Störche erliegen dem Druck spät

Holstein Kiel - Preußen Münster 1:1 (0:0)

Die KSV Holstein kommt über ein 1:1 gegen Preußen Münster nicht hinaus. Nach ausgeglichenen ersten 45 Minuten, in denen der SCP die zwei besten Gelegenheiten hatte, kam die KSV mit einem Blitzstart aus der Kabine: Fabian Wetter drückte das Leder nach einer Freistoßhereingabe von Marc Heider ins Netz (47.). Nach Dauerdruck in den letzten 20 Minuten der Preußen sorgte der einwechselte Amaury Bischoff für den 1:1-Ausgleich.

Nach dem überzeugenden 2:1 in Dresden unter der Woche veränderte Holstein-Trainer Karsten Neitzel seine Startelf einmal: Linksverteidiger Patrick Kohlmann blieb auf der Bank. Für ihn kam der wiedergenesene Fabian Wetter zu seinem ersten Saisoneinsatz. 

Beide Mannschaften schienen ihre Hausaufgaben gemacht zu haben und ließen sich kaum zur Entfaltung kommen. Die Gäste machten die eigene Hälfte mit zwei Viererketten dicht, sodass sich Holstein immer wieder mit langen Bällen behalf. Genau so wussten aber auch die Störche den Aufbau der Adlerträger früh zu stören und kamen dem Tor von Daniel Masuch nah. Fünf Ecken in den ersten 20 Minuten blieben folgenlos. Die beiden Mannschaften kämpften so vor sich hin, bis SCP-Kapitän Jens Tuckenbrodt allen Mut zusammennahm, auf Kenneth Kronholm zustürmte, aber nur das Außennetz traf (21.). Die Preußen entwickelten plötzlich Durchschlagskraft und Gefahr: Mehmet Kaya wollte Kronholm überlupfen, dieser lenkte die „Torfarbik“ mit der Schulter an die  Latte (30.). Marcel Reichwein drückte eine Flanke aus kurzer Distanz kläglich links neben das Gehäuse (31.). Nach den drei Hundertprozentigen setzten die Störche zur Freude des Publikums eine erste Duftmarke: Tim Siedschlag zog das Leder aus 18 Metern vollspann um Zentimeter neben den langen Pfosten (32.). Kurz vor dem Halbzeitpfiff herrschte noch einmal Unordnung im Strafraum der Grün-Schwarzen, die weder Marc Heider noch Rafael Kazior mit platzierten Abschlüssen zu nutzen wussten, dann ging es in die Kabinen.

Für die Störche kam zum Glück vor dem eigenen Tor der ersten Halbzeit jetzt auch noch Glück vor dem generischen Tor hinzu: EIn abgefälschter Freistoß von Heider am Strafraumeck rutschte durch bis zum zweiten Pfosten, wo Fabian Wetter sich für seine Startelfnominierung mit dem 1:0 bedankte (47.). Jetzt waren die Störche da: Maik Kegel setzte Heider 16 Meter zentral vor dem Tor in Szene, der Schlenzer des Kielers klatschte an den Pfosten (49.). Rafael Kazior scheiterte Mann-gegen-Mann an Schlussmann Masuch (57.). Münster-Coach Ralf Loose reagierte, wechselte zweimal und die frischen Kräfte wirkten. Die Gäste bissen sich zurück ins Spiel und Kronholm parierte einen 18-Meter-Schuss von Abdenour Amachaibou (66.), der wenig später das Leder alleine vor dem KSV-Schlussmann nicht kontrollieren konnte. Den nächsten Riesen machte erneut Kronholm zunichte: Mit einer Blitzreaktion lenkte er einen Kopfball des völlig freistehenden Marco Pischorn erneut mit der Schulter noch an die Latte (82.). Ein Torschuss von Erik Zenga rauschte am leeren Tor vorbei, nachdem Kronholm den SCP-Spieler zur Seite abgedrängt hatte (84.). Dann war der Ball im Netz, doch Amachaibou hatte aus Abseitsposition getroffen. Die 4150 Zuschauer versuchten, ihren Störchen Rückenwind zu verleihen. Trainer Karsten Neitzel betete die Uhr herunter, doch der SCP gelang noch der Ausgleich: Bischoff wackelte sich in beste Schussposition und zog das Leder aus 15 Metern ins lange Eck – unhaltbar für Kronholm – und sorgte für den Punktgewinn in letzter Sekunde (89.).

Stimmen nach dem Spiel

Maik Kegel: „Bitterer geht es nicht. Wir haben zwar nach dem 1:0 zwar das Fußballspielen eingestellt und fast nur noch lange Bälle gespielt, aber weiterhin bis zum Ende gekämpft. Und dann bekommst du dieses unglückliche Gegentor.“

Marc Heider: „Wir sind heute alle schlecht ins Spiel gekommen, das weiß jeder von uns. Aber wir haben uns reingehängt, das Glück erkämpft und hatten alle Trümpfe in der Hand. Uns ist es aber nicht gelungen, jeden Ball zu blocken, und dann ging der letzte leider rein.“ 

Ralf Loose (Preußen Münster): „Wir haben ein sehr ambitioniertes Spiel gemacht. Letztes Jahr gingen beide Spiel in die Hose. Heute waren wir bereit, haben den Gegner früh und wirkungsvoll gestört, hatten drei hundertprozentige Möglichkeiten. Leider haben wir durch einen Freistoß zu Beginn der zweiten Halbzeit den Rückstand bekommen, der für mich kein Freistoß war. Wir haben Nerven gezeigt. Kiel war da am Drücker. Dann haben die Wechsel gut gegriffen, wir haben den Druck wieder erhöht und hatten durch Pischorn und Amachaibou weitere hundertprozentige Chancen und haben dann glücklicherweise durch eine wunderbare Einzelaktion noch den Ausgleich erzielt. Großes Kompliment an die Mannschaft, wie sie aufgetreten ist. Der Punkt ist verdient, und ich bin mit der Reaktion der Mannschaft zufrieden.

Holstein-Trainer Karsten Neitzel: „Wir haben uns vorgenommen, die Leistung von Dresden zu konservieren, haben versucht den Gegner sehr früh anzulaufen. Das war für mich dann aber der Hauptgrund, warum das heute hier nicht funktioniert har. Es hat zu lange gedauert, bis wir das Pressing gefunden haben. Wir hatten in der ersten Halbzeit richtig Glück. Wir hätte selbst zu Torchancen kommen können, haben diese aber nicht zünde gespielt. Nach der Pause haben wir 25 Minuten richtig gut gespeilt. Können das Spiel zu unseren Gunsten kippen lassen durch den Pfostenschuss von Heidi. Am Ende ist es dann kurz vor Schluss bitter, das Gegentor zu bekommen. Wir hoffen, dass die Verletzten nicht all zu schlimm etwas abbekommen haben.“

Holstein Kiel: Kronholm – Herrmann, Gebers, Wahl, Wetter (63.Kohlmann) – Siedschlag, Kegel, Vendelbo (34. Wirlmann), Heider – Kazior (76. Hartmann), Sané. Trainer: Neitzel. 

Preußen Münster: Masuch – Schmidt, Kirsch (73. Bischoff), Heitmeier (55. Pischorn), Hergesell – Truckenbrod – Piossek (61. Amachaibou), Zenga, Kara, Hoffmann – Reichwein. Trainer: Loose. 

Schiedsrichter: Dittrich (Bremen)

Tore: 1:0 Wetter (47.), 1:1 Bischoff (89.)

Zuschauer: 4150

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