Punktlandung in Unterzahl

FSV Frankfurt - Holstein Kiel 0:0

Die KSV Holstein erkämpfte sich am Sonnabendnachmittag in Unterzahl ein 0:0 beim Zweitliga-Absteiger FSV Frankfurt. Das Team von Markus Anfang enttäuschte in der ersten Halbzeit, verlor dann auch noch Kingsley Schindler durch eine allerdings zweifelhafte Gelb-Rote Karte (35.). Doch in Unterzahl boten die Gäste eine starke kämpferische Leistung und verdienten sich nach dem Seitenwechsel durch einen leidenschaftlichen Auftritt einen Punkt.

In einer zerfahrenen ersten Halbzeit hatten die heimstarken Gastgeber mehr vom Spiel, ohne allerdings ihre Fans mit erfrischendem Offensivfußball erwärmen zu können. Die Störche standen in der Defensive gewohnt sicher, der von Zweitligist Union Berlin nach Kiel gewechselte Christopher Lenz gab als Linksverteidiger ein starkes Debüt. Und das Team von Markus Anfang konnte sich auf Torhüter Kenneth Kronholm verlassen, der zweimal stark gegen Yannick Stark (10. und 28. Minute) parierte. Beide Chancen des Zweitliga-Absteigers waren allerdings nicht die Folge eines konsequenten Spielaufbaus, sondern das Resultat Kieler Fehlpässe, von denen es im ersten Durchgang einige gab. Das Team von Markus Anfang tat sich auf dem holprigen Rasen im Volksbank Stadion schwer, den Ball gewohnt flott durch die eigenen Reihen kreiseln zu lassen. Als dann Kingsley Schindler des Feldes (35.) verwiesen wurde, tauchte die KSV noch seltener vor dem Tor der Hessen auf. Die Gelb-Rote Karte gegen Schindler war eine harte Entscheidung von Schiedsrichter Justus Zorn, hatte Schindler doch die erste Verwarnung für einen Pressschlag mit Torhüter Sören Pirson erhalten, der nach einem Rückpass einen Schritt zu spät kam. Nur wenige Minuten später leistete sich Schindler ein eher harmloses Foul im Mittelfeld – und musste das Feld räumen.

Nach Wiederanpfiff bestimmte der FSV Frankfurt in Überzahl das Geschehen, fand aber an in Kronholm seinen Meister. Der Kieler Schlussmann, mit knapp 300 KSV-Fans im Rücken, verhinderte gegen Cagatay Kader (57., 60.) gleich zweimal bärenstark das 1:0 für die Hessen. Anfang wechselte nach den beiden Großchancen Mittelfeld-Routinier Tim Siedschlag für Mathias Fetsch ein, der als Mittelstürmer inzwischen auf verlorenem Posten stand. Das Tor für die Frankfurter schien nur noch eine Frage der Zeit zu sein, zumal mit Rafael Czichos, Patrick Herrmann und Dominic Peitz nun schon drei Defensivkräfte mit einer gelben Karte belastet waren. Doch mit Siedschlag standen die wacker kämpfenden Störche besser und kamen sogar immer häufiger zu Entlastungsangriffen. Einer hätte der KSV fast noch den Sieg eingebracht, doch ein sehenswerter 18-Meter-Schuss von Peitz knallte nur an die Latte. Ein numerischer Unterschied war in der Schlussphase nicht mehr zu erkennen, die Kieler waren dem erlösenden ersten Tor einer sehr schwachen Partie inzwischen sogar näher, doch schießen sollten sie es nicht mehr.

Stimmen nach dem Spiel

KSV-Trainer Markus Anfang: „Das war das schlechteste Spiel, das meine Mannschaft in meiner bisherigen Amtszeit abgeliefert hat. Vielleicht haben die Jungs sich zu viel vorgenommen, ich weiß es nicht. In den ersten 35 Minuten haben wir alles vermissen lassen, was uns bisher ausgezeichnet hat. Aber in Unterzahl hat meine Mannschaft Moral gezeigt und sich den Punkt auch verdient.“

FSV-Trainer Roland Vrabec: „Ich bin nicht zufrieden mit dem Ergebnis, aber auch nicht unzufrieden. In der ersten Halbzeit waren wir sehr dominant, der Platzverweis hat unserem Spiel nicht gut getan. Wir konnten mit dieser Situation nicht hundertprozentig umgehen.“

Spielinfo

Holstein Kiel: Kronholm – Herrmann, Hoheneder, Czichos, Lenz – Peitz – Schindler, Bieler, Drexler (89. Sigurbjörnsson), Lewerenz (72. Janzer) – Fetsch (61. Siedschlag)
FSV Frankfurt: Pirson – Ochs, Barry, Heitmeier, Corbin-Ong – Stark, Streker – Graudenz, Bahn (75. Schachten) – Kader (61. Deville), Morabit
Schiedsrichter: Zorn (Opfingen)
Tore: Fehlanzeige
Zuschauer: 3.146 
Gelb-Rote Karte: Schindler (35., wegen wiederholten Foulspiels 

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