Störche bei Hansa in Torlaune

Hansa Rostock - Holstein Kiel 1:4 (1:1)

Holstein Kiel holt den zweiten Sieg in Folge und feiert beim F.C. Hansa Rostock einen überzeugenden 4:1-Erfolg. Vor 11.000 Zuschauern ließen sich die Störche nicht vom frühen Gegentreffer durch Stephan Andrist (8.) aus dem Takt bringen. Die KSV wurde immer stärker, kam vor der Pause durch Steven Lewerenz (30.) zum Ausgleich und fuhr in Durchgang zwei nach Toren von Tim Siedschlag (50., Foulelfmeter), Dominick Drexler (62.) und Milad Salem (84.) verdient den Dreier ein. Mit aufpolierter Auswärtsbilanz rückt die Elf von Markus Anfang in der Tabelle auf Platz 4 vor.

KSV-Trainer Markus Anfang hatte sich für drei Änderungen in der Startelf zum 2:1-Erfolg gegen Jahn Regensburg in der Vorwoche entschieden. Dominic Peitz, Tim Siedschlag und Kingsley Schindler begannen für Luca Dürholtz, Milad Salem und Mathias Fetsch (alle Bank). 

Bei Temperaturen um den Gefrierpunkt wurden die Störche kalt erwischt. Hansas erste Aktion saß. Stefan Wannenwetsch löffelte einen Freistoß aus dem Halbfeld auf den ersten Pfosten, wo Stephan Andrist aus sechs Metern fliegend zur Führung einnickte (8.). Die Anfang-Elf schüttelte sich kurz, dann hatte Dominick Drexler per Volleygrätsche nach Flanke von Kingsley Schindler den Ausgleich auf dem Fuß (17.). Nach feinem Dribbling wurde Peitz sieben Meter vor dem Tor am Abschluss gehindert (20.). Weil der Ausgleich nicht fiel, hatte der FCH die Chance zu erhöhen. Kenneth Kronholm parierte den 13-Meter-Hammer von Timo Gebhart jedoch stark und konnte wenig später mit seinen Farben jubeln: Schindler flankte über 25 Meter mikroskopisch genau auf den Kopf von Lewerenz, der mit seinem sechsten Saisontreffer das 1:1 markierte (30.)

Die Störche hatten sich im Laufe des Spiels gesteigert und setzten da an, wo sie vor der Pause aufgehört hatten. Drexler tanzte durch die Rostocker Defensive und konnte nur per Foul gestoppt werden. Den fälligen Elfmeter zimmerte Tim Siedschlag unhaltbar in den Winkel (50.). Der FCH wollte dem eigenen Publikum keinen Anlass für Unmut geben und suchte den Ausgleich. Diesmal fischte Kronholm einen Strahl von Andrist aus dem Winkel (52.). Die Gastgeber drängten weiter, gaben aber Kiel Platz zum Kontern, den die KSV nutzte. Eine Ecke wurde zweimal zu Drexler verlängert, der seinen starken Auftritt mit dem dritten Kieler Tor krönte (62.). Hansa-Schlussmann Marcel Schuhen bewahrte seine Farben mit einem Klassereflex bei einem Schuss von Alexander Bieler vor dem 1:4 (65.). Das Team von Trainer Christian Brand steckte zwar nicht auf, sah sich aber abgezockten Kielern gegenüber, die viele Drucksituationen spielerisch lösten und zur Not noch einen sicheren Kenneth Kronholm in der Kiste hatten. Den Schlusspunkt setzte dann der eingewechselte Milad Salem (84.) zu einem auch in der Höhe verdienten 4:1-Auswärtssieg der KSV.

Stimmen nach dem Spiel

Dominic Peitz: „Nachdem wir das 0:1 durch einen Standard bekommen haben, lassen wir nicht nach. Wir haben das Spiel kontrolliert und waren effektiv. Das müssen wir uns für die Zukunft bewahren.“

Milad Salem: „Die ersten 20 Minuten war Hansa überlegen, aber wir haben uns nicht hängen lassen, den Ausgleich gemacht und das Spiel in die Hand genommen. Der Sieg war verdient.“

Rafael Czichos: „Wie wir nach dem Gegentor wiedergekommen sind, ist beeindruckend. Wir haben eine Supermoral gezeigt und am Ende haben wir es souverän runtergespielt. Das hat mich auf dem Patz riesig gefreut. So wollten wir seit langem Fußball spielen und das ist uns heute gelungen.“ 

Domink Schmidt: „Nach dem 1:1 haben wir gemerkt, dass wir hier heute als Gewinner vom Platz gehen können. Wie wir heute aufgetreten sind, kann es nur einen verdienten Sieger geben. Wir haben uns das Selbstvertrauen erarbeitet und haben noch viel vor.“

Dominick Drexler: „Es waren sehr intensive 90 Minuten auf einem nicht einfach zu bespielenden Platz. Wir haben uns überhaupt nicht aus der Ruhe bringen lassen. Eine tolle Teamleistung in allen Belangen. Ein rundum starkes Spiel von uns.“

KSV-Trainer Markus Anfang: „Wir sind glücklich, dass wir uns auswärts belohnen und drei Punkte holen konnten. Wir sind nicht gut ins Spiel gestartet. Nach dem Gegentreffer haben wir jedoch immer mehr Kontrolle gewonnen und folgerichtig den Ausgleichstreffer erzielt. In der zweiten Halbzeit hat man gemerkt, dass die Mannschaft das Spiel unbedingt gewinnen wollte. Die Mannschaft präsentiert sich als echtes Team.“

FCH-Trainer Christian Brand: „Das war ein verdienter Sieg für Holstein Kiel, ganz klar. Wir sind verdient in Führung gegangen. Aber dann haben wir unheimlich viele individuelle Fehler gemacht. Holstein Kiel hat richtig gut gespielt und war heute die bessere Mannschaft. Wir wissen, wo wir stehen: im Mittelfeld. Wir müssen nicht nach oben schauen, sondern Punkte gegen den Abstieg holen.“

Spielinfo

Hansa Rostock: Schuhen – Jänicke, Henn, Kofler, Gardawski – A. Stevanovic (46. Garbuschewski), Grupe – Andrist, Wannenwetsch (72. Benaymina), Gebhart (54. Dorda)– Ziemer. Trainer: Brand
Holstein Kiel: Kronholm – Herrmann, Schmidt, Hoheneder, Czichos – Peitz – Schindler, Siedschlag, Bieler (66. Dürholtz), Lewerenz (61. Salem) – Drexler (80. Fetsch). Trainer: Anfang
Schiedsrichter: Zwayer (Berlin)
Tore: 1:0 Andrist (8.), 1:1 Lewerenz (30.), 1:2 Siedschlag (50., Foulelfmeter), 1:3 Drexler (62.), 1:4 Salem (84.)
Zuschauer: 11.000

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