Peitz! Störche nehmen Punkt aus Erfurt mit

Rot-Weiß Erfurt - Holstein Kiel 1:1 (1:0)

Dominic Peitz sichert mit seinem Kopfballtreffer kurz vor Abpfiff einen Punkt in Erfurt. Beim 1:1 der KSV bei RWE vor 4.422 Zuschauern waren die Störche wieder gegen einen dezimierten Gegner angerannt (Gelb-Rot für Jens Möckel kurz nach Wiederanpfiff), der durch Okan Aydin in der ersten Halbzeit in Führung gegangen war (26.). Das kampfbetonte Unentschieden war ein Beleg dafür, wie packend die fünf kommenden Wochenenden in der 3. Liga werden.

Keine Änderungen bei der KSV zum 0:0 gegen Preußen Münster, Markus Anfang setzte auf die gleiche Startelf der Vorwoche.

Trotz fünf sieglosen Partien in Folge traten die Gastgeber selbstbewusst auf und attackierten die Kieler früh. Viele Zweikämpfe, wenig Fußball – die Störche hatten Probleme, dem Spiel ihren Stempel aufzudrücken. Torchancen blieben rar im kalten Steigerwaldstadion, bis Christopher Lenz den RWE zur Führung einlud. Der Linksverteidiger wollte mit der Brust zum eigenen Keeper zurückspielen, Okan Aydin spritzte dazwischen und ließ Kenneth Kronholm aus kurzer Distanz keine Abwehrchance (26.) Die Störche suchten nach der Antwort und drückten die Thüringer in die eigene Hälfte. Doch mehr als Halbchancen sprangen bis zur Pause nicht heraus.

Die zweite Hälfte begann farbenfroh. Nach einem rüden Check gegen Alexander Bieler musste der bereits gelbverwarnte Jens Möckel vorzeitig zum Duschen (48.). Wie in der Vorwoche musste die KSV gegen einen dezimierten Gegner Lösungen finden. Steven Lewerenz knallte das Leder aus vier Metern ans Außennetz (63.). Dominic Peitz köpfte einen Hauch über die Latte (72.). Die Anfang-Elf hatte jetzt klar mehr Ballbesitz, doch der letzte Druck auf das Erfurter Gehäuse fehlte noch. Doch der sollte folgen: Pechvogel Lenz wäre um ein Haar Vater des Ausgleichs geworden, doch Philipp Klewin parierte reaktionsschnell gegen Peitz (83.), doch wenig später hatte der RWE-Schlussmann keine Chance: Wieder war es Peitz, der an den Innenpfosten und von dort zum verdienten Ausgleich nickte. Die Kieler gaben sich mit dem Punkt nicht zufrieden, doch Manuel Janzer scheiterte abermals am starken Klewin, der seiner Mannschaft am Ende den Punkt rettete.

Stimmen nach dem Spiel

Manuel Janzer: „Ich muss das 2:1 machen, nachdem ,Dome‘ Drexler mir das Ding super vorlegt, aber nach meiner Annahme war der Torwart schon da. Wir haben es insgesamt in der zweiten Halbzeit besser gemacht und verdient den Ausgleich erzielt.“ 

Dominic Peitz: „Wir haben einen Punkt geholt und wieder nicht verloren. Das muss uns Rückenwind für die nächsten Spiele geben, die wir weiter selbstbewusst bestreiten wollen.“

Dominik Schmidt: „Es war das erwartete dreckige Spiel. Viel Kampf, viel Theatralik, viel Diskussion – das 1:0 hat Erfurt in die Karten gespielt. Für uns war es dann schwierig, wir mussten mit langen Bällen versuchen, in den Strafraum zu kommen. Am Ende hat ,Peitzer’ noch das Tor gemacht, darüber sind wir glücklich.“ 

Kenneth Kronholm: „Kein Vorwurf an die Mannschaft. Das Gegentor war eine Verkettung von Fehlern. Wir haben danach Moral bewiesen und bis zur letzten Minuten gekämpft.“

Markus Anfang (KSV-Trainer): „In der ersten Halbzeit lag es nicht daran, dass wir so stark angelaufen worden sind. Wir haben wahnsinnig viele Fehler gemacht. Es fühlte sich wie ein gebrauchter Tag an. In der zweiten Halbzeit haben wir anders Fußball gespielt und uns letztlich belohnt. Zufrieden bin ich nicht.“

Stefan Krämer (RWE-Trainer): „Wir sind gut ins Spiel gekommen und verdient in Führung gegangen. Wir hatten in der Halbzeitpause ein gutes Gefühl. Nach dem Platzverweis haben wir uns darauf beschränkt, das Tor zu verteidigen. Aydin hätte den Deckel drauf machen können, hat er nicht. Wir sind im Moment schon enttäuscht, aber ich bin mit der Mannschaft sehr zufrieden.“

Spielinfo 

Rot-Weiß Erfurt: Klewin – Menz, Möckel, Erb, Sumusalo – Vocaj, Bergmann, Brückner (85. Bieber) – Aydin, Tyrala (51. Laurito) – Kammlott (76. Uzan). Trainer: Krämer
Holstein Kiel: Kronholm – Herrmann, Schmidt, Czichos, Lenz – Peitz – Schindler (73. Azemi), Drexler, Bieler, Lewerenz (78. Janzer) – Ducksch. Trainer: Anfang
Schiedsrichter: Schütz (Worms)
Tore: 1:0 Aydin (26.), 1:1 Peitz (89.)
Zuschauer: 4.422
Gelb-Rote Karte: Möckel (48.)

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