Bittere Niederlage für Störche

VfB Oldenburg - Holstein Kiel 1:0 (0:0)

Holstein Kiel verliert unglücklich beim VfB Oldenburg. Vor 3.025 Zuschauern erzielte ausgerechnet der frühere Kieler Julian Lüttmann das goldene Tor zum 1:0-Sieg für die Hausherren per Abstauber. Die Störche waren zwar über die 90 Minuten das aktivere Team gewesen, konnten aber aus den spielerischen Vorteilen und besseren Torchancen nichts Zählbares erzielen.

Zum dritten Mal in Folge schickte Trainer Thorsten Gutzeit die gleiche Startelf auf den Oldenburger Rasen.

Holstein Kiel versuchte an die erfolgreiche Spielweise der Vorwochen anzuknüpfen: Über einen ruhigen Spielaufbau sollte auf entscheidende Gelegenheiten im gegnerischen Strafraum gelauert werden. Oldenburg hielt zu Beginn effektiv dagegen und machte selbst wenig nach vorne, sodass sich kaum Torchancen ergaben. Das Gutzeit-Team zog nach 20 Minuten das Tempo an und kam durch Schied (25.) und Lindner (27.) in Tornähe. VfB-Keeper Mansur Faqiryar parierte aber prächtig. Die beste Gelegenheit bis dahin hatte dann Casper Johansen auf Flanke von Tim Siedschlag, Kiels Däne traf aber aus 12 Metern nur die Innenpfosten. Holstein drängte weiter auf die Führung, mit 0:0 ging es aber in die Kabinen.

In Durchgang Zwei ein ähnliches Bild wie in den ersten 45 Minuten. Holstein bemüht um Spielkontrolle und mit mehr offensiven Aktionen, aber Oldenburg in der Defensive wachsam. Erst nach einer Stunde musste VfB-Schlussmann Faqiryar wieder eingreifen (64.). Der eingewechselte Marc Heider hatte aus acht Metern abgezogen. Von den Gastgebern kam offensiv kaum etwas, mit zunehmender Spieldauer verpufften aber auch die Strafraumaktionen der Störche. Immerhin blieb die KSV durch Standards gefährlich. Ein Hebler-Freistoß strich knapp am Oldenburger Gehäuse vorbei (78.). Auf der anderen Seite schlug es dann aus heiterem Himmel ein: Ein VfB-Konter wurde regelwidrig gestoppt, den Freistoß von Tobias Bauer konnte KSV-Torwart Niklas Jakusch nicht festhalten und der Ex-Kieler Julian Lüttmann staubte nach einem Querpass glücklich zur Führung ab (83.). Zwar mühten sich die Störche noch einmal, doch es fehlte der letzte Geniestreich, sodass die Hausherren die drei Punkte in Oldenburg behielten.

Stimmen nach dem Spiel

Holstein-Trainer Thorsten Gutzeit sagte nach Abpfiff: „Ich glaube, das Entscheidende war heute, dass wir in der ersten Halbzeit unsere Chancen nicht haben nutzen können. Ein Pfostenschuss war dabei, zwei-, dreimal waren wir alleine vor dem Torwart. Die Tore haben wir nicht gemacht. In der zweiten Halbzeit haben wir gewartet, wieder zu unseren Chancen zu kommen. Ich glaube, wir hatten dann eine einzige, von Marc Heider, die der Torwart hervorragend hält. Und wenn man vorne die Tore nicht macht, dann darf sich nicht beschweren, wenn man nach einem Standard noch ein Gegentor kassiert. Heute müssen wir die Schuld bei uns suchen.“

VfB-Trainer Andreas Boll sagte: „Wir sind natürlich überglücklich, dass wir dem großen Favoriten ein Bein stellen konnten. Wir haben uns vorher viel überlegt, wie wir das machen können, wussten, dass wir defensiv unglaublich stabil stehen müssen gegen eine wirklich bärenstarke Offensive, über die Kiel verfügt. Auch wenn wir über 90 Minuten drei Chancen zugelassen haben, standen wir insgesamt stabil und haben wenig zugelassen. Vorne fehlte uns etwas die Entschlossenheit und trotzdem haben wir zum richtigen Zeitpunkt das Tor gemacht. Man braucht in solchen Spielen als Außenseiter gegen Favoriten eben dieses Quäntchen Glück. Daher ist unser Sieg nicht unverdient.“

Holstein Kiel: Jakusch – Herrmann, Müller, Gebers, Wetter – Kazior, Toksöz – Siedschlag (79. Hebler), Johansen (73. Sykora), Lindner – Schied (63. Heider)

Tore: 1:0 Lüttmann (83.)

Zuschauer: 3.025

Schiedsrichter: Schult (Hamburg)

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