Störche entführen Punkt nach 0:2-Rückstand

Borussia Dortmund II - Holstein Kiel 2:2 (2:1)

Tor durch Solga, früher Rückstand für Holstein

Mit großer Moral kann Holstein Kiel bei Borussia Dortmund II einen Punkt entführen. Die Kieler holten vor 4.965 Zuschauern einen Zwei-Tore-Rückstand auf. Nach verschlafener Anfangsphase der Neitzel-Elf führten die Gastgeber schnell durch Solga (3., Handelfmeter) und Kefkir (7.) mit 2:0. Die Störche zeigten sich allerdings alles andere als geschockt und verdienten sich durch Treffer von Breitkreuz (21.) und Heider (51.) einen weiteren Zähler fürs Punktekonto. 

Holstein-Trainer Karsten Neitzel änderte die Startformation seiner Störche zum 0:0-Saisonauftakt gegen die SpVgg Unterhaching einmal. Patrick Herrmann begann für Rafael Kazior

Von der ersten Minute an zeigte sich, dass die kommenden 90 Minuten alles andere als langweilig werden würden. Der Dortmunder Nachwuchs startete im Gegensatz zu den Gästen hellwach in die Partie: Einen Handelfmeter verwandelte David Solga sicher zur frühen BVB-Führung (3.). Die kalte Dusche wurde für die Kieler zur Eiswürfelmaschine, als Oguzhan Kefkir einen Pfostenabpraller zum 2:0 in die Maschen drückte (7). Spätestens jetzt war Holstein endgültig wach und spielte auf den Anschlusstreffer. Saliou Sané (11.) und Marc Heider (17.) scheiterten noch, bis Patrick Breitkreuz nach optimaler Vorlage vom durchsetzungsstarken Sané noch bedrängt ins leere Tor köpfte (21.). Die KSV drängte auf den Ausgleich, hatte aber kurz vor der Pause auch Glück und einen Kenneth Kronholm zwischen den Pfosten, sodass es mit einem 1:2 in die Kabinen ging. 

In den zweiten Durchgang starteten die blau-weiß-roten Gäste aggressiver, und Heider nutzte seine Chance – und wie: per Volleyabnahme knallte Holsteins bester Torschütze der letzten Saison das Leder zwischen Freund und Feind hindurch zum 2:2 in die Maschen. Eine Ecke war an bis an den zweiten Pfosten durchgerutscht. Die Störche setzten jetzt auf Ballbesitz und lauerten geduldig auf Chancen. Die BVB-Amateure verließen sich weiter auf schnelle Tempowechsel, doch die Kieler Defensive hatte jetzt die richtigen Mittel um die Gegenstöße früher zu unterbinden. Symptomatisch war der erste Distanzschuss der Dortmunder von Kefkir (78.). Beide Teams mühten sich in der prallen Sonne, die großen Chancen fehlten allerdings. Am Ende trennten sich der BVB und die KSV 2:2.

Stimmen nach dem Spiel

Trainer Karsten Neitzel: „Ich ziehe ein zwiespältiges Fazit. Nach sieben Minuten und dem 0:2-Rückstand kannst Du am Ende mit dem 2:2 leben. Wenn man die restlichen 80 Minuten gesehen hat, sind es zwei verschenkte Punkte. Uns haben heute wieder viele Kieler Fans unterstützt. Das ist nicht selbstverständlich und eine total super Sache! Wir haben es heute mit offensiver Wucht ein wenig zurückgezahlt und wollen jetzt möglichst schnell dann auch den ersten Dreier mit unseren Fans feiern.“

Marc Heider: „Über die ersten zehn Minuten brauchen wir nicht reden. Was wir danach gezeigt haben und wie wir zurückgekommen sind, war einfach klasse. Das nächste Mal fangen wir gleich so an und dann können wir das Spiel auch für uns entscheiden.“ 

Kenneth Kronholm: „Es ist richtig geil, wie wir zurückgekommen sind und das Spiel noch gewinnen können. Ärgerlich, dass wir es nicht gewonnen haben. Aber wir müssen das Positive mitnehmen, daher ist das 2:2 dann auch okay.“

Tim Siedschlag: „Nach einem 0:2 müssen wir mit dem 2:2 leben. Es war ein denkbar schlechter Start. Danach sind wir zurückgekommen und können hier noch 3:2 oder 4:2 gewinnen. Aber es geht schon am Mittwoch weiter und da werden wir gleich hellwach ins Spiel gehen.“

David Wagner (Trainer Borussia Dortmund): „Das war heute ein interessantes, teilweise hochklassiges Spiel mit hohem Tempo. Die erste halbe Stunde haben wir für uns nutzen können, dennoch haben wir nie Ruhe ins Spiel bekommen. Wir hatten ordentliche Aktionen nach vorne, aber nicht die Stabilität in der Defensive wie im Erfurt-Spiel. Natürlich bin ich enttäuscht über das Ergebnis, bei diesem Spielverlauf. Wir haben einer guten Drittligamannschaft Paroli geboten. Bedenkt man unsere personelle Situation, ist es richtig geil, was die Jungs hier heute angeboten haben.“

Borussia Dortmund: Alomerovic – Narey, Hornschuh, Gorenc-Stankovic, Bandowski – Solga, Nyarko – Jordanov (90.+4 Stenzel), Gyau (8. Derstroff), Kefkir – Harder (69. Väyrynen). Trainer: Wagner. 

Holstein Kiel: Kronholm – Herrmann, Hartmann, Gebers, Kohlmann – Siedschlag, Kegel (58. Danneberg), Vendelbo, Breitkreuz (65. Schäffler) – Sané (82. Kazior), Heider. Trainer Neitzel.

Schiedsrichter: Treiber (Neudorf)

Tore: 1:0 Solga (3., Handelfmeter), 2:0 Kefkir (7.), 2:1 Breitkreuz (21.), 2:2 Heider (51.)

Zuschauer: 4.965

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