Störche in WM-Arena

Fr. 19 Uhr: RB Leipzig - Holstein Kiel

Die Betreuer Olaf Lohse und Heiko Klenig sowie Busfahrer Michael Grahl vor der Reise nach Leipzig.

Am Donnerstag machte sich der Holstein-Tross auf die lange Reise nach Sachsen. Die beiden Zeugwarte Olaf Lohse und Heiko Klenig sowie Busfahrwer Michael Grahl ("So eine lange Reise machen wir doch nicht umsonst, wir wollen auch was mitnehmen!") haben eine extra große Kiste eingepackt, um in der WM-Arena in Leipzig Punkte einzusammeln und sicher verstaut in die Fördestadt zu bringen. Mit an Bord auch Christian Jürgensen, Fynn Gutzeit, Kevin Schulz und Marco Steil, die zuletzt aufgrund von Verletzungen, Sperren oder Trainingsrückständen nicht im Kader standen. Zusätzlich rückte auch Routinier und Ex-Profi Heiko Petersen in das Aufgebot für das Leipzig-Spiel.

Beim Saisonfavoriten hängen die Trauben für die Störche hoch, doch so richtig rund läuft es bei den "Bullen" in dieser Saison nicht. Zumindest hatten sich die Verantwortlichen des Marketing-Projekts RB Leipzig das wohl ganz anders vorgestellt. Der Aufsteiger der Regionalliga-Nord verpflichtete bundes- und zweitligaerfahrene Profis wie Timo Rost (Energie Cottbus), Tim Sebastian (Hansa Rostock) oder Nico Frommer (VfL Osnabrück) zum ohnehin schon teuren Kader, um den Durchmarsch in die 3. Liga zu stemmen. Doch die Leipziger blieben hinter den Erwartungen zurück und überwinterten mit 30 Punkten nur auf Rang vier – zwölf Punkte hinter Tabellenführer Chemnitzer FC. 

Daher legten die Sachsen und ihr Fußballchef Dietmar Beiersdorfer im Winter noch einmal nach und verpflichteten Mittelfeld-Motor Thiago Rockenbach da Silva. Der Brasilianer dürfte den Holstein-Anhängern noch in schlechter Erinnerung sein, auch wenn er zuletzt in zwei Partien ganze 82 Minuten Zweitligaluft bei Fortuna Düsseldorf schnupperte. An den Rhein war der 26-Jährige zu Saisonbeginn vom Drittligisten Rot-Weiß Erfurt gewechselt. Dort hatte Rockenbach am 35. Spieltag der vergangenen Drittligasaison in einem guten Spiel mit einem Treffer und einer Torvorlage beim 2:1 der Erfurter im Holstein-Stadion den Abstieg der Störche besiegelt. Bei RB Leipzig und Trainer Thomas Oral gilt der Brasilianer – gleich mit der Rückennummer „10“ ausgestattet –  im offensiven Mittelfeld als gesetzt. 

Nach der wenig zufrieden stellenden Hinrunde der „Roten Bullen“ zeigt sich Trainer Thomas Oral dennoch kämpferisch. „Solange es rechnerisch noch möglich ist, werden wir alles daran setzen, die bislang übermächtigen Chemnitzer noch zu stürzen “, erklärte Thomas Oral nach dem Trainingslager in Antalya. Dort bereiteten sich die Sachsen für die geplante Aufholjagd in der Rückrunde 13 Tage lang vor. Bundesligabedingungen in der Regionalliga Nord.

Auch der Austragungsort in Leipzig hat Bundesliganiveau: Seit dieser Saison spielt RB Leipzig in der Red-Bull-Arena, dem ehemaligen Zentralstadion und Arena der FIFA-Fußball-Weltmeisterschaft 2006. Auch wenn RB Leipzig die meisten Zuschauer in der Regionalliga Nord in der Hinrunde begrüßen durfte: Die 44.345 Plätze werden mit Sicherheit nicht alle gefüllt sein. In der Hinrunde kamen 49.263 Menschen in die Red-Bull-Arena – allerdings zu acht Heimspielen. Immerhin der Rückrundenstart für die „Bullen“ klappte: Der starke zweite Anzug von Hannover 96 bei den Niedersachsen mit 3:0 vom Platz gefegt. Ob daher mehr Zuschauer kommen werden?

Gegen die Sachsen haben die Störche noch eine Rechnung zu begleichen: Am 4. Spieltag dieser Saison brachte der RasenBallsportverein den Störchen nach drei Auftaktsiegen die erste Niederlage bei. Dabei hatte die KSV dank Marc Heider mit 1:0 geführt und auch lange den besseren Fußball gespielt. Doch in diesem Spiel zeigte sich die Erfahrung ehemaliger Bundesligaakteure: Lars Müller (116 Bundesligaspiele u.a. Für den 1.FC Nürnberg) drosch einen 16-Meter-Freistoß ins Gehäuse von Michael Frech und Timo Rost (145 Bundesligaspiele u.a. für Energie Cottbus) machte eine Minute vor Spielende den 2:1-Siegtreffer. Der eingewechselte Jaroslaw Lindner hatte kurz zuvor die Führung für Holstein vergeben.

KSV-Coach Thorsten Gutzeit erwartet von seinen Team eine Leistungssteigerung zum Oberneuland-Spiel: „Ich möchte von meinen Jungs mehr Leidenschaft und Aggressivität sehen. Wir wollen unter Beweis stellen, dass wir besser sind, als derzeit von vielen angenommen.“ Also Störche, Flügel aufspannen, punkten und heil zurück kommen!

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