Störche bezwingen den Spitzenreiter

Hamburger SV II - Holstein Kiel 0:1 (0:1)

Drei Punkte dank seines Treffers: Tim Siedschlag

Die KSV Holstein hat die ersten drei Punkte der Saison eingefahren – und das beim Tabellenführer. Das Gutzeit-Team besiegte am Abend die U23 des Hamburger SV verdient mit 1:0 (1:0). Das goldene Tor erzielte Tim Siedschlag in der 34. Minute nach schöner Vorarbeit von Fiete Sykora.

Holstein-Trainer Thorsten Gutzeit schickte Steve Müller für den verletzten Deran Toksöz ins Duell gegen den Tabellenführer. Fiete Sykora spielte im Gegensatz zum Auftakt in Halle als hängende Spitze hinter Marc Heider. Nach kurzer Abtastphase spielten beide Teams mutiger nach vorne und zeigten temporeichen Fußball. Nach einer Viertelstunde hatte der HSV-Nachwuchs zwei gute Freistoßgelegennheiten. Doch sowohl Daniel Nagy als auch der Ex-Augsburger Sören Bertram schossen den Ball leichtfertig in die Mauer. Danach übernahmen die Störche das Spiel und wurden von Minute zu Minute stärker. Insbesondere Tim Siedshclag sorgte auf der rechten Außenbahn für Wirbel und strahlte auch noch Torgefahr aus. In der 21. Minute warf sich HSV-Verteidger Gerrit Pressel in letzter Sekunde in den Schuss des Kielers. In der 26. Minute trickste Rafael Kazior nach einer Siedschlag-Ecke den Ball mit der Hacke noch in Richtung Tor, HSV-Schlussmann Timo Dehmelt hielt prächtig. In der 33. Minute endlich die verdiente die Störche-Führung. Fiete Sykora ließ clever zwei HSV-Verteidiger aussteigen, legte auf Tim Siedschlag, der platziert aus zwölf Minute zum 1:0 einschob. Beinah im Gegenzug der Ausgleich: Erst parierte KSV-Keeper Morten Jensen prächtig, dann ist der Ball eigentlich schon im Tor, doch Kocabas gelang das Kunststück, den Ball aus drei Metern nicht ins leere Tor, sondern darüber zu schießen (38.). Kurz vor der Pause noch einmal Fiete Sykora per Kopf – drüber. Dann bat Schiri Hussein zum Pausentee.

Nach der Halbzeit bemühte sich das Gutzeit-Team weiter um Spielkontrolle und ließ dem HSV kaum Raum für Kombinationen. Geschickt in der Defensive und ahnsehnlich in der Offensive spielte die Kieler gegen zunehmend ratlose Gastgeber. Einzig das 2:0 fehlte. Rafael Kazior knallte den Ball übers Tor (59.), Marc Heider scheiterte aus 20 Metern an Schlussmann Dehmelt. Nach 70 Minuten vom HSV nichts mehr zu sehen, viel Krampf und kaum Angriffsbemühungen. Holstein lauerte auf die Chance: Die hatte urplötzlich Fiete Sykora: Flanke Heider, Dehmelt fliegt unter dem Ball durch, Sykora steht alleine vor dem leeren Tor, trifft aber aus spitzem Winkel nur das Außennetz. Nach 80 Minuten der erste Torschuss des HSV in der zweiten Hälfte – Morten Jensen hatte keinerlei Schwierigkeiten mit dem Ball von Daniel Nagy. Ebenso wie in der 84. Minute als der eingewechselte Florian Brügmann aus ähnlicher Position Kiels Nummer 1 prüfte. Dann war Feierabend.

Dank einer geschlossenen Mannschaftsleistung entführten die Störche hochverdient drei Punkte beim Tabellenführer. Im Angriff zeigten sich die Kieler spielfreudig, die Defensive überzeugte mit einer hochkonzentierten Leistung. In den 90 Minuten ließ das Innenverteidigerduo Jürgensen/Steil nichts anbrennen. Vereinzelte Torschüsse hielt Keeper Morten Jensen sicher.  Bei einer effektiveren Chanceverwertung hätte der Sieg durchaus höher ausfallen können.

Holstein-Trainer Thorsten Gutzeit zeigte sich sehr zufrieden mit dem ersten Dreier der neuen Saison: „Ich freue mich riesig, dass wir nach der Niederlage in Halle und dem Spielausfall gegen Meppen nun endlich Pluspunkte sammeln konnten. Wir sind gut ins Spiel gekommen und hatten sehr gute Torchancen. Wir hätten aber den zweiten Treffer machen müssen, um die Leistung richtig rund zu machen. Nach der Pause hatten wir weitere Chancen, auch wenn wir dann etwas vergessen haben, Fußball zu spielen. Nach hinten raus hatte die Mannschaft nicht die Ruhe und der HSV konnte den Ball sehr gut laufen lassen. Am Ende waren noch ein, zwei gefährliche Aktionen des HSV dabei. Aber letztlich war der Sieg für uns verdient, denke ich.“

HSV-Coach Rodolfo Cardoso zeigte sich nach der Heimniederlage verständlicherweise enttäuscht: „Bitter, dass wir heute gegen einen Saisonfavoriten verloren haben. Wir haben versucht, das Spiel durch die Mitte zu machen, aber Holstein stand sehr gut. In vielen Aktionen haben meine Spieler nicht ihren Weg gefunden. So kann man kein Spiel gewinnen. Am Ende haben wir zwar noch den Willen gehabt, aber es war immer ein Kieler Fuß dazwischen. Wenn man gegen Kiel Chancen hat, dann muss man die auch nutzen. Wir waren nicht in der Lage, den Gegner in den Griff zu kriegen. Die Euphorie nach den beiden Auftaktsiegen ist nun vorbei. Aber wir lassen uns dadurch nicht verrückt machen, denn wir haben gegen eine sehr gute Mannschaft verloren.“

Holsteins Sportlicher Leiter Andreas Bornemann meinte nach dem Schlusspfiff: „Das war heute nicht schön, aber erfolgreich. Nach der Führung hätte ich mir mehr Ruhe gewünscht. Dazu hätten wir wohl ein weiteres Tor benötigt. Die Chancen dazu waren ja da. Der Sieg ist verdient, die drei wichtigen Punkte sind eingefahren. Da möchten wir im nächsten Heimspiel weitermachen.“

Auch  Kapitän Christian Jürgensen strahlte über das ganze Gesicht: „Ich bin sehr froh, dass wir hier heute ohne Gegentor über die Runden gekommen sind. Eigentlich hätten wir auch noch ein, zwei Tore mehr erzielen können. So wurde es am Ende nochmal etwas wild an unserem Strafraum, aber es war immer einer von uns zur Stelle, um zu klären. Das war heute eine super Mannschaftsleistung.“

Am Dienstag trifft die KSV Holstein im SHFV-Pokalviertelfinale auf den VfR Neumünster. Anstoß ist um 17.45 Uhr in der Grümmi-Arena in Neumünster.

Hamburger SV U23: Dehmelt – Götz, Labus, Pressel, Sowah (82. Brügmann) – Behrens (75. Kelbel), Lam (64. Ofosu), Nyarko, Bertram – Kocabas, Nagy.

KSV Holstein: Jensen – Herrmann, Steil, Jürgensen, Poggenberg – Müller (75. Fischer), Kazior – Siedschlag (90. Chahed), Sykora, Meyer (86. Lindner) – Heider.

Zuschauer: 720

Tor: 0:1 Siedschlag (33.)

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