Störche kämpfen und siegen

BSV SW Rehden - Holstein Kiel 2:4 (1:2)

Holstein Kiel hat nach zwei punktlosen Spielen wieder einen Sieg eingefahren. Beim BSV SW Rehden gewann das Team von Trainer Thorsten Gutzeit in einer intensiven Partie mit 4:2. Bereits zur Pause hatten die Störche vor 700 Zuschauern mit 2:1 nach Toren von Rafael Kazior (22.) und Marcel Schied (39.) in Führung gelegen. Nach dem Seitenwechsel machten Patrick Herrmann (47.) und Deran Toksöz (82.) den Endstand perfekt. Durch die Anschlusstreffer von Stefan Heyken unmittelbar vor dem Pausenpfiff und Alexander Neumann (66.) hatten die Gastgeber die Partie offen gehalten. Nach der herben Kritik der letzten Wochen können die Störche nun wieder etwas entspannter in die Zukunft schauen.

Holstein Kiel begann zur 0:2-Niederlage gegen den SV Wilhelmshaven mit einer Änderung: Manuel Hartmann ersetzte den verletzten Marcel Gebers in der Innenverteidigung.

Das Gutzeit-Team zeigte von Beginn an, dass es um Wiedergutmachung bemüht war. Die erste Chance hatte Fabian Wetter, der nach einer Flanke von Tim Siedschlag trocken über die Latte schoss (7.). Casper Johansen traf nur das Außennetz (20.), doch dann klingelte es im Rehdener Gehäuse: Einen abgewehrten Eckball jagte Kapitän Kazior volley in die Maschen (22.). Die Führung gab den Störchen Sicherheit, auch wenn der BSV durchaus offensive Akzente setzen wollte. Ein zweiter Holstein-Treffer durch Steve Müller wurde zunächst wegen dessen Abseits-Stellung nicht anerkannt (34.). Fünf Minuten später „kniete“ dann aber Schied eine Johansen-Flanke zur 2:0-Führung ins Tor. Doch anstatt mit einer beruhigenden Führung in die Pause zu gehen, ließen die Störche die Gastgeber herankommen: Ein Freistoß von der rechten Strafraumgrenze flog an Freund und Feind vorbei auf Stefan Heyken, der den Ball nur noch über die Linie drücken brauchte (45.).

Die Störche fanden nach Wiederanpfiff gleich die passende Antwort dank einer Koproduktion der beiden Außenverteidiger. Wetter war über links durchgestartet, und hatte auf den mitgelaufenen Herrmann geflankt, der den Ball in die Maschen jagte (47.). Das Gutzeit-Team schien die Partie jetzt im Griff zu haben, doch eine erneute Unaufmerksamkeit in der Defensive ließ Rehden erneut herankommen. Neumann kam nach einem Gewühl im Kieler Strafraum völlig frei zum Abschluss und verkürzte zum 2:3 (66.). Die Gastgeber witterten ihre Chance und versuchten, mehr Druck auf die Störche auszuüben. Doch mitten in die Drangphase der Rehdener setzte Kiel das Ausrufezeichen. Nach einem Konter aus einem Guss vom eingewechselten Marc Heider und Siedschlag vollendete Deran Toksöz überlegt zur 4:2-Entscheidung (82.). Und die Störche nahmen verdient drei Punkte aus Rehden mit.

Stimmen nach dem Spiel

KSV-Trainer Thorsten Gutzeit war nach den letzten Negativerlebnissen gegen Oldenburg und Wilhelmshaven nach dem Schlusspfiff in Rehden natürlich erleichtert: „Wir haben heute gerade in der ersten Halbzeit viele gute Spielszenen und Chancen gehabt. Da hätten wir auch höher führen können. Der Gegentreffer kurz vor der Halbzeit war sehr ärgerlich. Dass unser Wille heute groß war, haben wir auch in der zweiten Hälfte gesehen. Leider haben wir uns durch die vermeidbaren Gegentreffer das Leben immer wieder selber schwer gemacht. Meine Mannschaft hat aber alles getan, um heute die Punkte einzufahren. Sie hat sich den Sieg verdient. Mit der Leistung und der Einstellung bin ich zufrieden.“

Erleichterung auch bei den Spielern des Aufstiegsanwärters aus Kiel. Kapitän Rafael Kazior sagte: „Das war ein schweres Stück Arbeit für uns. Unnötig schwer, denn wir hätte die Partie viel früher entscheiden können. Aber wir haben trotz der Rückschläge während des Spiels Moral bewiesen und am Ende auch verdient gewonnen.“

Torschütze Patrick Hermann meinte: „Wir haben heute mit Moral und als Mannschaft gewonnen, die Richtung stimmt.“ Innenverteidiger Manuel Hartmann sagte zufrieden: „Wir waren dominant, haben viel Druck gemacht und mit unseren tollen Fans im Rücken wichtige Zähler eingefahren.“

Gutzeits Trainerkollege Predrag Uzelac sagte nach der Heimniederlage des BSV Rehden enttäuscht: „Über 90 Minuten war es ein verdienter Sieg für Kiel. Die Art und Weise unserer Gegentore gefällt mir überhaupt nicht, das war zu einfach. Wir wussten um die Klasse der Kieler. Zu Beginn hätten wir durch Neumann sogar in Führung gehen müssen, dann hätte das Spiel auch anders laufen können. Kiel hat unsere Fehler sofort bestraft.“

Holstein Kiel: Jakusch – Herrmann, Hartmann, Müller, Wetter (51. Pressel) – Kazior, Toksöz – Siedschlag (88. Hebler), Johansen, Lindner – Schied (67. Heider).

Tore: 0:1 Kazior (22.), 0:2 Schied (39.),1:2 Heyken (45.), 1:3 Herrmann (47.), 2:3 Neumann (66.), 2:4 Toksöz (82.)

Zuschauer: 700

Schiedsrichter: Riedel (Bremen)

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