Störche reisen in die Hauptstadt

So. 14.00 Uhr: Türkiyemspor Berlin - Holstein Kiel

Die Youngster Ferhat Yazgan und Dan-Patrick Poggenberg hoffen an der Spree auf einen Dreier für die Störche.
Die Youngster Ferhat Yazgan und Dan-Patrick Poggenberg hoffen an der Spree auf einen Dreier für die Störche.

Hoch motiviert machten sich die Kieler Störche am Sonnabend um 12.00 Uhr auf die Reise in die Hauptstadt. Am Sonntag um 14.00 Uhr trifft die Mannschaft von Trainer Thorsten Gutzeit im Friedrich-Ludwig-Jahn-Sportpark auf das Tabellenschlusslicht Türkiyemspor. Die KSV will in Berlin ihren Aufwärtstrend fortsetzen und den dritten Sieg in Folge einfahren.

"Wir wollen unbedingt gewinnen, um den positiven Trend fortzusetzen", gibt Trainer Gutzeit unmissverständlich die Marschroute vor und hofft dabei, dass sein Team gegen Türkiyemspor noch konzentrierter zu Werke geht als zuletzt gegen den TSV Havelse. "Mit unserer Vorstellung nach der Pause war ich nicht einverstanden", so der Kieler Trainer.

"Wir haben sicherlich aus dem Spiel der letzten Woche gelernt und sonnen uns nicht im Erfolg", so Florian Ziehmer, für den in Berlin nur drei Punkte sowie eine gute Leistung der Störche zählen. "Ich bin sehr optimistisch und wir werden Türkiyemspor nicht unterschätzen", zeigt sich auch Torjäger Marc Heider zuversichtlich, dass Holstein an der Spree den vierten Auswärtssieg einfahren wird. Auch die beiden Youngster Ferhat Yazgan und Dan-Patrick Poggenberg wollen in Berlin etwas erleben und drei weitere Zähler auf das Punktekonto der KSV packen.

Das Tabellenschlusslicht der Regionalliga Nord, Türkiyemspor Berlin, steht am Scheideweg. Sportlich droht der Absturz in die Bedeutungslosigkeit. Wirtschaftlich konnte kürzlich immerhin das Schlimmste verhindert werden. Türkiyemspor hat das drohende Aus in letzter Sekunde abgewendet. „Wir lagen im Koma, sind wieder aufgewacht. Wir werden keinen Insolvenzantrag stellen, sondern den Verein sanieren“, sagte ein erleichterter Aufsichtsrat Mehmet Matur Anfang Oktober nach einem dramatischen Sitzung im Bezirksamt Kreuzberg. Die Rettung war perfekt, als sieben ehemalige Vorstandsmitglieder ihren Verzicht auf Forderungen gegenüber dem Klub von insgesamt 300.049 Euro erklärten. Allein Ex-Präsident Kadir Aslan erließ Türkiyem 169.000 Euro. Jetzt will der Aufsichtsrat um Chefin Süreyya Inal neue Vereinsstrukturen schaffen und Geldgeber besorgen. Ein potenzieller Top-Sponsor aus der Solar-Branche soll sein Interesse an einem Einstieg bei Türkiyemspor bekundet haben.

Ob es trotz finanzieller Unterstützung noch für den Klassenerhalt reicht, das darf trotzdem bezweifelt werden. Die Berliner warten auch nach dem zwölften Spieltag noch immer auf den ersten Saisonsieg. Zwei magere Zähler landeten bislang auf dem Punktekonto der „Türken“. Doch die Berliner setzten immerhin das erste Ausrufezeichen am Auftaktspieltag der Regionalliga Nord. Dem Staffelfavoriten RB Leipzig konnte in der Red Bull Arena ein bemerkenswertes 1:1 Unentschieden abgetrotzt werden.

Die KSV Holstein hat gute Erinnerungen an den letzten Auftritt im Jahn-Sportpark. Am 15. März 2009 erzielte Florian Meyer in der Schlussminute den Siegtreffer, damals ein wichtiges Mosaiksteinchen auf dem Weg in die 3. Liga. Mit einem ähnlichen Ausgang könnte man im Storchennest wohl auch am morgigen Sonntag ganz gut leben.

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