Sieg des Willens

Holstein Kiel - SC Paderborn 2:1 (1:1)

Holstein Kiel feiert einen wichtigen Heimsieg gegen den SC Paderborn. Das 2:1 vor 4.939 Zuschauern war ein Sieg des Willens und der Mentalität. Die frühe Gästeführung durch Ben Zolinski (7.) hatte wenig später Kingsley Schindler (16.) egalisiert, der das bis zur letzten Sekunde packende Spiel kurz nach Wiederanpfiff mit seinem zweiten Treffer drehte (50.). Den Dreier sicherte zudem KSV-Keeper Kenneth Kronholm mit einem stark parierten Handelfmeter (61.). Wermutstropfen: Am kommenden Freitag müssen Dominic Peitz (10.) und Rafael Czichos (5.) beim VfL Osnabrück gelbgesperrt zuschauen.

KSV-Trainer Markus Anfang musste die Startelf aus dem Zwickau-Spiel (0:1) zweimal umstellen. Für Dominik Schmidt (Gelb-Rot) und Manuel Janzer (Muskelfaserriss) begannen Niklas Hoheneder und Steven Lewerenz, der unter Woche nach seinem Muskelfaserriss ins Mannschaftstraining zurückgekehrt war.

Die rund 5.000 Zuschauer hatten kaum Gelegenheit von der Stadionwurst zu beißen. Die Gäste pressten mutig an und kamen so zur frühen Führung. Ben Zolinski eroberte das Leder und blieb vor Kenneth Kronholm eiskalt. Das Leder schlug flach im linken Eck ein (7.). Doch die KSV brauchte nicht lange, um sich zu schütteln: Ein perfektes Zuspiel von Dominick Drexler durch die Paderborner Viererkette vollendete Kingsley Schindler an SCP-Keeper Lukas Kruse vorbei zum Ausgleich (16.). Der Tabellen-17. blieb jedoch unangenehm. Ein echtes Übergewicht konnten sich die Hausherren erst nach einer halben Stunde erkämpfen. Die Distanzschüsse von Steven Lewerenz (31.) und Drexler (37.) verfehlten das Ziel knapp. Die dickste Gelegenheit vergab jedoch der offensiv auffällige Drexler, der sieben Meter vor dem Gästetor doppelt bedrängt das Spielgerät über die Latte säbelte (41.). Das 2:1 wäre schon vor dem Halbzeitpfiff nicht unverdient gewesen.

Es fiel aber „erst“ fünf Minuten nach Wiederbeginn. Lewerenz flankte mustergültig auf den zweiten Pfosten, wo erneut Schindler lauerte und nach kurzer Ballkontrolle zum 2:1 einschoss (50.). Die Kieler hatten die Angelegenheit eigentlich im Griff, als Zolinskis Flanke dem blockenden Czichos im Strafraum an den Arm sprang. Paderborns Strohdiek drosch den Handelfmeter zwar wuchtig in Richtung Innenpfosten, doch Kronholm boxte den Strahl phänomenal zur Ecke (61.). Der SCP blieb jedoch am Drücker, nachdem Trainer Stefan Emmerling mit einem Doppelwechsel die Offensive gestärkt hatte. Echte Torgefahr ließ die aufmerksame Störche-Defensive jedoch nicht zu. So blieb es nach intensiven 90 Minuten und einer Gelb-Roten Karte für Roope Riski in der Nachspielzeit bei dem nicht unverdienten 2:1-Heimsieg der Störche, die jedoch zwei Wermutstropfen zu verschmerzen haben: Mit Rafael Czichos (5.) und Dominic Peitz werden am kommenden Freitag beim VfL Osnabrück gleich zwei Akteure gelbgesperrt fehlen.

Stimmen nach dem Spiel

Kronholm: „Wir haben uns nach einem nicht so guten Beginn stark ins Spiel gearbeitet. Bei einem Elfmeter hat der Torwart nichts zu verlieren, ich bin zufrieden, dass ich heute mal gewonnen habe.“

Schindler: „Der Sieg war heute sehr wichtig. Wir haben nach dem frühen Gegentor die richtige Antwort gefunden. Wir freuen uns kurz, dann gehen unsere Gedanken aber schon Richtung Osnabrück.“

SCP-Trainer Stefan Emmerling: „Es waren sehr intensive 90 Minuten. Wir haben gut ins Spiel gefunden, durch Zolinski das 1:0 gemacht und den Gegner vor Probleme gestellt. Nach dem unglücklichen Gegentor haben wir die Kontrolle verloren. Kiel war dann spielstärker und mutiger. Beim 2:1 lassen wir Schindler sehr frei, haben dann aber eine gute Reaktion gezeigt. Den berechtigten Elfmeter konnten wir leider nicht verwandeln und haben dann alles rausgeknallt, was möglich war. Am Ende sind wir für unseren Aufwand nicht belohnt worden. Daher war es eine unglückliche Niederlage.“

KSV-Trainer Markus Anfang: „Wir sind schlecht ins Spiel gekommen und sind verdient in Rückstand geraten. Dann haben wir uns mehr gewehrt und es geschafft, unser Spiel durchzudrücken. Wir waren in vielen guten Aktionen und machen das 1:1. Dann waren wir richtig da und haben das Spiel auch bestimmt. In der 2. Halbzeit fällt das 2:1 nach einer guten Kombination, wir waren dann permanent in der Box, haben aber nicht das 3:1 gemacht. Paderborn hat viel Qualität in den Reihen und uns mit der Spielveränderung nach den Wechseln wieder vor Probleme gestellt, am Ende haben wir das Quäntchen Glück gehabt, auch das Kenneth den Elfmeter hält. So ein dreckiges 2:1 haben wir mal gebraucht.“

Spielinfo

Holstein Kiel: Kronholm - Herrmann, Czichos, Hoheneder, Lenz - Peitz - Schindler, Bieler, Drexler (86. Sigurbjörnsson), Lewerenz (77. Siedschlag) – Fetsch (68. Ducksch). Trainer: Anfang
SC Paderborn 07: Kruse - Sebastian, Boeder (83. Bickel), Strohdiek - Zolinski, Kruska - Heidinger, Herzenbruch (62. Schonlau) - Michel - van der Biezen (57. Dedic), Riski. Trainer: Emmerling
Schiedsrichter: Reichel (Sindelfingen)
Tore: 0:1 Zolinski (7.), 1:1 Schindler (16.), 2:1 Schindler (50.)
Zuschauer: 4.939
Bes. Vorkommnisse: Kronholm pariert Handelfmeter von Strohdieck (61.)
Gelb-Rote Karte: Riski (90.+2)

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