Nervenschlacht im Hexenkessel

Fr. 19 Uhr: VfL Osnabrück - Holstein Kiel

Trainer Markus Anfang will in Osnabrück punkten

Dritte Liga am Freitagabend an der Bremer Brücke – das Gastspiel der KSV Holstein beim VfL Osnabrück (19 Uhr)könnte kaum ein besseres Flair haben. Die Niedersachsen rechnen trotz der Negativserie von zuletzt vier Niederlagen in Folge mit knapp 9000 Zuschauern, die Störche setzen darauf, dass trotz der kurzfristigen Verlegung der Partie, die ursprünglich am Sonnabend (11. März) ausgetragen werden sollte, viele Fans das Team von Markus Anfang begleiten werden.

„Wir wissen, dass unsere Fans deshalb einige Unannehmlichkeit hinnehmen müssen“, sagte Wolfgang Schwenke, Kaufmännischer Geschäftsführer der KSV Holstein. „Als Dank dafür, dass sie uns immer so toll unterstützen, wollen wir ihnen deshalb die Stehplatz-Tickets für unser Auswärtsspiel bei Bremen II spendieren.“ Die KSV tritt am 1. April (14 Uhr) bei der U23 des Fußball-Bundesligisten an.

Kein erneuter Schock

Bremen ist für den Trainer noch Zukunft, Gegenwart ist für Markus Anfang das Rückspiel gegen den VfL Osnabrück. Im Hinspiel verlor die KSV in der Nachspielzeit äußerst unglücklich mit 0:1 gegen das Team von Joe Enochs, das lange zum Spitzen-Trio der Liga zählte. Ein solcher Schock soll sich aus Kieler Sicht nicht wiederholen. Auch Anfang hofft, dass die Kieler Fans kurzfristig umdisponieren können und sich diesen Abend nicht entgehen lassen werden. „Ich wünsche mir, dass wir ihnen eine gute Leistung zeigen werden und sie anschließend glücklich in den Zug setzen können.“

Ohne Peitz und Czichos

Allerdings wird Anfang sein Team im Vergleich zum jüngsten 2:1-Sieg gegen den SC Paderborn auf zwei Positionen verändern müssen. Mit Kapitän Rafael Czichos und Dominic Peitz, dem Abräumer im Mittelfeld, fallen zwei seiner Säulen im Defensivbereich gelbgesperrt aus. Eine Personalfrage beantwortet sich von selbst, kehrt doch Innenverteidiger Dominik Schmidt nach seiner abgelaufenen Gelbsperre wieder ins Team zurück. Er wird auch die Kapitänsbinde von Czichos übernehmen, der am Montag zu Schleswig-Holsteins Fußballer des Jahres gewählt wurde.

Schmidt plus X

Bleibt die Frage, wer im defensiven Mittelfeld Dominic Peitz ersetzt? Denkbar, dass Niklas Hoheneder, gegen Paderborn in der Innenverteidigung an der Seite von Czichos, eine Reihe nach vorne rutscht. Denkbar auch, dass Alexander Bieler oder Tim Siedschlag, Zweiter der Schleswig-Holstein-Wahl, den „Sechser“ geben werden. „Niklas hat gegen Paderborn richtig gut gespielt, das spricht eigentlich dafür, ihn auch dort zu belassen“, sagte Markus Anfang am Donnerstagmorgen bei der allwöchentlichen Pressekonferenz. Ausschließen wollte er eine Versetzung aber auch nicht, weiß er doch, dass der Österreicher einst für den tschechischen Meister Sparta Prag eine überragende Saison auf dieser Position gespielt hat. Für ihn könnte dann der Isländer Eidur Sigurbjörnsson in die Viererkette rücken. Neben Peitz und Czichos fehlen verletzungsbedingt Patrick Kohlmann, Manuel Janzer und Miguel Fernandes.

Enge Spiele gewinnen

An der Bremer Brücke, an der die Kieler zuletzt vor knapp elf Jahren gewinnen konnten, erwartet Markus Anfang ein Spiel, in dem es „von der ersten Sekunde an zur Sache gehen wird“. Der VfL habe eine Mannschaft, die richtig viel Aufwand betreibe. Und das Publikum in Osnabrück werde für den entsprechenden Rückenwind sorgen. Angesprochen auf die Siegermentalität des FC Bayern München, der trotz des 5:1-Sieges im Achtelfinal-Hinspiel der Champions League auch das Rückspiel gegen den FC Arsenal mit 5:1 gewann, sagte er, dass eine solche Siegermentalität wachsen müsse, Zeit brauche. „Wichtig dafür sind entsprechende Erfolgserlebnisse, Du musst auch einmal ein paar enge Spiele gewinnen“, sagte Anfang und verwies auf die Partie gegen Paderborn, in der seine Mannschaft erstmals in dieser Saison einen 0:1-Rückstand noch in einen Sieg verwandeln konnte. „Wenn Dir so etwas einige Mal gelingt, ist irgendwann der Glaube daran da, jedes Spiel gewinnen zu können.“

Medien: Der gemeinsame Liveticker der Kieler Nachrichten und der KSV Holstein berichtet von der Bremer Brücke mit aktuellen Zwischenständen, exklusiven Fotos und Interviews mit den Störchen unmittelbar nach dem Abpfiff, Medienpartner R.SH schaltet sich mit Liveeinblendungen ein, der NDR überträgt live und in voller Länge im Stream unter ndr.de.

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