Nichts zu holen für Störche

VfL Osnabrück - Holstein Kiel 4:0 (2:0)

Manuel Hartmann (re.) gegen Pascal Testroet

Holstein Kiel verliert erstmals nach fünf Spielen. Beim VfL Osnabrück unterlag das Team von Trainer Karsten Neitzel mit 4:0. Zur Pause lagen die Lila-Weißen nach einem Doppelschlag von David Pisot (24.) und Massimo Orantelli (25.) mit 2:0 in Führung. Kurz nach dem Seitenwechsel sorgten ein umstrittenes Eigentor von Kevin Schulze (47.) und Nicolas Feldhahn (50.) für die Entscheidung.

Holstein-Trainer Karsten Neitzel ließ im Vergleich zum 3:0-Heimsieg gegen Stuttgart II auf fünf Positionen rotieren: Hauke Wahl, Kevin Schulze, Patrick Breitkreuz, Fiete Sykora und Marcel Schied ersetzten Patrick Herrmann, Marcel Gebers, Tim Siedschlag, Tim Danneberg sowie Manuel Schäffler.

Bei bestem Fußballwetter an der Bremer Brücke ergab sich zunächst eine offene Partie, ohne dass sich ein Team einen entscheidenden Vorteil verschaffen konnte. Dann aber kam der VfL: Mit einem Doppelschlag binnen zwei Minuten gingen die Gastgeber mit 2:0 in Führung. In der 25. Minute war es Verteidiger David Pisot, der den Ball nach einer Ecke von Massimo Ornatelli über die Linie drückte. Der Eckballschütze wurde dann in Minute 26 von Daniel Nagy in Szene gesetzt, stand frei vor Niklas Jakusch und brachte den Ball im Kieler Tor unter. Der VfL spielte anschließend immer wieder gefährlich in Richtung des Kastens der KSV und konnte sich vor allem nach Standardsituationen Chancen erarbeiten. Nach einem Zusammenprall mit Patrick Breitkreuz spielte VfL-Keeper Daniel Heuer Fernandes zunächst weiter, musste in der 30. Minute aber doch angeschlagen für Ersatzmann Frank Lehmann Platz machen. Die Kieler versuchten, den Anschlusstreffer vor der Pause zu erzielen, konnten sich aber nicht gegen die VfL-Defensive durchsetzen. Dementsprechend ging es mit einem Zwei-Tore-Vorsprung für die Heimmannschaft in die Kabinen.

Und gleich nach der Halbzeit ging es wieder hoch her: Die Lila-Weißen bauten die Führung binnen weniger Minuten um zwei weitere Treffer aus. In der 47. Minute verlängerte der Kieler Kevin Schulze einen Ball im Strafraum unglücklich über Niklas Jakusch an die Latte. Von da aus sprang der Ball ab und landete nach Ansicht der Unparteiischen hinter der Linie. Nur drei Minuten danach führte zum zweiten Mal im Spiel eine Ecke zum Torerfolg für die Osnabrücker. David Pisot leitete das runde Leder zu Nicolas Feldhahn, der den Ball im Kieler Gehäuse unterbrachte. Die KSV Holstein zeigte sich danach sichtlich geschockt, sodass die Gastgeber ein ums andere Mal zu gefährlichen Aktionen kamen. Diese Phase überstanden die Störche jedoch, ohne weitere Treffer hinnehmen zu müssen. In der Folge bekamen die Kieler wieder etwas mehr Ruhe ins Spiel. Michael Hohenstedt traf in der 75. Minute noch den Pfosten. Da sich anschließend aber beide Mannschaften keine zwingenden Gelegenheiten mehr erarbeiten konnten, blieb es beim stand von 4:0. Die mitgereisten Kieler Schlachtenbummler bauten ihre Mannschaft nach dem Abfiff wieder auf. „Hey, was geht ab? Holstein steigt niemals ab!“ hallte es durch das Stadion an der Bremer Brücke. Die Fans des VfL feierten im Anschluss an die Partie ihre Mannschaft und den Trainer  Maik Walpurgis ebenfalls ausgiebig.

Trainerstimmen nach dem Spiel

Karsten Neitzel (Holtein Kiel): „Wir haben heute ein Spiel gesehen, das mit dem VfL Osnabrück einen hochverdienten Sieger gefunden hat. Wir hatten heute einen schlechten Tag, wie wir ihn noch nicht oft in dieser Saison hatten. Das war mannschaftlich heute nicht das, was wir uns vorstellen. Jetzt müssen wir sehen, dass wir uns nach der englischen Woche erholen und nächste Woche gegen Unterhaching gewinnen.“

Maik Walpurgis: „Ich bin sehr froh, dass wir drei Punkte geholt haben. Die Komplimente nach den engen Spielen aus den letzten Wochen bringen uns nicht weiter. Es war heute für uns entscheidend, dass wir ein gutes Ergebnis erzielen. Wir wollten den Gegner nicht ins Spiel kommen lassen und haben einen enormen läuferischen Einsatz betrieben. Bei dem Tor, das eigentlich keines war, hatten wir natürlich Glück. Insgesamt aber ein wichtiger und hochverdienter Sieg für uns.“

VfL Osnabrück: Heuer Fernandes (26. Lehmann) - Kunert, Pisot, Neumann, Dercho - Feldhahn, Zenga - Ornatelli, Nagy (77. Glockner), Hohnstedt - Iljutcenko (46. Testroet). Trainer: Walpurgis

Holstein Kiel: Jakusch - Schulze (51. Danneberg), Wahl, Hartmann, Wetter - Heider, Vendelbo Kazior, Breitkreutz (66. Ääritalo) - Schied, Sykora (77. Schäffler). Trainer: Neitzel.

Schiedsrichter: Alt (Heusweiler)

Tore: 1:0 Pisot (25.), 2:0 Ornatelli (26.), 3:0 Schulze (47., Eigentor), 4:0 Feldhahn (50.)

Zuschauer: 8272

Zurück