Störchegala zum Heimauftakt

Holstein Kiel – 1. FC Saarbrücken 5:1 (0:0)

Galastimmung zum Heimauftakt im Holstein-Stadion. Mit einem sensationellen 5:1 besiegten die Kieler Störche den 1. FC Saarbrücken. Trainer Karsten Neitzel hatte vor den Standards der Saarbrücker gewarnt, dabei war es seine Elf, die den Gästen nach ruhenden Bällen die Tore einschenkte. Dabei ging der FCS unmittelbar nach der Halbzeit durch Raffael Korte in Führung. Im Anschluss brannte Blau-Weiß-Rot ein Feuerwerk ab. Marcel Gebers (52.), Casper Johansen (54.), Tim Danneberg (58.), erneut Marcel Gebers (72.) und Jarek Lindner (86.) sorgten für stehende Ovationen im Kieler „Fischbüchse“, wie Trainer Karsten Neitzel die heimische Arena bezeichnet hatte.

Holstein-Trainer Karsten Neitzel änderte die Startelf zum 0:0 bei Hansa Rostock auf einer Position. Notgedrungen, denn nach der Gelb-Roten-Karte fehlte Marc Heider gesperrt. Casper Johansen begann für ihn im Mittelfeld.

Die Störche legten gemeinsam mit den 6.000 Zuschauern los. Gleich zwei Hundertprozenter erspielten sich die Kieler in den ersten fünf Minuten: Marel Schied kam nach einer flachen Hereingabe von Tim Siedschlag eine Schritt zu spät. Casper Johansen brachte hinter eine Flanke von Kapitän Rafael Kazior nicht genug Druck und das Leder flog über die Latte. Mit einem starken Tim Danneberg im defensiven Mittelfeld und immer wieder flüssigen Kombinationen in der Offensive spielten sich die Störche vors Saarbrücker Gehäuse. Marcel Schied wurde beim Versuch eines Drehschusses geblockt (18.).Holstein-Trainer Neitzel hatte vor dem Spiel vor den gefährlichen Standards der Gäste gewarnt, und Thomas Rathgeber nickte auch einen Freistoß von Raffael Korte in die lange Ecke, doch die Fahne des Schiedsrichter-Assistenten war oben (21.). Die Chance gab Auftrieb: Erst rettete Fabian Wetter nach einem Lupfer von Raffael Korte auf der Linie (24.). Marcel Ziemer schaffte es nicht, den Ball völlig frei aus sechs Metern ins Tor zu köpfen (27.). Nach Chancen hätte es 2:2 zu stehen können, in die Kabinen ging es aber mit einem 0:0.

Die zweite Halbzteit brachte das, was dem hochklassigen Spiel noch fehlte: Tore. Die Führung erzielten die Gäste. Thomas Rathgeber schickte den startenden Raffael Korte  mustergültig in die Gasse, der ließ Max Riedmüller im Holstein-Tor keine Chance und lupfte zum 0:1 ein (48.) Doch was jetzt folgte, war ein Kieler Feuerwerk: Marcel Gebers köpfte nach Paradeflanke von Tim Siedschlag zum Ausgleich ein (52.). Casper Johansen vollendete einen sehenswerten Konter über Marcel Schied und Tim Siedschlag zur 2:1-Führung (54.). Und erneut war der Jubel noch nicht verhallt, da köpfte Tim Danneberg zum sensationellen 3:1 ein (58.). Furioser hätten die Kieler Störche nicht zurück ins Spiel kommen können. Dementsprechend stand das Holstein-Stadion kopf. Die Gäste kehrten nicht so eindrucksvoll in die Partie zurück wie die Störche. Im Gegenteil Fiete Sykora jagte einen Siedschlag-Eckball aufs Saarbrücker Tor. Auf der Linie klärte Kevin Maek (74.). Auf der Gegenseite sorgte mit einem Klassereflex gegen einen 18-Meter-Strahl von Marcel Ziemer für den Bestand des Ergebnisses (76.). Für die Entscheidung sorgte erneut Marcel Gebers, der einen Kazior-Freistoß am langen Pfosten zum 4:1 eindrosch (79.).  Aber Kiel war noch nicht fertig: Jaroslaw Lindner wurde von Fiete Sykora auf die reise geschickt, vernaschte noch FCS-Kapitän Lerandy und schoss zum 5:1-Endstand ein.

Stimmen nach dem Spiel

Holsteins Sportlicher Leiter Andreas Bornemann: „Das war natürlich heute ein Spitzen-Ergebnis für uns. Aber jetzt davon zu sprechen, dass wir in der Liga angekommen sind, wäre vermessen. Wir werden nach dem zehnten Spieltag eine Bilanz ziehen können und dann wäre es schön, wenn wir ein paar Punkte mehr auf dem Konto hätten.“ 

Tim Siedschlag: „Vielleicht hat uns dieser Hallo-Wach-Effekt nach der Pause gut getan. Wir haben in der ersten Halbzeit schon gut gespielt, aber es fehlte wie in Rostock schon das Erfolgserlebnis. Es ging ein Ruck durch die Mannschaft und wir haben gezeigt, wozu wir in der Lage sind. Eigentlich wäre mir ein 2:1 lieber gewesen, da jetzt die Euphorie jetzt sehr groß ist. Andererseits nimmt na ein 5:1 schon mal gerne mit.“

Präsident Roland Reime: „Das war eine starke Mannschaftsleistung heute. Es hat alles gestimmt: Einsatz, Laufbereitschaft und Spielwillen. Was mich besonders freut ist die Zuschauerbeteiligung. Wir müssen die Kieler noch immer von uns überzeugen und das ist uns heute gut gelungen. Andersherum wünschen wir uns in jedem Spiel diese wunderbare Kulisse! Ein großes Dankeschön für diese riesige Unterstützung“

FCS-Trainer Jürgen Luginger: „Die ersten 15 Minuten war Kiel die bessere Mannschaft. Aber dann wurden wir immer stärker, haben das Spiel gut in den Griff bekommen. Auch gute Chancen gehabt. Nach der Halbzeit machen wir idealerweise die Führung. Und dann kommt der unerklärliche Bruch, dass du in zehn Minuten bekommst. Wir haben genug Erfahrung im Kader, da muss sich man sich stärker gegen stemmen. Nach dem 3:1 hatte Kiel leichtes Spiel. So darf man sich nicht präsentieren. Wir wussten, dass Kiel eine zweikampfstarke Truppe hat, aber wir konnten uns nicht so präsentieren, wie wir uns es vorgenommen haben. “ 

KSV-Trainer Karsten Neitzel: „Die ersten 20 Minuten haben wir gut gespielt. Danach hatten wir bis zum 0:1 eine Phase, in der das Spiel kippen kann. Das hat Gründe. Wir haben uns nach abgewehrten Bällen nicht mehr rausgeschoben. Da hat Saarbrücken richtig gut gespielt und kann nicht nur ein, sondern auch zwei oder drei Tore schießen. Wenn man das ausblendet, haben wir so gespielt, wie wir wollten. Hinten kompakt und vorne mit guten Kombinationen. Wichtig war der schnelle Ausgleich. Dauert das sieben, acht Minuten länger, wird es schwerer. Aber wir haben nachher viele Dinge besser gemacht als in ersten Halbzeit. Da haben wir dreimal aus 20 Metern aufs Tor geknallt. In der zweiten Halbzeit haben wir diese Abpraller rausgespielt, reingefankt und ein Tor gemach. Und: Großes Lob an die Spieler, die derzeit auf der Bank sitzen oder gar nicht spielen. Ein Jarek oder ein Fiete kommen rein und sind sofort voll da. Dieser Teamspirit wird für die gesamte Runde noch sehr wichtig – bei einem 5:1 weniger, aber spätestens dann, wenn es dann mal nicht so läuft.“

Holstein Kiel: Riedmüller – Herrmann, Gebers, Wahl, Wetter – Krause, Danneberg – Siedschlag, Kazior (83. Hartmann), Johansen (61. Lindner) – Schied (72. Sykora). Trainer: Neitzel.

1. FC Saarbrücken: Ochs – Falkenberg, Lerandy, Fischer, Pellowski – Korte, Maek, Eggert (77. Kreuels), Stegerer (73. Göcer) – Rathgeber, Ziemer. Trainer: Luginger.

Schiedsrichter: Dr. Kampka (Schornbach)

Tore: 0:1 Korte (48.), 1:1 Gebers (52.), 2:1 Johansen (54.), 3:1 Danneberg (58.), 4:1 Gebers (79.), 5:1 Lindner (86.)

Zuschauer: 5325

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