Störche schocken Preußen

Preußen Münster - Holstein Kiel 0:3 (0:3)

Holstein Kiel stürmt weiter Richtung Tabellenspitze. Bei Preußen Münster siegten die Störche nach einer überragenden ersten Halbzeit mit 3:0. Nach einer ausgeglichenen ersten Viertelstunde eröffnete Marcel Gebers per Kopf den Torreigen (17.). Marc Heider (26.) und Tim Siedschlag (34.) sorgten für den deutlichen 3:0-Pausenstand. Nach dem Seitenwechsel drängte Münster auf den Anschluss, konnte aus den wenigen Chancen aber kein Kapital schlagen. Holstein gewinnt das zweite Spiel in Folge ohne Gegentor, bleibt weiterhin ungeschlagen und rückt auf den 2. Tabellenplatz vor.

Die Kieler Störche begannen exakt mit der Startelf, die in am vergangenen Samstag den Balleschen FC mit 1:0 besiegt hatte.

Beide Teams begannen selbstbewusst und engagiert. Früh wurde gestört, damit der Gegner gar nicht erst zur Entfaltung kommen sollte. Aus heiterem Himmel fiel die Störche-Führung. Dabei schien sich die Torgefährlichkeit eines Marcel Gebers bei Standards noch nicht bis nach Münster herumgesprochen zu haben. Den Freistoß zirkelte Rafael Kazior auf den zweiten Pfosten, Münsters Keeper Daniel Masuch klebte auf der Linie und Holsteins Innenverteidiger nickte aus vier Metern zum 1:0 ein (16.). Die Gastgeber waren geschockt: Leichtfertiger Ballverlust von Jens Truckenbrod in der eigenen Hälfte. Marc Heider legte auf Rafael Kazior in den Strafraum, dessen Abschluss knapp am langen Pfosten vorbeistrich. Fünf Minuten nach dem Gegentor hatten sich die Gastgeber geschüttelt und entwickelten mehr Druck. Holstein-Schlussmann Max Riedmüller hielt stark im Eins-gegen-Eins mit Gaetano Manno. Marcus Piossek schoss über das Tor (23.). Mitten in die Münsteraner Drangphase schlugen die Störche zum zweiten Mal zu. Fabian Wetter und Casper Johansen passten sich über die linke Seite frei, Wetters Hereingabe platzierte Marc Heider aus zehn Metern exakt ins kurze Eck (26.). Die Störche spielten sich in einen Rausch. Fabian Wetter eröffnete nach Balleroberung auf Rafael Kazior, der verlängerte mit der Hacke elegant auf Marc Heider, der allein auf Daniel Masuch stürmte, aus spitzem Winkel aber den mitgelaufenen Tim Siedschlag sah, der ebenfalls mit der Hacke zum 3:0 vollendete (34.). Die 450 mitgereisten Kieler konnte ihr Glück kaum fassen, während das restliche Preußenstadion mucksmäuschenstill war. Holstein präsentierte sich in Münster wie eine Spitzenmannschaft und ging verdient mit einer Führung in die Kabine.

Der SCP wollte nach dem Seitenwechsel Wiedergutmachung betreiben und kam druckvoll zurück auf den Rasen. Die Störche-Defensive wackelte aber nicht und Max Riedmüller pflückte Flanke um Flanke der Gastgeber sicher herunter. Kiel überstand auch diese Druckphase ohne Gegentor und arbeitete sich wieder mit schönen Kombinationen vor das Tor von Daniel Masuch. Die sehenswerteste blieb leider ohne zählbaren Erfolg. Fabian Wetter, Rafael Kazior und Marc Heider brillierten sich mit einer Kette von Doppelpässen an den Strafraum, wo Heider im letzten Moment am Schussversuch gehindert wurde (60.). Auf der anderen Seite hielt Max Riedmüller das Zu-Null, als er einen 16-Meter-Schuss von Jens Truckenbrod mit einem starken Reflex parierte. Die beste Gelegenheit für den SCP vergab der eingewechselte Mehmet Kara, der alleine vor Max Riedmüller das Leder am Tor vorbeischob (78.). Nach einem Zusammenprall mit Fiete Sykora ging es für Clement Halst nicht mehr weiter. Da SCP-Trainer Pavel Dotchev bereits dreimal gewechselt hatte, versuchten sich zehn Münsteraner noch an Ergebniskosmetik. Holstein behielt das Geschehen aber in der Hand und siegte dank einer überragenden ersten Halbzeit verdient mit 3:0.

Stimmen nach dem Spiel

Marc Heider: „Wir sind hochzufrieden. Wir haben uns dieses Ergebnis heute mit der gesamten Mannschaft hart erarbeitet und auch nach der Führung kaum etwas zugelassen. Mehr als unsere Leistung geht hier in Münster eigentlich nicht.“

Marcel Gebers: „Das Ergebnis ist einfach überragend. Wir waren über 90 Minuten das konzentriertere Team mit dem größeren Willen und den besseren Aktionen. Mehr gibt es nicht zu sagen.“

Hauke Wahl: „Die gute Abwehrleistung fing in der Offensive an. Das war heute einmal mehr die Grundlage für unsere Erfolg. Für mich war es ein grandioses Erlebnis.“

Holsteins Sportlicher Leiter Andreas Bornemann: „Hier in Münster in dieser Art und Weise aufzutreten, ist eine ganz starke Geschichte. So ein Start ist für uns als Aufsteiger traumhaft. Der Dreier hilft uns enorm weiter und die Punkte sind fest im Sack. Jetzt dürfen wir uns die Rückfahrt und das restliche Wochenende freuen und ab Montag beginnt die Vorbereitung auf das Spiel gegen Burghausen vor eigenem Publikum.“

KSV-Präsident Roland Reime: „Es war ein tolles Spiel, das wir verdient gewonnen haben. Der Fußball, den wir insbesondere in der ersten Halbzeit gezeigt haben, war wunderbar anzuschauen. Ich wäre auch mit einem Unentschieden zufrieden gewesen, nehme aber auch die drei Punkte gerne mit.“

Rafael Kazior: „Wir freuen uns über die drei Punkte, die wir uns hart erarbeitet haben. Wir wissen, dass wir in der 3. Liga mit allen Mannschaften mithalten können, weil unsere Gegner auch mitspielen wollen. Das hat uns heute sicher auch in gewisser Weise ein wenig in die Karten gespielt." 

Preußen-Coach Pavel Dotchev: „Ich bin sehr enttäuscht – sowohl vom Ergebnis, als auch von der Art und Weise wie wir gespielt haben. Wir waren körperlos und viel zu passiv. Man kann ein Spiel zweifellos verlieren, aber die Frage ist wie. Das war heute fast schon desolat. Und gerade deswegen ist dieser Tag so enttäuschend für uns. Mir ist es lieber, einmal eine richtige Klatsche zu bekommen, um jetzt in Elverberg vieleicht einen Neuanfang zu starten. Das war ein Schlag ins Gesicht – vielleicht genau zur richtigen Zeit."

Holstein-Trainer Karsten Neitzel: „Ich gebe meinen Glückwunsch und ein großes Kompliment an die ganze Mannschaft. Das, was wir uns vorgenommen haben, mit frühem Pressig zu agieren, haben wir über weite Strecken des Spiels durchgehalten. Insgesamt war das eine Leistung, auf die wir aufbauen können. Wir wollen schnell 43 Punkte erreichen, können jetzt aber auch einfach mal den Moment genießen. Wir hatten nicht mehr, aber auch nicht weniger als einen richtig guten Saisonstart."

Preußen Münster: Masuch - Siegert, Scherder, Do. Schmidt, Hergesell - Truckenbrod, Bischoff - Piossek (46. Halet), Grote (46. Krohne) - Taylor (64. Kara), Manno. Trainer: Dotchev

Holstein Kiel: Riedmüller - Herrmann, Gebers, Wahl, Wetter - Siedschlag, Danneberg, Krause, Johansen (65. Breitkreuz) - Kazior (88. Hartmann), Heider (69. Sykora). Trainer: Neitzel

Schiedsrichter: Unger (Halle)

Tore: 0:1 Gebers (16.), 0:2 Heider (26.) 0:3 Siedschlag (34.)

Zuschauer: 8123

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