Schindler lässt 900 Kieler jubeln

Werder Bremen II - Holstein Kiel 0:2 (0:1)

Holstein Kiel feiert bei Werder Bremen II seinen vierten Auswärtssieg. Die Störche bedankten sich bei ihren 900 mitgereisten Fans mit einem 2:0-Erfolg. Mann des Tages war Kingsley Schindler, der mit seinem Doppelpack (42., 72.) alleine für den verdienten Endstand sorgte. Die Kieler ließen mit ihrer starken Defensive kaum etwas zu. Torhüter Kenneth Kronholm feierte sein elftes Zu-Null-Spiel dieser Saison. Einziger Wermutstropfen: Dominik Schmidt muss nach seiner fünften Gelben Karte am kommenden Mittwoch gegen den SV Wehen Wiesbaden zuschauen. 

Drei Änderungen nahm Markus Anfang zum 0:0 bei den Sportfreunden Lotte vor. Der KSV-Trainer schickte Ilir Azemi, Marvin Ducksch und Luca Dürholtz von Beginn an ins Rennen. Mathias Fetsch und Niklas Hohender saßen zunächst auf der Bank, Dominick Drexler fehlte grippeerkrankt.

900 mitgereiste Kieler sahen eine Anfangsviertelstunde ohne Aufreger. Erst als Kingsley Schindler nach einer Bremer Ecke einen Ein-Mann-Konter fuhr und Werder-Torwart Michael Zetterer zu einer Flugeinlage zwang, schienen sich die Visiere etwas zu öffnen (20.). Aber die Defensivreihen standen sicher, in der Offensive fehlte beiden Teams die nötige Präzision beim letzten Pass. Erst als Bremens Luca Zander eine Flanke von rechts scharf vor das Kieler Tor zog, wurde es mal wieder brenzlig. Der heranstürmende Ousman Manneh traf aus sechs Metern aber nur den Außenpfosten (32.). Werder hatte jetzt etwas mehr vom Spiel, doch Holstein das bessere Argument. Eine schöne Kombination über Christopher Lenz und Ilir Azemi vollendete Kingsley Schindler zur Pausenführung (42.).

Motiviert vom neuen Spielstand wollten die Kieler Störche sofort für klare Verhältnisse sorgen. Marvin Ducksch scheiterte mit einem Flatterball noch an Zetterer (54.), der kurz danach doppelt im Glück war. Erst klatschte ein 17-Meter-Schuss von Luca Dürholtz an die Unterkante der Latte, den Abpraller nickte Ilir Azemi an den Innenpfosten (57.). Aluminium blieb das entscheidende Element in dieser Phase. Im Gegenzug schoss der Ex-Kieler Rafael Kazior an den Außenpfosten (60.). Die Störche standen jetzt tief, erstickten früh Bremer Angriffsversuche und zeigten sich eiskalt: Schindler schnappte sich an der Mittellinie das Leder, hängte seinen Verfolger Thore Jacobsen ab, narrte Zetterer und schob zum 2:0 ein (72.). Ducksch hatte den dritten Streich auf dem Fuß, fand aber erneut in Zetterer seinen Meister (78.). Den finalen Höhepunkt hatte erneut das Aluminium, das Arne Sickers Premierentor im Weg stand (84.). Das änderte aber nichts am vierten Kieler Auswärtsdreier der Saison.

Stimmen nach dem Spiel

Kingsley Schindler: „Wir sind schwer in die Partie gekommen, waren körperlich nicht so präsent. Aber wir haben in den entscheidenden Momenten die Tore gemacht und verdient gewonnen.“

Marvin Ducksch: „Zur Pause haben wir etwas glücklich geführt, aber in der Halbzeit haben wir uns nochmal besprochen und dann unseren starken Fußball gezeigt. Der Sieg ist verdient.“

Wolfgang Schwenke (Geschäftsführer Holstein Kiel): „Der Sieg geht aus mit diesem Ergebnis in Ordnung. Vielen Dank an die 900 mitgereisten Kieler, die uns superklasse unterstütz haben.“

Markus Anfang (Trainer Holstein Kiel): „Wir haben einige neue Leute von Anfang an gebracht, was bei diesen Englischen Wochen normal ist. Das erklärt, warum wir in der ersten Halbzeit erst unseren Rhythmus finden mussten. Aber sicher standen wir hinten auch schon vor der Pause. In der zweiten Halbzeit waren wir dann wesentlich präsenter und haben auch besser gespielt. Für den Aufwand, den wir in der zweiten Halbzeit betrieben haben, sind wir dann belohnt worden. Der Sieg war deshalb auch verdient.“

Florian Kohfeldt (Trainer Werder Bremen): „Ich bin schon enttäuscht, schließlich haben wir zu Hause gespielt und wollten mindestens einen Punkt mitnehmen. Aber aufgrund der zweiten Halbzeit ist der Sieg der Kieler verdient. Wir sind dann ein zu hohes Risiko gegangen, was nicht nötig gewesen wäre. Da hätte das 2:0 für Kiel auch schon früher fallen können.“

Spielinfo

Werder Bremen II: Zetterer – Zander (77. Pfitzner), Verlaat, Volkmer, Jacobsen – Rother (65. Jensen), Käuper - Eilers, N. Schmidt (81. Bytyqi) – Manneh, Kazior. Trainer: Kohfeldt
Holstein Kiel: Kronholm - Herrmann, D. Schmidt, Czichos, Lenz - Peitz – Schindler (81. Siedschlag), Dürholtz (65. Hoheneder), Bieler, Ducksch - Azemi (71. Sicker). Trainer: Anfang
Schiedsrichter: Bläser (Niederzier)
Tore: 0:1 Schindler (42.), 0:2 Schindler (72.)
Zuschauer: 1.779

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