Souveräner Sieg dank guter zweiter Hälfte

Holstein Kiel - Berliner AK 3:0

Holstein Kiel bleibt zu Hause ohne Punktverlust. Im achten Heimspiel besiegte das Gutzeit-Team den Berliner AK mit 3:0 – dank einer starken zweiten Halbzeit auch in der Höhe verdient. In den ersten 45 Minuten hatte der Aufsteiger aus der Hauptstadt noch dominiert, aber die frühe Führung von Heider (5.) nicht ausgleichen können. Nach der Pause machten die Störche kurzen Prozess und erhöhten durch Siedschlag (48.) und Müller (67.) noch auf 3:0. Durch den Dreier bleibt die KSV an Spitzenreiter RB Leipzig dran, der ein 0:2 gegen Halberstadt in den letzten zehn Minuten noch in ein 3:2 gedreht hatte.

Die Störche begannen mit der gleichen Startformation wie zuletzt beim 3:0-Sieg gegen Hannover 96 II. Steve Müller spielte erneut neben Marco Steil in der Innenverteidigung, der wiedergenesene Aaron Berzel saß zunächst auf der Ersatzbank. Die Störche brauchten einige Minuten um ins spiel zu finden und so hatte der Gast die erste dicke Chance. Ein Kopfball des BAK-Stürmers Gaudian klatschte auf die Latte. KSV-Schlussmann Jensen war weggerutscht und konnte nicht eingreifen (3.). Im Gegenzug ein Foul am Sechzehner-Eck am flinken Chahed. Poggenberg brachte das Leder scharf aufs Berliner Tor, am langen Pfosten stand Heider, der den Ball mit dem Kopf über die Linie drückte (5.). Der Aufsteiger spielte mutig nach vorne und kombinierte im Holstein-Stadion wie sonst die Störche. Zwar fehlten zwingende Torgelegenheiten, aber Störche-Schlussmann Jensen musste seine Vorderleute immer wieder zur konzentrierten Abwehrarbeit anfeuern. Eine optische Überlegenheit des Gastes hatten die Zuschauer im Holstein-Stadion lange nicht gesehen. Erst nach einer halben Stunde breiteten die Störche wieder ihre Flügel aus. Die Ruhe bei der letzten Aktion fehlte aber auch bei Holstein. Stattdessen verdribbelten sich Siedschlag und Chahed. Auf der anderen Seite faustete Jensen einen Hallo-Wach-Schuss von Ex-Zweitligaspieler Burnnemann mit einem Glanzreflex zur Ecke (38.). Die Holstein-Fans pushten ihre Störche vor der Pause nach einmal nach vorne, doch ein Lindner-Schuss wurde in letzter Sekunde abgeblockt. Halbzeit.

In der Pause Riesenjubel im Fußball-Rund: Stadionsprecher York Lange hatte das 2:0 von Halberstadt in Leipzig verkündet. Die Hausherren zeigten sich ab der 46. Minute von ihrer starken Seite. Erst köpfte Kazior eine Minute nach Wiederanpfiff den Ball übers Tor. Dann klingelte es zum zweiten Mal im Berliner Gehäuse: Chahed scheiterte aus kurzer Distanz noch an Torwart Haker, der den Ball genau vor die Füße von Siedschlag lenkte. Und der Mittelfeldspieler brauchte das Leder aus vier Metern nur noch ins leere Tor zu schieben (48.). Von den Gästen nichts mehr zu sehen. Holstein dominierte das Geschehen jetzt nach Belieben und BAK-Torwart Haker riskierte immer wieder Kopf und Kragen, um Schlimmeres aus Gäste-Sicht zu verhindern. In der 67. Minute ließen Haker aber erneut seine Vorderleute im Stich. Einen 20-Meter-Freistoß von Heider konnte der Berliner Keeper nicht festhalten und Müller staubte aus drei Metern ab (67.). Der Aufsteiger beschränkte sich fortan ausschließlich aufs Tore verhindern. Kiel ließ Ball und Gegner laufen und wartete auf die Lücke in der Gäste-Defensive. Ohne zu übersäuern fuhr die KSV den 3:0-Sieg ein. Nach exakt 90 Minuten pfiff Schiedsrichter Schröder die Partie ab. Dass RB Leipzig den 0:2-Rückstand in ein 3:2 gedreht hatte, milderte den Siegesjubel der Störche-Fans nicht.

Holsteins Sportlicher Leiter Andreas Bornemann sagte nach dem 3:0-Sieg zufrieden: „Das Ergebnis geht dank der zweiten Halbzeit auch in der Höhe in Ordnung. In der ersten Hälfte stimmte die Staffelung im Mittelfeld nicht und wir sind nicht richtig in die Zweikämpfe gekommen. Berlin war ein starker Gegner und hat hier 45 Minuten lang ordentlichen Fußball gespielt. Ich habe sie am Anfang der Saison ein paar Mal gesehen, seitdem haben sie sich um 180 Grad zum Positiven gedreht.“ Steve Müller humpelte in die Kabine: „Ich habe einen Schlag auf den rechten Knöchel bekommen. Ich hoffe, es ist nur eine Prellung oder die Kapsel und kein Band beschädigt. Trotzdem freue ich mich über das Zu-Null und die drei Punkte.“ Torschütze Marc Heider musste überraschend seine Abendplanung umstellen, da seine zukünftige Ehefrau Justine Junggesellenabschied feierte, und sagte mit einem Augenzwinkern: „Ein Tor gemacht, drei Punkte geholt- da kann ich zufrieden einen ruhigen Abend verbringen. Ich weiß nicht, was die Mädels geplant haben – ist aber wahrscheinlich auch besser so.“  

Am kommenden Sonntag bekommt Holstein Kiel die nächste Chance, die Tabellenspitze zu erobern. Die Störche treten um 13.30 Uhr bei Germania Halberstadt an. Zeitgleich spielt Spitzenreiter RB Leipzig beim VfL Wolfsburg II.

Holstein Kiel: Jensen - Herrmann, Steil, Müller (81.Berzel), Poggenberg – Kazior (71. Fischer), Toksöz - Siedschlag, Chahed, Lindner (86. Wetter) - Heider.

Tore: 1:0 Heider (5.), Siedschlag (48.), Müller (67.)

Zuschauer: 2.291

Schiedsrichter: Schröder (Hannover) 


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