Sykora rettet Punkt

Holstein Kiel - VfB Oldenburg 1:1 (0:1)

Wie sich die Ereignisse gleichen können. Wie zuletzt am Freitag-Abend das Unentschieden gegen Werder Bremen II reichte es auch gegen den VfB Oldenburg wieder nur zu einem 1:1 vor eigenem Publikum. Die 2669 Zuschauer im Holstein-Stadion erlebten einen schwächeren Störche-Abend. Paul van Humbeeck erzielte vor der Pause die Gästeführung (30.). Fiete Sykora glich kurz vor Spielende in einem sonst von langen Bällen und vielen Fehlern geprägten Spiel aus (86.). 

Holstein-Trainer Thorsten Gutzeit vertraute der gleichen Startformation wie beim 1:1-Unentschieden gegen den SV Werder Bremen. Beim VfB Oldenburg gab der Ex-Kieler Alexander Nouri sein Debüt als Cheftrainer.

Als Schiedsrichter Sven Jablonski die Partie freigab, führte der Verfolger aus Havelse bereits mit 1:0. Die Störche waren unter Zugzwang. Und Fiete Sykora hätte früh für eine beruhigende Führung sorgen können, scheiterte aber nach feinem Dribbling aus halblinker Position am Fuß von VfB-Keeper Mansur Faqiryar (7.). In der Folge blieb vieles Stückwerk. Holstein fehlte die Linie, der Gast aus Oldenburg stellte sich in den Offensivbemühungen noch ungeschickt an. Bis zur 25. Minute, als Alexander Baal aus sieben Metern zum Kopfball kam, aber KSV-Keeper Morten Jensen sicher zupackte. Holstein fand weiterhin nicht statt, zugestellt durch einen aggressiven und laufstarken VfB, der die Kieler Schwächen ausnutzte. Viel zu einfach konnte sich Julian Bennert nach einem Einwurf drehen, legte quer vor das Holstein-Tor, wo Paul van Humbeeck das Leder nur noch zum 0:1 eindrücken musste (30.). Kurz vor der Pause ein Lebenszeichen der Kieler: Gerrit Pressel schickte Fabian Wetter über links, der flankte ideal auf den freien Marc Heider acht Meter vor dem Tor – Stockfehler, Chance vertan (39.). Der Holstein-Anhang pfiff, die mitgereisten 30 Oldenburger feierten die Pausenführung.

Die Störche wollten den Rückstand schnellstmöglich drehen und griffen den VfB nach dem Seitenwechsel früher an. Der Gast verteidigte aber geschickt, nahm die Zweikämpfe konsequent an und ließ wenig zu. Marc Heider köpfte zwei Meter neben das Tor (50.). Einen Sykora-Kracher aus 14 Metern entschärfte Faqiryar (58.). Holstein wollte, aber es fehlten Abstimmung und Präzision. Viele hohe Bälle, viele Querschläger – vom guten Kombinationsfußball der Störche war wenig zu sehen. Oldenburg brauchte nur die Räume eng zu machen und auf einen der vielen Fehler der Kieler zu warten. Die Holstein-Fans wurden immer ungeduldiger, bis sie in der 86. Minute erlöst wurden. Dritte Ecke Holstein von Rafael Kazior und Fiete Sykora drückte den Ball unter die Latte. Ging da noch was? Der eingewechselte Flo Meyer fand bei seinem Querleger keinen Teamkollegen. Dann war die Punkteteilung besiegelt. Immerhin: der TSV Havelse spielte ebenfalls nur 1:1. 

Stimmen nach dem Spiel

Holsteins Sportlicher Leiter Andreas Bornemann: „Nach den zwei Heimspielen müssen wir zusammenfassend sagen, dass wir zwei Punkte zu wenig geholt haben. Aber es wurde deutlich, dass uns derzeit einfach zu viele Spieler verletzt fehlen.“

Fiete Sykora: „Wir müssen schauen, wie wir die nächsten Spiele gestalten wollen. Nach so einem Ergebnis sind wir natürlich sehr enttäuscht. Wir haben irgendwie nie richtig ins Spiel gefunden, auch wenn es ach der Pause ein wenig besser lief,“

Marc Heider: „Der Abend ist eine große Enttäuschung. Wir haben nie richtig zu unserem Spiel gefunden. Es tut mir vor allem für die Zuschauer leid.“

Manuel Hartmann: „Oldenburg hat uns mit einfachen Mitteln völlig aus dem Spiel genommen. Uns ist dagegen nichts eingefallen, die vielen langen Bällen verpufften. Heute gibt es keine Entschuldigungen, das war grotte von uns.“ 

VfB-Trainer Alexander Nouri: „Es war nicht einfach, nach den Ereignissen um Frank Neubarth und Andreas Boll die Mannschaft auf das Spiel heute einzustellen. Wir wollten mutig spielen, nicht abwarten und aktiv agieren. Wir wussten um die physische Stärke und Kopfballstärke der Kieler. Aber uns war auch klar, dass wir, wenn wir Druck aufbauen, viele lange Bälle provozieren würden. Das haben wir super umgesetzt. Ich bin erleichtert und stolz, dass mir die Mannschaft das Vertrauen zurückgegeben hat. Wenn jemand vorher 1:1 gesagt hätte, hätte da niemand drauf gesetzt.“

KSV-Trainer Thorsten Gutzeit: „Was heute hier in der ersten Halbzeit passiert ist war kein sehr guter Auftritt unserer Mannschaft. Wir haben keine Spannung gehabt, die Zweikämpfe nicht angenommen und wurden früh gestört, Das hat Oldenburg sehr gut gemacht. Wir hatten Probleme mit flachem Aufbauspiel und sind bei den längen Bällen nicht nachgerückt. Und so haben wir keine zweiten Bälle bekommen. Und wenn man dann auch noch so schläft wie bei dem Einwurf, dann darf man sich über einen Rückstand nicht beschweren. Wir haben uns in der Halbzeit vorgenommen, anders das Spiel anzunehmen. Und auch wenn uns das ein wenig besser gelungen ist, fehlten weiter entscheidende Aktionen. Wieder durch einen Kopfball machen wir dann den Ausgleich und dann muss man auch mal mit einem Punkt leben können. Ich bin nicht zufrieden, die Spieler auch nicht. Aber wir haben unser Ziel immer im Blick, heute einen Punkt geholt und wer weiß, wozu der noch gut sein wird.“ 

Holstein Kiel:  Jensen – Herrmann, Aust (83. Toksöz), Hartmann, Wetter – Krause, Kazior – Johansen (60. Schied), Sykora, Pressel (66. Meyer)- Heider.
Schiedsrichter: Jablonski (Bremen)
Tore:  0:1 van Humbeeck (30.), 1:1 Sykora (86.)
Zuschauer: 2669

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