Enttäuschung in Meppen

SV Meppen - Holstein Kiel 2:1 (0:1)

Holstein Kiel unterliegt im Nachholspiel des 19. Spieltags beim SV Meppen mit 1:2. Vor 1.435 Zuschauern brachte Lindner die Kieler in der ersten Halbzeit in Führung. Nach der Pause drehten die Meppener durch Scherping und Wessels die Partie. Die Störche bleiben damit im dritten Spiel in Folge ohne Sieg. 

Holstein-Trainer Thorsten Gutzeit musste sein Team nach dem 1:1 gegen den VFC Plauen  verletzungsbedingt umbauen: Meyer und Chahed fielen mit Gehirnerschütterungen aus. Sachs und Heider rückten dafür in die Startelf. Ebenso Steil, der für Berzel begann.

Beim Tabellenletzten mussten für die KSV Holstein drei Punkte her, um weiter im Aufstiegskampf mitzuspielen. Entsprechend motiviert begannen die Störche. Schon nach zwei Minuten musste SVM-Torwart Gommert einen Sykora-Schuss aus kurzer Distanz parieren. Die Emsländer hatten Schwierigkeiten, spielfreudige Störche im Zaum zu halten. Für drei Meppener gab es Gelb binnen der ersten Viertelstunde. In der 18. Minute bestrafte Lindner Nachlässigkeiten der Gastgeber nicht mit einer Karte, sondern mit der Führung für Holstein. Heider stand bei einem Toksöz-Pass nicht im Abseits, legte alleine vor Gommert quer auf Kiels Nummer 24, der den Ball nur noch ins leere Tor schieben brauchte (18.). Meppen versuchte es mit Cleverness: Holt brachte einen Freistoß aus spitzem Winkel nicht als Flanke, sondern direkt aufs Tor. KSV-Keeper Strähle faustete in höchster Not zur Ecke (26.). Die in blau-schwarz spielenden Hausherren wurden jetzt aktiver, da die ganz in Rot gekleideten Störche sich etwas zurückzogen und auf Konter lauerten. Echte Torraumszenen bekamen die 1.435 Zuschauer in der MEP-Arena nicht zu sehen. Für die sorgten die Kieler, die kurz vor der Pause noch einmal aufdrehten. Sachs ließ Olthoff im Strafraum stehen, legte anstatt selbst das 2:0 zu markieren quer auf Heider, der im Abseits stand. Halbzeit.

Holstein war auch im zweiten Durchgang zunächst das aktivere Team. Meppen hatte Probleme den letzten Pass an den eigenen Mitspieler zu bringen. Mit Ausnahme der 59. Minute: Der Ex-Kieler Holt schlug einen Freistoß an den Fünfer. Dort kam der 1,85 Meter lange Scherping frei zum Kopfball, den Strähle noch abwehren konnte. Schnettberg reagierte am schnellsten und drückte den Abpraller zum Ausgleich über die Linie. Im direkten Gegenzug verhinderte Gommert die erneute Kieler Führung. Heider hatte aus elf Metern abgezogen. Bei den Störchen war nach dem Ausgleichs-Schock der Wille spürbar, aber spielerisch fehlte die Leichtigkeit. Meppen witterte die Chance. Scherping kam aus 15 Metern zum Schuss – drüber (67.). Fischer warf sich im letzten Moment in einen Holt-Knaller (70.). Für die letzten zehn Minuten brachte KSV-Trainer Gutzeit mit Wulff einen zweiten Stürmer. In der Offensive fehlte es aber weiter an durchdachtem Spiel. Meppen kombinierte nicht besser, aber glücklicher: Den Abschlag von Torwart Gommert nahm Wessels volley und überwand den machtlosen Strähle mit einer Bogenlampe zur 2:1-Führung für den Tabellenletzten (85.). Urplötzlich war auch das heimische Publikum aufgewacht und feuerte die eigene Mannschaft die letzten Minuten an. Dann konnten die SVM-Fans nach vier sieglosen Spielen wieder ein Dreier feiern. Kiel bleibt weiter ohne Glück und mittlerweile seit drei Spielen ohne Sieg.

Thorsten Gutzeit meinte sichtlich enttäuscht: „Wir haben sehr gut angefangen, waren auch klar überlegen, aber nicht zielstrebig genug. Wir haben in der Pause darauf eingewirkt, das Tempo hoch zu halten, weil wir um Meppens Zweikampfstärke wussten. Wir haben leider sehr viele Freistöße provoziert. Einen davon nutzte Meppen zum Ausgleich. Je länger das Spiel dauerte, desto mehr Mut und Entschlossenheit legten die Platzherren an den Tag. Ein Tor des Jahres belohnte Mut und Risiko des SV Meppen. Wir haben die zwei, drei ausgezeichneten Torchancen im zweiten Durchgang nicht genutzt. Dem Gegner reichten dann zwei Chancen zum Sieg. Unser Auftritt war im zweiten Durchgang bitter. Wir müssen die letzten acht Spiele nun zeigen was wir können. Ich erwarte jetzt eine deutliche Reaktion der Mannschaft.“ Gutzeit meinte zu den Ergebnissen der letzten Wochen: „Man darf nie aufgeben. Es bringt nichts, wenn man jetzt auf die Mannschaft einprügelt. Alle wissen was abgelaufen ist. Wir haben einige Themen aufzuarbeiten. Wir haben noch acht Spiele und wollen von den 24 Zählern so viele holen wie nur möglich.“

„Es freut mich ganz besonders für Mannschaft und Fans. In den letzten Wochen lief es nicht gut für uns. Nur über Kampf, Leidenschaft und Teamgeist kann man eine Spitzenmannschaft wie Kiel schlagen. Der Sieg war, wenn auch durch einen Sonntagsschuss, nicht unverdient. Wir hatten heute personell einiges zu verkraften, fünf Stammspieler fehlten. Die Leistung des Teams verdient Anerkennung“, lobte SVM-Coach Persike den Sieger.

Holstein Kiel: Strähle – Herrmann, Steil, Jürgensen, Poggenberg (75. Wetter) – Toksöz (58. Fischer), Kazior – Sachs, Sykora (79. Wulff), Lindner – Heider

Tore: 0:1 Lindner (18.), 1:1 Scherping (59.), 2:1 Wessels (85.)

Zuschauer: 1.435

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