Nord-Derby am Millerntor

FC St. Pauli – Holstein Kiel, Sonntag, 13:30 Uhr

Einer von vielen rassigen Zweikämpfen: Dominic Peitz stoppt Bernd Nehrig.

Nach mehr als zehn Jahren spielt die KSV Holstein (3./37 Punkte) wieder am Millerntor, das Team von Markus Anfang trifft am Sonntag (13.30 Uhr) im Nord-Derby der 2. Fußball-Bundesliga auf den FC St. Pauli (11./31). Der Tag wird für die Störche und ihre Fans, von denen mehr als 3000 das ausverkaufte Kult-Stadion auf dem Heiligengeistfeld füllen, ein ganz besonderer in der langen Vereinsgeschichte werden. In der damals drittklassigen Regionalliga hatten sich einst die Wege der Traditionsvereine getrennt, die KSV stieg in die Oberliga ab, die Kiez-Kicker in die 2. Liga auf. Eine ganz spezielle Partie wird es für Torjäger Marvin Ducksch werden, der beim Kiezclub bis Juni 2019 unter Vertrag steht, aber seit Januar 2017 an die Störche ausgeliehen ist. Nach einem schwachen Saisonstart kam im Dezember und mit dem neuen Trainer Marcus Kauczinksi die Stabilität bei den Hamburgern zurück. St. Pauli, inzwischen ins gesicherte Mittelfeld geklettert, gewann zuletzt sogar beim Aufstiegsaspiranten FC Ingolstadt mit 1:0.

Markus Anfang zu den Störchen: Wir müssen uns auf uns konzentrieren, auf das Wesentliche. Und das ist, Spiel für Spiel eine gute Leistung abzuliefern und nicht, wie die Liga aufgestellt ist. Unzufriedenheit ist überhaupt nicht angebracht, weil die Jungs eine hervorragende Saison spielen. Ich hoffe, dass sie sich daran gewöhnen, die Atmosphäre positiv zu nutzen und sich nicht beeindrucken zu lassen. Die Mannschaft soll die Spiele in solchen Stadien und vor solchen Atmosphären genießen und nicht vor Ehrfurcht erstarren. In Aue waren wir nah dran, uns zu  belohnen (Nach 2:0-Führung endete das Spiel noch 2:2, d. Red.). Dieses Mal werden wir wieder alles dafür tun, das Spiel zu gewinnen – sowohl offensiv als auch defensiv.

Anfang zu St. Pauli: Das Spiel wird sicher ein tolles Erlebnis, ich hoffe auf eine beeindruckende Atmosphäre. Wir werden wohl wieder viele Konter verteidigen müssen, weil die meisten Teams gegen uns nicht offensiv eingestellt sind, sondern auf Konter lauern. Pauli hat eine starke Defensive, die Mannschaft wird von den Fans bei Heimspielen unheimlich gepusht. Wir werden hier nicht mit langen hohen Bällen nach vorne kommen.

Personelle Situation: Tom Weilandt ist nach einem Infekt am Freitag wieder ins Training eingestiegen. Dominik Drexler musste am Mittwoch das Training abbrechen, konnte heute aber wieder beschwerdefrei mittrainieren. Seine Reaktion im Abschlusstraining am Sonnabend wird über einen Einsatz in Hamburg entscheiden.

Anreise: Die Mannschaft absolviert ihr Abschlusstraining am Sonnabend um 13 Uhr im Stadion, anschließend reist sie nach Hamburg.

Hinspiel: Während des Hinspiels rückte das Fußballspiel, das St. Pauli glücklich mit 1:0 (Johannes Flum, 44.) gewann, in den Hintergrund. Drei Tage zuvor waren Kieler Fans nach der Rückreise vom Auswärtsspiel beim FC Erzgebirge Aue vor dem Holstein-Stadion überfallen und um ihre Blockfahne beraubt worden. Offenbar in der Überzeugung, von Anhängern des FC St. Pauli überfallen worden zu sein, stürmten vor dem Anpfiff einige Vermummte aus dem Kieler Fanblock auf das Feld in Richtung Gästetribüne. Das Spiel fing mit zehnminütiger Verspätung an, vier Personen wurden festgenommen und von der KSV mit einem dreijährigen Hausverbot für das Holstein-Stadion bestraft. Die KSV wurde vom Deutschen Fußball-Bund (DFB) mit einer Geldstrafe von rund 30.000 Euro belegt. Beweise dafür, dass für den brutalen Überfall auf die Kieler Fans eine Pauli-Gruppierung verantwortlich ist, gibt es nicht. Die Fahne ist noch immer verschwunden.

Medieninfo: Sky überträgt live, der Multimedialiveticker der KSV Holstein (http://liveticker.holstein-kiel.de) liefert bereits ab 13 Uhr alles Wissenswertes rund um das Derby, ab 13.30 Uhr dann aktuelle Zwischenstände, Fotos und Interviews. Medienpartner R.SH schaltet immer wieder live ans Millerntor.

Faninfo: Das Millerntor-Stadion kann von der A7 über die Ausfahrt Hamburg-Bahrenfeld erreicht werden. Von einer Anreise mit dem Auto ist aber abzuraten, es stehen kaum Parkplätze zur Verfügung. Mit der U-Bahn: Vom Hauptbahnhof aus die Linie 3 Richtung Schlump-Barmbek bis zur Haltestelle „Feldstraße“ nehmen. Von dort aus ist der Gästeblock schnell zu erreichen. Die Stadiontore öffnen 1,5 Stunden vor Spielbeginn.

Es wird in Hamburg eine zusätzliche S-Bahn geben, die direkt zur Reeperbahn fährt, von wo es nur noch wenige Meter bis zum Hans-Albers-Platz sind, auf dem Kieler Fans sich versammeln wollen. Für die Rückfahrt ist ebenfalls eine gesonderte S-Bahn angedacht. Aufgrund der hohen Anzahl an Fans kann es zu Verzögerungen kommen. Es ist mit einem hohen Polizeiaufgebot zu rechnen.

Alkohol ist im Gästebereich nicht erlaubt. Trikots dürfen nur im Gästebereich und auf der Haupttribüne getragen werden, Taschen und Rücksäcke nur begrenzt abgegeben werden.

 

Zurück

Fanshop

Holstein TV

Tickets