Führung gebracht. Bei einer besseren Chancenauswertung hätten die Störche auch die Tore drei und vier vor dem Seitenwechsel erzielen können. Aber spannend wurde es trotzdem nicht mehr, dafür standen die Kieler auch defensiv diesmal einfach zu gut.

Es spricht für den intakten Teamgeist, dass die Kieler das 1:0 an der Ersatzbank rund um die Trikots von Manuel Janzer und Christopher Lenz feierten. Janzer, gegen Kaiserslautern noch der Last-Second-Torschütze, wird wegen eines Achillessehnenrisses monatelang fehlen. Genau wie Lenz, der sich im Training einen Muskelbündelriss zuzog. Nach dem Spiel postete die Mannschaft ein Bild mit den Trikots der Fehlenden aus der Kabine. In Aue waren Janzer und Lenz dabei – gefühlt zumindest. Die Bühne für das Nord-Derby gegen den FC St. Pauli am kommenden Dienstag (18.30 Uhr) könnte kaum besser sein. Schade nur, dass im ausverkauften Holstein-Stadion nicht mehr als 12.000 Zuschauer dabei sein können...

Stimmen zum Spiel:

Markus Anfang, KSV-Trainer: „Wir sind sehr glücklich mit diesem Spiel, der Sieg ist hochverdient. Wir hätten in der ersten Halbzeit schon viel mehr Tore erzielen müssen. In der zweiten Halbzeit war das Spiel zerfahrener, umkämpfter. Da war es wichtig für uns, das Tor zu verteidigen. Und das ist uns gut gelungen. Es war wichtig, in dieser Liga auch einmal zu Null zu spielen.“

Hannes Drews, Aue-Trainer: „Großes Lob an die Mannschaft von Holstein Kiel, die heute hochverdient gewonnen hat. Meine hat es heute nicht geschafft, diese Mentalität zu zeigen, mit der wir in Ingolstadt gewonnen haben. Wir sind heute einfach nicht in die Zweikämpfe gekommen. Für uns geht es darum, dieses Spiel schnell aus den Köpfen zu bekommen.“

Spielinfo

FC Erzgebirge Aue: Männel - Kalig, Wydra, Rapp - Rizzuto (67. Kvesic), Tiffert, Fandrich, Riese (82. Hertner) - Köpke, Nazarov, Bertram (74. Ferati). Trainer: Drews
Holstein Kiel: Kronholm - Herrmann, Schmidt (83. Hoheneder), Czichos, Heidinger - Peitz - Schindler, Drexler (71. Kinsombi), Mühling, Lewerenz - Ducksch (78. Seydel). Trainer: Anfang
Schiedsrichter: Stieler (Hamburg)
Tore: 0:1 Mühling (15.), 0:2 Ducksch (41.), 0:3 Ducksch (77.)
Zuschauer: 8.000

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